Der kurze Weg zur Klimawende: Einstiegsberatung für KMU
Ein Tag mit dem Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften Schleswig-Holstein
Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist Energie- und Ressourceneffizienz eine Zukunftschance, die dabei hilft, sich wirtschaftlich erfolgreich aufzustellen. Doch wie gelingt der Einstieg in ein so komplexes Thema? Um KMU bestmöglich mit einem Beratungs- und Förderangebot zu unterstützen, hat das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur den Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften bei der WTSH eingerichtet. Unterwegs mit Micha Heinrichs und Timo Saager, den zwei Projektmanagern des Transfer-Hubs: von individuellen technischen Lösungen, einem kurzen Weg zu Förder- und Partnerinstitutionen im Land und einem agilen, sich entfaltendem Netzwerk der Klimaneutralität.
Der Tag beginnt für Micha Heinrichs und Timo Saager mit einer Tasse Kaffee und einem kleinen Stapel Visitenkarten: Neue Kontakte zu zwei technischen Leitern, einer Energieberaterin und einem Geschäftsführer eines KMU in Schleswig-Holstein, für deren Transformationsvorhaben die nächsten Schritte geplant werden wollen. Die beiden Projektmanager haben in Erstgesprächen Potenziale für Energie- und Kosteneinsparungen identifiziert.
Um 9 Uhr wählt sich Micha dann schon in die Webinarreihe „Nachhaltig produzieren“ ein, die kompakt die wichtigsten Informationen rund um ein CO2-freies Energiesystem, Energieflexibilität, Digitalisierung und Automatisierung mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz vermittelt – wichtige Themen und Aspekte, die er in die nächsten Beratungsgespräche gleich mitnehmen kann.
Ziel: Energieautarkie
Am späten Vormittag ist der Transfer-Hub zu Gast bei einem kleinen Maschinenbauunternehmen. Nach einer Begehung des Betriebsgeländes mit Produktion und Logistik ist klar, an welchen Stellschrauben noch gedreht werden kann, damit sich das Unternehmen energetisch besser – das heißt unabhängiger – aufstellt. Auf den Hallendächern steht die Installation einer Photovoltaik-Anlage an, doch die Infrastruktur ist bislang nicht ausreichend. Welche Voraussetzungen sind für eine Ertüchtigung notwendig und ist das Vorhaben überhaupt wirtschaftlich sinnvoll? Gibt es realistische Fördermöglichkeiten? Perspektivisch sollen die mit Diesel betriebenen Gabelstapler gegen E-Gabelstapler ausgetauscht werden.
Auf der To-do-Liste des Transfer-Hub stehen nun die Kontaktvermittlung zu Ingenieurbüros und Energieberatern, die auch eine technische Umsetzung anbieten können, die Abklärung des Themas E-Stapler mit den Kollegen aus der Landeskoordinierungsstelle Elektromobilität und die Recherche von passenden Fördertöpfen für das Unternehmen.
Investitionen in die Zukunftsfähigkeit
Seit gut zwei Jahren arbeiten Timo Saager und Micha Heinrichs im Team des Transfer-Hubs Klimaneutrales Wirtschaften SH mit. Was treibt euch an, mit dem Thema Klimaneutralität durch Schleswig-Holstein zu touren, um KMU zu beraten und zu informieren? „Als gelernter Maschinenbauer interessiert mich die Entwicklung von innovativen technischen Lösungen sehr“, sagt Micha Heinrichs. „Was im Bereich Energieeffizienz und Emissionsreduzierung alles möglich ist und welche Wege gegangen werden, um klimafreundlicher zu werden, ist oft erstaunlich. Investitionen in die Klimaneutralität zahlen auf die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens ein, das ist eine meiner wichtigsten Botschaften.“
Timo Saager ergänzt: „In jedem Unternehmen sind es Menschen, die hinter den Veränderungen stehen. Geschäftsführende mit Sachverstand und Visionen, Mitarbeitende, die Daten sammeln, sich Gedanken machen und Lösungen finden müssen. Mich reizt an meiner Aufgabe auch, zur Realisierung von Projekten beizutragen, die im kleineren oder größeren Rahmen zur Dekarbonisierung der Unternehmen führen, und die Unternehmen zu ermutigen, sich auf den Weg der Transformation zu machen.“
Informations- und Wissenstransfer
Die unterschiedlichen Förderangebote des Landes Schleswig-Holstein und des Bundes hat das Team des Transfer-Hubs in einer Förderdatenbank zusammengestellt, die auch auf der Website des Transfer-Hubs zugänglich ist. Timo Saager und Micha Heinrichs kennen die einzelnen Fördermöglichkeiten und deren Rahmenbedingungen gut.
Zwei weitere Stunden sind schließlich für die Planung und Organisation der nächsten Veranstaltungen reserviert. Mit den Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein und der Handwerkskammer Flensburg sind bereits Termine für Energiesprechtage für KMU angesetzt. Der Vorteil der Kooperationen liegt auf der Hand: Während der Transfer-Hub den Unternehmen technische Lösungsansätze und Förderoptionen vorschlägt, können die Partnerinstitutionen zu Regulatorik und Gesetzgebung Auskunft geben. Weiterhin ist mit einer regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft eine gemeinsame Vortragsveranstaltung in Präsenz geplant. Im Netzwerk des Transfer-Hubs finden sich noch zwei mögliche Referierende, die Timo Saager kontaktiert.
Neue Netzwerkpartner
Zum Tagesabschluss geht es noch auf einen Pitch des Transfer-Hubs zu den lokalen Wirtschaftsjunioren. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer und Führungskräfte aus unterschiedlichsten Branchen informieren sich hier monatlich über aktuelle wirtschaftliche Themen und besuchen ein Unternehmen in der Region. Heute geht es natürlich um Chancen und Möglichkeiten des Klimaneutralen Wirtschaftens. Ein Kaltgetränk kommt auch nicht zu kurz: Mit neuen Netzwerkpartnern und einem vereinbarten Beratungstermin geht ein Tag zu Ende, der im positiven Sinn herausfordernd war.
Der Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften Schleswig-Holstein unterstützt im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur kleine und mittelständische Unternehmen bei der Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen und berät zu technischen Lösungen, dem Einsatz Erneuerbarer Energien und aktuellen Fördermöglichkeiten.

