Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft

Fitness-Tracker, Smartwatches und Gesundheitsapps - schon heute nutzen viele Menschen die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Was im Bereich der Prophylaxe schon Einzug gefunden hat, ist auch in anderen Bereichen der Medizintechnik auf dem Vormarsch. 

Die Gesundheitsversorgung in den Industrieländern steht vor großen Herausforderungen. Zum einen, weil die Menschen immer älter werden, zum anderen steigt die Zahl der chronischen Erkrankungen. Auch die medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen auf dem Land gehört zu den aktuellen Problemen. Die Digitalisierung bietet hierbei große Chancen, Diagnose und Therapien zu verbessern und Patientinnen und Patienten besser zu versorgen. 

„Klar ist, dass die Digitalisierung die Gesundheitsbranche maßgeblich verändern wird und viele Herausforderungen und Fragen im regulatorischen Bereich zu klären sind. Unternehmen müssen dennoch rechtzeitig die Innovationen marktfähig entwickeln und das kann nur mit den richtigen Partnern und den finanziellen Mitteln geschehen. Es gibt einige Förderprogramme, die Unternehmen und Einrichtungen dabei unterstützen können, ihre innovativen Ansätze zu entwickeln und in der Praxis auszutesten.“ stellt Philipp Stormer, WTSH Innovationsberater fest. 

Wie die Digitalisierung das Gesundheitswesen verbessern kann und welche großen Trends erkennbar sind: 

1.    Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz, also der Einsatz von lernfähigen Maschinen, soll bei der Diagnose aber auch bei der Behandlung unterstützen. Besonders in der bildgebenden Diagnostik kommt Künstliche Intelligenz bereits zum Einsatz, z.B. bei der Krebsfrüherkennung durch CT oder MRT. 

Ein weiteres Beispiel kommt aus Schleswig-Holstein: Mithilfe von KI-gestützter Analyse und Reha-Robotik will ein Lübecker Forschungsteam Menschen helfen, die nach einem Unfall, nach neurologischen Erkrankungen oder durch Long Covid Bewegungsprobleme haben. Für eine erfolgreiche Therapie und individuell anpassbare Therapiegeräte für Menschen mit eingeschränktem Bewegungsapparat, sei es durch Unfälle aber auch durch Long Covid, sind umfangreiche Messungen der Patientenbewegungen notwendig. Bislang werden Bewegungen der beeinträchtigten Patienten visuell oder durch Kräftemessung erfasst. Nun sollen neue Messmodalitäten, mithilfe von KI, Muskelkontraktionen direkt am Patienten erfassen und somit weitere Informationen liefern. 

2.    Individuelle Medizinprodukte

Die Erfassung und Verarbeitung von medizinischen Patientendaten ermöglicht die Produktion von individuellen Medizinprodukten, die genau auf die Anforderungen des Patienten abgestimmt werden. Ein Beispiel mit Biss: Merz Dental aus Lütjenburg hat eine Innovation geschaffen: 2015 kam eine Vollprothese mit komplett digitalisiertem Herstellungsprozess auf den Markt. Mit dem „Baltic Denture System“ (BDS) brauchen Patienten nur noch zwei statt sonst neun oder mehr Termine beim Zahn­arzt, bis die „Dritten“ sitzen. Möglich wird das durch einen 3D-Scan von Kiefer und Mundhöhle, die Übertragung der Daten in eine CAD/CAM-Software und einen digital ge­steuerten Fräsprozess. Die höhere Effizienz bringt auch für Praxen und Labore wirtschaftliche Vorteile.

Operation im Bereich Urologie: OP-Team und Da-Vinci Roboter

3.    Digitalisierung im OP

Gerade bei Operationen bietet die Digitalisierung enorme Chancen. Bereits heute sind OP-Roboter auf dem Markt, die eine sehr hohe Präzision bieten.

Operationen noch präziser, infektionssicherer, schneller, schonender und damit erfolgreicher machen, will ein Forschungsprojekt bestehend aus vier Projektpartnern. Dazu werden Augmented Reality, Künstliche Intelligenz und robotergestützte Chirurgie zum „OP der Zukunft“ verbunden. Die Augmented Reality-Lösung bietet dem Chirurgen erweiterte Informationen über das Operationsgebiet und hilft, Tumorstrukturen leichter zu erkennen. Auch die Robotik wird weiterentwickelt, so dass in Zukunft ein Zweiarm-Assistenzroboter. 

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