Die beste Entscheidung meines Lebens

doubleYOUin hat von Oktober 2020 bis September 2021 das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein erhalten. Das Team rund um Mandy Karstens entwickelt eine App, die individuelle, sportart- und disziplinspezifische Trainingspläne für Athletik- und Mentaltraining, sowohl für Nachwuchssportler im Leistungssport als auch ambitionierte Hobbysportler erstellt.

Wie sie die Zeit des Gründungsstipendiums erlebt hat und wie es mit dem StartUp jetzt weitergeht, darüber haben wir mit Mandy Karstens gesprochen.

WTSH-Online Redaktion: 12 Monate Gründungsstipendium. Lief in der Zeit alles so, wie Du es Dir vorgestellt hast? 

Mandy Karstens: Ja und Nein. So richtig klare Vorstellungen, was man für konkrete Schritte gehen muss, hatte ich gar nicht. Dafür musste ich mich auch in zu viele Dinge einarbeiten. Wir wollten eine Gesellschaft gründen, das ist auch ein Bestandteil, der im Gründungsstipendium gefordert ist. Aber wie das konkret geht, wussten wir nicht. Wir mussten uns erstmal mit Gesellschaftsrecht befassen und da wir im Bereich Software unterwegs sind, ist das nicht so einfach. Nebenher feilt man auch noch an der Produktidee und man muss sich auch erst mal in seiner Rolle und den damit verbundenen Aufgaben als Gründerin oder Gründer finden oder auch erfinden.

WTSH-Online Redaktion: Wie meinst Du das? 

Mandy Karstens: Paul, Tim und ich waren ein Dreier-Team. Jeder sollte bestimmte Aufgaben im StartUp übernehmen, z.B. die technische Entwicklung, die Athletik-Pläne usw. Und im Laufe des Stipendiums wächst jede und jeder in seine Rolle rein. Bei uns war das anders. Nach den ersten Monaten hat sich Tim mit der Gründung und seiner Rolle einfach nicht mehr wohlgefühlt. Das war eine schwierige Zeit für uns. Wir haben lange und intensiv über die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten gesprochen, denn schließlich müssen wir als Gründer alle an einem Strang ziehen und hinter unserer Idee stehen. Aber am Ende hat sich Tim entschieden, doubleYOUin zu verlassen und Paul und ich waren dann plötzlich ein Zweier-Team. Das war sehr schade, aber man muss das alles positiv sehen.

WTSH-Online Redaktion: Was war denn für Euch das Positive daran? 

Mandy Karstens: Paul und mir ist noch stärker bewusst geworden, wie wichtig uns unsere App ist und dass wir damit unbedingt erfolgreich sein wollen. Das hätte ich vorher so nicht erwartet. Für uns war bisher Tim so ein bisschen das Zugpferd bei unserer Gründung. Und auf einmal hat sich das komplett gewandelt. Man kann sagen, dass man während einer Gründung noch ganz viel über sich selbst lernen kann. Ich habe mich tatsächlich selbst damit überrascht, wie groß der Wunsch ist, unser Produkt und unser Unternehmen zum Erfolg zu führen. Wir haben Gott sei Dank auch durch einen großen Zufall schnell Verstärkung für unser Team gefunden. Das war sehr wichtig, da Athletik-Pläne auf jeden Fall von Fachleuten entwickelt werden müssen.

WTSH-Online Redaktion: So ein Umbruch im Team bringt aber sicherlich viel Unruhe mit sich.  

Mandy Karstens: Stimmt. Wir mussten unter anderem unseren Gesellschaftsvertrag wieder ändern und wie schon eingangs erwähnt ist das im Software-Bereich unter Umständen ziemlich kompliziert. Wem gehört z.B. das geistige Eigentum an einer solchen Programmierung? Darüber haben wir intensiv nachdenken und miteinander sprechen müssen und auch noch einmal eine klasse Rechtsberatung erhalten.

WTSH-Online Redaktion: Wie kommt man an solche Beratungen? 

Mandy Karstens: Am Ende einfach über sein persönliches Netzwerk. Wir hatten das Glück, bereits vorher privat gut vernetzt zu sein, aber auch innerhalb der StartUp-Szene im echten Norden lernt man ständig Leute kennen, die einem weiterhelfen können. In unserem Fall haben wir uns z.B. regelmäßig mit IdeaChamp ausgetauscht, die wie wir auch einen Arbeitsplatz im ZfE hatten und uns gründungstechnisch einige Monate voraus sind. Das war oft eine große Hilfe. Auch der Austausch mit anderen StartUps beim Gründerfrühstück oder größeren Events bietet immer Inspiration für die nächsten Schritte.

doubleYOUin in Bildern

WTSH-Online Redaktion: Aber am Ende muss jedes StartUp seinen Weg selbst finden. Wie geht es denn jetzt für Euch weiter? 

Mandy Karstens: Wir haben Ende November unsere App für Triathleten gelauncht und sind in einer wichtigen Testphase. Bisher haben wir tolles Feedback erhalten und auch schon viele Nutzer, die unser Angebot dankend angenommen haben. Nun ist es besonders wichtig, den neuen und weiteren Inhalt, also die Athletik- und Mentaltrainingspläne an den Start zu bringen und gleichzeitig kleine technische Stolpersteine zu beheben. Also eine 60-Stunden-Woche ist im Moment nichts. Wenn es so weiter geht, brauchen wir wirklich Unterstützung - sowohl bei der Programmierung als auch bei der Content-Pflege.

Das Interview führte Sabine Konejung

Wie geht es jetzt weiter? 

Aktuell ist das Team von doubleYOUin auf der Suche nach neuen Investorinnen und Investoren, um ihre App weiterzuentwickeln, mit Inhalten zu füllen und zu vermarkten. 

Hier geht es direkt zu doubleYOUin

Unser Service

StartUp Förderung und Finanzierung
Sie haben Fragen zur StartUp Förderung und Finanzierung? Wir helfen Ihnen gerne weiter!
Innovationsberatung
Das Thema Innovationsberatung ist spannend für Sie? Das Team der Innovationsberatung hilft Ihnen gerne weiter.
Förderung
Sie sind auf der Suche nach Fördermöglichkeiten für Ihr Innovationsprojekt? Wir helfen Ihnen gerne weiter!
Nach oben scrollen