Der Brexit und seine Folgen für Schleswig-Holstein

So rüsten sich Unternehmen im echten Norden

Bisher ist der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der EU noch nicht geregelt. Für den Fall des harten Brexits kommen Schwierigkeiten auf Schleswig-Holsteins Wirtschaft zu.

Großbritannien ist für Schleswig-Holstein ein wichtiges Export-Land. Ungefähr 5% des Export-Volumens gehen auf die Insel, vergleichbar mit den Exporten in die Niederlande oder Frankreich. Dabei gibt es keine Branchenschwerpunkte, im Gegenteil es trifft ein breites Spektrum an Branchen und Unternehmen. Einschränkungen im Exportgeschäft werden sich im echten Norden bemerkbar machen.

Wie sollen sich Unternehmen im Land jetzt vorbereiten? Dazu WTSH Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche:

WTSH Geschäftsführer
Dr. Bernd Bösche

Auf was müssen sich Unternehmen einstellen?

Bösche: Im Falle eines ungeordneten Brexits kommen auf die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein beträchtliche Probleme zu. Im schlimmsten Fall gehen Kunden verloren. Egal ob es die Importe oder die Exporte betrifft, müssen sich Unternehmen mit den unterschiedlichen Szenarien auseinandersetzen. Neben der Herausforderung, neue Absatzmärkte zu finden, sind es vor allem die Zollsätze und Ein-/Ausfuhrbestimmungen über die es sich zu informieren gilt. Höhere Kosten für den Transport und die Ein-/Ausfuhr werden auch die Preisstruktur der Produkte beeinflussen.

Wichtig ist auch das Thema Zulassungsvorraussetzungen. Gerade bei Medizinprodukten, aber auch in anderen Branchen gelten andere Zulassungsbestimmungen, die eingehalten werden müssen.

Nicht planbar ist auch das Mehr an Zeit, das die Logistik dann benötigen wird. Aber die Unternehmen müssen sich auf längere Lieferzeiten einstellen.

Was sollten die Unternehmen jetzt tun?

Bösche: Auf jeden Fall Vorbereitungen treffen. Informieren und Lösungen erarbeiten. Dafür gibt es auch Hilfestellung. Auf Anregung des Mittelstandsbeirates hat das Wirtschaftsministerium eine Task Force eingerichtet, um KMU bei zentralen, offenen Fragen zu helfen. Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus wird bei einem harten Brexit außerdem eine Liste mit Ansprechpartnern veröffentlichen und Links zu den relevanten Ratgebern zur Verfügung stellen. Auch die IHK Schleswig-Holstein kann Hilfestellung leisten. Vor allem bei Fragen rund um Zölle und Ein- und Ausfuhrbestimmungen.