Alles fließt im echten Norden
Infrastruktur, die verbindet
Seit 80 Jahren ist Schleswig-Holstein in Bewegung. Als Land zwischen Europa und Skandinavien lebt der echte Norden davon, Wege zu schaffen und Verbindungen zu halten – über Straßen, Schienen, Häfen und heute auch über Glasfaserleitungen. Vom Wiederaufbau bis zu den digitalen Netzen der Gegenwart zeigt sich dabei ein roter Faden: Infrastruktur macht Schleswig-Holstein schnell, anschlussstark und verbindlich. Und damit das so bleibt, investiert das Land auch künftig mutig in neue Verbindungen zwischen den Meeren, nach Europa und in die digitale Zukunft.
Aufbruch vor 80 Jahren
Blicken wir zurück zum Anfang: Die Versorgungslage ist angespannt. Innerhalb weniger Monate wächst die Bevölkerung auf 2,7 Millionen Menschen an, über eine Million Geflüchtete suchen in Schleswig-Holstein eine neue Heimat. Häuser sind knapp, Straßen überfüllt. Erst in den 50er und 60er Jahren hält die zentrale Wasserversorgung flächendeckend Einzug in Schleswig-Holstein. Und während Deutschland im Wirtschaftswunder industriell durchstartet, verändert sich auch der echte Norden: Das ländliche Schleswig-Holstein wird moderner, urbaner und besser angebunden. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur wird zum Symbol des Aufbruchs.
Das Land wird zur Brücke nach Skandinavien
Insbesondere die 70er Jahre stehen im Zeichen des Autobahnbaus. Arbeitswege werden kürzer, Warenströme schneller und Schleswig-Holstein enger verzahnt mit Hamburg und Europa. Die neuen Verkehrsadern haben auch Einfluss auf das Selbstverständnis des Landes: Schleswig-Holstein ist nun nicht mehr nur im Norden ganz oben, sondern wird mehr und mehr zur Brücke zwischen Europa, Skandinavien und dem Baltikum. Besonders sichtbar wird dies an der A 7. 1965 beginnt bei Neumünster der Ausbau der neuen NordSüdVerbindung. Im Mai 1978 ist die Strecke komplett durchgehend befahrbar von der dänischen Grenze bis Hamburg. Und bis zu den Olympischen Spielen in Kiel 1972 war auch die A 215 in die Landeshauptstadt fertiggestellt. Parallel dazu wurde 1975 der Elbtunnel mit drei Röhren erstmals für den Verkehr frei gegeben. Im Jahr 2002 kam die vierte Röhre dazu. Rund 120.000 Fahrzeuge pro Tag unterqueren durch den Elbtunnel die Elbe – etwa 25.000 davon sind Lkw – auf dem Weg aus, in oder durch das Brückenland Schleswig-Holstein. Nun ist ein weiterer Tunnel geplant: 45 Kilometer weiter westlich, zwischen Drochtersen (Niedersachsen) und Glückstadt (Schleswig-Holstein), soll die Küstenautobahn A 20 die Elbe unterqueren. Das Bauvorhaben ist in acht Bauabschnitte unterteilt, die sich in unterschiedlichen Planungs- bzw. Umsetzung-Phasen befinden. In Schleswig-Holstein rollt der Verkehr auf der A 20 bereits zwischen Geschendorf und Lübeck.
Nicht nur Autobahnen, sondern auch Datenbahnen
Seit 2013 verfolgt Schleswig-Holstein eine klare Breitbandstrategie, um Glasfaser in die Fläche zu bringen. Was damals als langfristiges Infrastrukturprojekt begann, zeigt heute ein deutliches Ergebnis: Der echte Norden verfügt inzwischen über 84 Prozent glasfaserfähige Hausadressen und liegt damit bundesweit an der Spitze. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 40 Prozent. Diese Entwicklung hat Schleswig-Holstein in relativ kurzer Zeit in eine Position gebracht, die im bundesweiten Vergleich ungewöhnlich ist: Ein überwiegend ländlich geprägtes Bundesland verfügt über eine digitale Infrastruktur, die vielerorts als Vorbild gilt. In der Rückschau auf 80 Jahre Schleswig-Holstein ist dies ein weiterer Beweis dafür, wie konsequent das Land seine Verbindungen weiterentwickelt hat – zunächst auf der Straße und heute im Netz.
