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Wärmeversorgung mit industrieller Abwärme

Versorgung von kommunalen Liegenschaften und Privatanlieger mit Abwärme aus dem Biotechnologiebetrieb e-nema GmbH in Schwentinental

70 t/a

Einsparung CO2-Äquivalente

350 MWh/Jahr

Einsparung an Erdgas durch Nutzung von Abwärme

nema Biotech for Nature Logo mit grünem Blatt und stilisiertem Tierkopf

Zusammenfassung des Projekts

Die Abwärme aus dem Produktionsprozess der e-nema GmbH wird durch Wärmetauscher abgenommen und in ein Nahwärmenetz eingespeist. So können kommunale Liegenschaften und Privatanlieger mit klimaneutraler Wärme, z. B. für die Raumheizung, versorgt werden. Das Vorhaben spart dadurch jährlich 350 MWh Erdgas (70 t/a CO2-Äquivalente). 

Bauarbeiter verlegt Rohrleitung in einem Graben neben einem Gebäude bei Erdarbeiten
Offene Baugrube mit verlegten schwarzen Rohren auf einer Baustelle vor einem Gebäude im Hintergrund
Verlegte Fernwärmerohre in einem Erdgraben auf einer Baustelle mit Bäumen im Hintergrund
Heizungsrohre und Leitungen auf Baustelle mit Isolierung und Bagger im Hintergrund

Ausgangssituation

Im Rahmen des Energieeffizienznetzwerkes Region Kiel wurde festgestellt, dass bei der e-nema GmbH ungenutzte Abwärme vorhanden und dass die alte Gasheizung im nahegelegenen Gewerbe- und Technologiezentrum (GTZ) in die Jahre gekommen ist. Da der Kreis Plön langfristig alle Liegenschaften möglichst CO2-neutral beheizen möchte, bot sich eine gemeinsame Lösung über eine Nahwärmeleitung an. 

Herausforderungen

Als Erstes musste die Abwärme im Unternehmen ausgekoppelt und auf das benötigte Temperaturniveau für das Nahwärmenetz gebracht werden. Um die dafür notwendige Leistung und Redundanz sicherzustellen, war die Einbindung des vorhandenen Heizungssystems der e-nema GmbH notwendig.

Zusätzlich zur Planung des Ressourceneinsatzes musste ein komplexer Zeitplan berücksichtigt werden. Das Stellen von Förderanträgen, die Abstimmung mit allen Partnern, das Einholen der Genehmigungen von Grundstückseigentümern und der Austausch der defekten Heizungsanlage außerhalb der Heizperiode mussten zeitlich genau koordiniert und abgestimmt werden.

Lösungsansatz

In enger Abstimmung mit dem damaligen Geschäftsführer des GTZ wurde ein Timing für den Anschluss an das Wärmenetz erstellt. Ein etwaiger Ausfall der alten Heizungsanlage des GTZ während der Planungs- und Umbauphase wäre über eine mobile Heizung gedeckt gewesen. Die Projektleitung wurde vom Energieberater bm.e consult übernommen, der über ausreichende Erfahrung bei Nahwärmeprojekten bei kommunalen Energieversorgern verfügt.

Umsetzung

Bereits im Jahr 2018 wurde mit dem Leistungsverzeichnis für die Wärmetrasse begonnen. Zeitgleich wurden verschiedene Förderanträge bei der KFW und BAFA gestellt. Nach der Zusage zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn wurden Wärmetauscher bei den größeren Druckluftkompressoren installiert, die im ersten Schritt zur Brauchwassererwärmung bei e-nema GmbH und im zweiten Schritt für die Versorgung der Nahwärmeleitung dienen. Trotz der Insolvenz des zunächst beauftragten Heizungsbauers konnte ein anderes Unternehmen den Bau weiterführen und 2019 der Anschluss des GTZ an das Nahwärmenetz und die Aufnahme der Versorgung vorgenommen werden.

Hemmnisse

Die Projektplanung und -umsetzung verzögerte sich durch mehrere Verdachtsfälle und Räumungen von Kampfmitteln auf der Leitungstrasse und Grundstücken, durch die Insolvenz eines beauftragten Heizungsbauers, durch Kapazitätsprobleme bei beauftragten Rohrleitungsunternehmen, bei der Gestattung für Grundstücksnutzung sowie durch Preisverhandlungen des Wärmepreises zwischen der e-nema GmbH und dem Wärmeabnehmer.

Ergebnis

Seit 2019 läuft die Anlage der e-nema GmbH störungsfrei und versorgt die angrenzenden Liegenschaften und Privatanlieger mit CO2-neutraler Abwärme.

Das Vorhaben ist aus aktuellen Gesichtspunkten für die e-nema GmbH wirtschaftlich rentabel und spart dabei jährlich 350 MWh Energie aus Erdgas.

Das Unternehmen

Die e-nema Gesellschaft für Biotechnologie und biologischen Pflanzenschutz mbH wurde 1997 als Spin-Off der CAU Kiel gegründet und beschäftigt sich mit der großtechnischen Herstellung von Mikroorganismen, mikrobiellen Wirkstoffen und entomopathogenen Nematoden (Nützlingen) für den Einsatz im biologischen Pflanzenschutz.

Das Unternehmen hat sich zur Zielsetzung gemacht, im Jahr 2030 CO2-neutral produzieren zu können. Neben der frühzeitigen freiwilligen Energieauditierung DIN 16.247 wurde ein Transformationsplan erstellt, bereits im Jahr 2028 40 % der CO2-Emissionen einzusparen.

Der Energieberater Bernd Meier unterstützt mit seinem Unternehmen bm.e consult die e-nema GmbH und andere Unternehmen bei der Planung und Umsetzung derartiger Projekte.

Sie haben noch Fragen?

Micha Heinrichs, Projektmanager Klimaneutrales Wirtschaften
Micha Heinrichs
Projektmanager Klimaneutrales Wirtschaften SH
Telefon: +49 431 66 66 6 - 562

Veröffentlicht Dezember/2024

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