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Schutz von Ladeinfrastruktur

Sichere Ladepunkte als Grundlage für den weiteren Ausbau der Elektromobilität

Laut Bundesnetzagentur gibt es in Schleswig-Holstein derzeit 2.076 Schnellladepunkte und 5.645 Normalladepunkte (Stand: April 2026), die öffentlich zugänglich sind. Ihre Anzahl und die damit installierte Ladeleistung steigt seit Jahren stetig und ermöglicht so die zunehmende Elektrifizierung des Personennah- wie inzwischen auch des Schwerlastverkehrs. Doch nur, wenn die Ladeinfrastruktur verlässlich und sicher ist, wird sich diese Entwicklung fortsetzen. Was ist notwendig, um die Ladeinfrastruktur zu schützen? Fachkoordinator Jurek Schwekendiek von der Landeskoordinierungsstelle Elektromobilität Schleswig-Holstein steht Rede und Antwort.

WTSH Online-Redaktion: Warum wird der Schutz von Ladeinfrastruktur immer wichtiger?
Jurek Schwekendiek: Mit dem starken Ausbau der Elektromobilität nimmt auch die Zahl der Ladepunkte im öffentlichen und halböffentlichen Raum zu. Diese Anlagen stehen meistens im Freien und sind dadurch verschiedensten Risiken ausgesetzt – angefangen von der Witterung über technische Defekte und Kurzschlüsse bis hin zu Vandalismus und Diebstahl von Kabeln. Diese Vorfälle kommen nach unserem Kenntnisstand in Schleswig-Holstein immer häufiger vor. Deswegen ist es wichtig, schon bei der Planung und Installation ein Schutzkonzept mitzudenken, um Sicherheit und Verfügbarkeit langfristig sicherzustellen.

WTSH Online-Redaktion: Welche grundlegenden Anforderungen gelten denn zunächst einmal für Ladeeinrichtungen?
Jurek Schwekendiek: Ladesäulen und Wallboxen gelten als elektrische Anlagen und müssen nach den VDE-Normen, wie beispielsweise der VDE 0100-722, geplant und installiert werden. Die Normen regeln vor allem den elektrischen Schutz, zum Beispiel gegen Überspannung, Kurzschluss oder elektrischen Schlag. Für öffentlich zugängliche Ladepunkte ist beispielsweise ein Überspannungsschutz verpflichtend. Neben dem elektrischen Schutz spielen auch mechanische Maßnahmen eine große Rolle oder auch der sichere Umgang mit den Ladekabeln. Erst das Zusammenspiel der unterschiedlichen Aspekte sorgt für einen zuverlässigen Betrieb.

WTSH Online-Redaktion: Was genau bedeutet „mechanischer“ Schutz?
Jurek Schwekendiek: Ladepunkte befinden sich häufig in Parkbereichen, wo das Risiko von Anfahrschäden hoch ist. Maßnahmen wie Poller, Rammschutzbügel oder verstärkte Fundamente schützen die Anlagen effektiv. Zwar sind solche Maßnahmen nicht immer explizit normativ vorgeschrieben, sie ergeben sich aber aus der Verkehrssicherungspflicht und werden in der Praxis oft gefordert. Ladekabel sind besonders anfällig, weil sie sowohl mechanischen Belastungen als auch Diebstahl und Vandalismus ausgesetzt sind.

WTSH Online-Redaktion: Was können Betreiber tun, um Ladekabel zu schützen?
Jurek Schwekendiek:
Bauliche Lösungen können Kabelkanäle, verstärkte Kabel, Aufhängungen, Führungssysteme oder automatische Kabelaufroller sein. Auch mechanische Verriegelungen erschweren zumindest eine Demontage der Kabel. Zusätzlich installieren viele Betreiber inzwischen auch Alarmsysteme und Überwachungskameras.

WTSH Online-Redaktion: Dein Fazit zum Schutz von Ladeinfrastruktur?
Jurek Schwekendiek: Der Schutz von Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die Elektromobilität. Nur wenn Ladepunkte zuverlässig, sicher und langlebig sind, können sie dauerhaft genutzt werden. Deshalb sollten Betreiber frühzeitig auf ein ganzheitliches Konzept setzen, das technische, bauliche und organisatorische Maßnahmen kombiniert.

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