Der Brexit und seine Folgen für Schleswig-Holstein

Hier können Unternehmen sich informieren

Großbritannien ist für Schleswig-Holstein ein wichtiges Export-Land. Ungefähr 5% des Export-Volumens gehen auf die Insel, vergleichbar mit den Exporten in die Niederlande oder Frankreich. Dabei gibt es keine Branchenschwerpunkte, im Gegenteil es trifft ein breites Spektrum an Branchen und Unternehmen. Einschränkungen im Exportgeschäft werden sich im echten Norden bemerkbar machen.

Mit dem EU-Austritt des britischen Königreichs am 31. Januar ist es längst nicht getan. Mit dem 1. Februar 2020 bricht eine Übergangsphase bis Ende Dezember an, in der die Verhandlungen zwischen London und der EU laufen.

Was kommt auf die Unternehmen im Land zu? Dazu WTSH Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche:

WTSH Geschäftsführer
Dr. Bernd Bösche

Auf was müssen sich Unternehmen einstellen?

Bösche: Im schlimmsten Fall gehen Kunden verloren. Egal ob es die Importe oder die Exporte betrifft, müssen sich Unternehmen mit den unterschiedlichen Szenarien auseinandersetzen. Neben der Herausforderung, neue Absatzmärkte zu finden, sind es vor allem die Zollsätze und Ein-/Ausfuhrbestimmungen über die es sich zu informieren gilt. Höhere Kosten für den Transport und die Ein-/Ausfuhr werden auch die Preisstruktur der Produkte beeinflussen.

Wichtig ist auch das Thema Zulassungsvorraussetzungen. Gerade bei Medizinprodukten, aber auch in anderen Branchen gelten andere Zulassungsbestimmungen, die eingehalten werden müssen.

Nicht planbar ist auch das Mehr an Zeit, das die Logistik dann benötigen wird. Aber die Unternehmen müssen sich auf längere Lieferzeiten einstellen.

Was sollten die Unternehmen jetzt tun?

Bösche: Auf jeden Fall Vorbereitungen treffen. Informieren und Lösungen erarbeiten. Dafür gibt es auch Hilfestellung. Auf Anregung des Mittelstandsbeirates hat das Wirtschaftsministerium eine Task Force eingerichtet, um KMU bei zentralen, offenen Fragen zu helfen. Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus hat eine Liste mit Ansprechpartnern veröffentlicht und Links zu den relevanten Ratgebern zur Verfügung gestellt. Auch die IHK Schleswig-Holstein kann Hilfestellung leisten. Vor allem bei Fragen rund um Zölle und Ein- und Ausfuhrbestimmungen.