Fehmarnbelt: von der Vogelfluglinie zum Jahrhundertbauwerk
Kommen wir zur nächsten Verbindung: Als die Fehmarnsundbrücke 1963 eröffnet wird, verändert sie den Norden schlagartig: 963 Meter Stahl überspannen erstmals dauerhaft den Sund, die „Vogelfluglinie“ wird zur schnellsten Landverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen und die Reisezeit per Bahn halbiert sich von vier auf zwei Stunden. Schleswig-Holstein rückt damit näher an Skandinavien, ein neuer Wirtschaftsraum wird erschlossen. Mehr als sechs Jahrzehnte später entsteht hier mit der festen Fehmarnbeltquerung ein neues Jahrhundertbauwerk. Während das Nachbarland Dänemark den Tunnel baut und finanziert, übernimmt Deutschland die gewaltige Aufgabe, die Hinterlandanbindung auszubauen. Die Feste Fehmarnbeltquerung macht den echten Norden in seiner Scharnier-Funktion zwischen Westeuropa und Südskandinavien noch stärker.
Von Travemünde nach Schweden
Bereits 1962, ein Jahr vor der Eröffnung der Fehmarnsundbrücke, startet in Lübeck Travemünde die erste regelmäßige Fährverbindung nach Schweden. Mit der Travemünde-Trelleborg-Linie wird eine neue maritime Achse zwischen Deutschland und Skandinavien manifestiert. Rund um diesen ersten Fähranleger wächst in den folgenden Jahrzehnten der Skandinavienkai, der heute mit über 800.000 Quadratmetern der größte deutsche Fährhafen an der Ostsee und eine zentrale Drehscheibe für den Rollon/RolloffVerkehr nach Schweden, Finnland und ins Baltikum ist. Aufgrund der hohen Auslastung wurde der Terminal am Skandinavienkai In den Jahren 2006 und 2007 in großem Umfang um Hafenflächen und Gewerbegebiete erweitert.
Butter und Schrimps an Bord
Nicht nur große Hafenanlagen, Tunnel oder Autobahnen stehen für Verbindungen im echten Norden. Manchmal sind es gerade die kleinen, fast beiläufigen Verbindungen, die viel über das Lebensgefühl und die Alltagsmobilität erzählen. Dazu gehören die legendären Butterfahrten, die ab den 1950er Jahren regelmäßig von Häfen wie Flensburg, Kiel oder Lübeck starteten. Voll besetzte Ausflugsschiffe setzten Kurs auf dänische Gewässer, wo Butter, Alkohol und Zigaretten zollfrei angeboten wurden. Diese kleinen maritimen Routinen spiegelten wider, was Schleswig-Holstein in jenen Jahrzehnten grundsätzlich prägte. Und zwar das Selbstverständnis als verbindende Region zwischen Deutschland und Skandinavien. Als die EU-Regelungen sich änderten, endete am 30. Juni 1999 die Ära der Butterfahrten. Doch ihr Geist bleibt Teil der Infrastrukturgeschichte des Landes. Denn sie verdeutlichen, wie eng Verkehr, kulturelle Nähe und wirtschaftlicher Austausch miteinander verflochten sind.
IMPULS für die Zukunft
Damit sich die Verbindungen im echten Norden auch in Zukunft positiv weiterentwickeln und den sich ändernden Anforderungen gerecht werden, investiert das Land kräftig in eine Vielzahl von Infrastrukturbereichen. Unter anderem wurde im Jahr 2015 das milliardenschwere Infrastrukturmodernisierungsprogramm IMPULS ins Leben gerufen. Nach Investitionen in Höhe von rund 3 Milliarden Euro zwischen 2015 und 2021 wurde IMPULS bereits mehrfach erweitert und umfasst heute eine Vielzahl zukunftsprägender Infrastrukturbereiche – von Klimaschutz, Elektromobilität und Digitalisierung über Radwege, Straßen und Brücken bis zu Krankenhäusern, Schulen und Hochschulen. Das Ziel ist klar: Auch in den nächsten acht oder mehr Jahrzehnten soll im echten Norden alles zuverlässig fließen. Egal ob über Brücken, Tunnel, Fähren oder durch Glasfasernetze. Damit Schleswig-Holstein als Land der guten Verbindungen gerecht wird. Damals wie heute.
Bleiben Sie gespannt!
Wir stellen 2026 die Highlights aus 80 Jahren Wirtschafts-Geschichte im echten Norden vor. Lassen Sie sich überraschen von der Vielfalt Schleswig-Holsteins, den Pionieren, den Macherinnen und den Meilensteinen aus 80 Jahren.

