Die Gesundheitswirtschaft in China

Chancen für Unternehmen aus SH

Der Gesamtumsatz der chinesischen Big Health Industrie beträgt 2020 10,2 Billionen CNY*, umgerechnet rund 136 Mrd. EUR. Neben der gigantischen Marktgröße ist vor allem das schnelle Wachstum herausragend. So betrug zum Beispiel in Schleswig-Holsteins Partnerprovinz Zhejiang das BIP der Gesundheitsbranche von 2015 bis 2019 im Durchschnitt 11,97% im Jahr. Bis 2023 wird ein Umsatz von 14,09 Billionen CNY auf nationaler Eben erwartet. Ke Ma, Experte für die chinesische Gesundheitswirtschaft im WTSH-Büro in Zhejiangs Provinzhauptstadt Hangzhou, erläutert der WTSH-Online-Redaktion, welche Chancen sich daraus für Unternehmen in Schleswig-Holstein ergeben. 

WTSH-Online Redaktion: Wir sprechen im Bereich der Gesundheitswirtschaft von einem gigantischen Markt. Können Sie das detaillierter beschreiben?

Ke Ma: In China besteht die Gesundheitsökonomie im Wesentlichen aus zwei Bereichen: medizinische Produkte und Dienstleistungen zur Behandlung von Krankheiten und den nicht medizinischen Produkten und Dienstleistungen zur Prävention, bzw. Erhaltung und Förderung der Gesundheit. In China ist den Menschen die Prävention mehr Geld wert als die Behandlung. Ganz weit vorne sind hier vor allem die Bereiche Gesundheitsmanagement, Reformkost, Anlage- und Geräte für Gesundheitsbedarf, Kuraufenthalt bzw. Erholungstourismus, Altendienst- und Pflege, Finanzprodukte usw. In den Bereichen Reformkost und Anlage und Geräte für Gesundheitsbranchen ist die Zahlungsbereitschaft am größten.

WTSH-Online-Redaktion: Welche Chancen ergeben sich hieraus für Unternehmen aus Schleswig-Holstein?

Ke Ma: Ich sehe große Chancen für die Unternehmen aus dem echten Norden bei funktionalen Lebensmitteln und Ergänzungsmitteln, Anlagen und Geräten für Gesundheitsbedarf, Hard- und Software für Gesundheitsmanagement  sowie in der Planung von Kurorte und Erholungsgebieten. Nicht zu vergessen sind die Kooperationen im medizinischen Bereich: Labortechnik- und Geräte, pharmazeutische Prozesse und Ergebnisse, Digitalisierung und Vernetzung in der Behandlung, AI – Artifical Intelligence - für klinische Anwendungen.

WTSH-Online-Redaktion: Allerdings ist der medizinische Sektor mit vielen Regulierungen und landesweiten Bestimmungen nicht ganz einfach anzugehen. Wie können Sie Unternehmen hierbei unterstützen?

Ke Ma: Ja, das stimmt. Anforderungen an Medizinprodukte sind natürlich speziell. Wir im SHBC können hier vielfältig unterstützen: Wir finden nicht nur die richtigen Technologiepartner, sondern unterstützen auch bei Anfragen an die Regierung, bei Einfuhr und Zollbestimmungen oder auch bei den Übersetzungen der Produktunterlagen.

Das Interview führte Sabine Konejung

*Quelle: Weißbuch für Chinas Gesundheitsökonomie 2019-2020

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