Handwerksbetriebe aus dem echten Norden weltweit aktiv
Wie Aufträge in anderen Ländern erfolgreich abgewickelt werden
Die Handwerksbetriebe sind ein aktiver und dynamischer Bestandteil des schleswig-holsteinischen Wirtschaftslebens. Allein im Handwerk wird in über 30.000 Betrieben mit rund 173.000 Mitarbeitenden ein Umsatz von rund 17,9 Mrd. € erwirtschaftet. Handwerk bedeutet dabei eine Vielfalt von Berufen von A wie Augenoptiker bis Z wie Zweiradmechaniker.
Und nicht nur große Konzerne haben Zugang zu internationalen Märkten. Auch viele Handwerksbetriebe erschließen neue Absatzpotenziale im Ausland oder realisieren Projekte im Inland mit internationalen Partnern oder Subunternehmern. Gleichzeitig ist die Zusammenarbeit über Länder- und Kulturgrenzen oftmals viel komplizierter als vermutet. Sogar in europäischen Nachbarländern warten zahlreiche Fallstricke auf Handwerksbetriebe.
Hier kommt die Außenwirtschaftsberatung der WTSH mit dem Schwerpunkt Handwerk ins Spiel. Sybille Kujath und Andrea Zigahn beraten Handwerksbetriebe (und natürlich auch andere Unternehmen) mit dem Schwerpunkt auf den skandinavischen Länder Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland bei konkreten Fragestellungen. Ganz egal, ob der Betrieb ein Angebot im Ausland abgegeben hat oder ausländische Subunternehmer für ein Projekt im Inland beauftragen will. Für die Abwicklung gelten in verschiedenen Ländern neben der EU-Gesetzgebung unterschiedliche Gesetze, die Auswirkungen auf die Geschäfte haben.
Häufigster Fehler
„Tatsächlich beobachten wir häufiger, dass beim ersten Auftrag im Ausland der Gewinn eher gering ausfällt. Zum Beispiel vergessen viele Betriebe bei der Auftragsabwicklung in Dänemark auf den dänischen Durchschnittslohn die deutschen Lohnnebenkosten zu kalkulieren“, erläutert Andrea Zigahn. Auf solche Details weisen die Beraterinnen hin. Ebenso wissen sie, welche Zulassungen erforderlich sind, ob eine Steuernummer benötigt wird, welche Löhne und Tarifbestimmungen gelten oder welche Fristen und Meldepflichten einzuhalten sind. Regelmäßig stellen Sie Änderungen in der Gesetzgebung den Unternehmen in einem Newsletter zur Verfügung.
„Man sollte meinen, innerhalb der EU herrscht möglichst wenig Bürokratie, aber davon sind wir in der Realität weit entfernt. Tatsächlich wird es eher von Richtlinie zu Richtlinie unübersichtlicher, weil es unterschiedliche Umsetzungen innerhalb der EU-Mitgliedstaaten gibt, “ erklärt Sybille Kujath. Deshalb zählt auch die Lobbyarbeit zu den Aufgaben der beiden. In verschiedenen Gremien versuchen sie Einfluss zu nehmen auf die Ausgestaltung der Bürokratie, sensibilisieren für verschiedene Themen oder versuchen, ganz pragmatische Lösungen aufzuzeigen, z.B. bei den von ihnen organisierten Deutsch-Dänischen Schlossgesprächen in Glücksburg, bei denen sich Behörden beider Länder austauschen.
Erfolgsaussichten
„Die Erfolgsaussichten sind gut. Teilweise gibt es einige nötige Anfangsinvestitionen, aber wenn die ersten Hürden überwunden sind, gibt es gerade in den skandinavischen Nachbarländern gute Chancen und Möglichkeiten für Handwerksbetriebe aus dem Norden, “ wirbt Sybille Kujath. Und für die Hindernisse gibt es die entsprechende Unterstützung von den beiden Beraterinnen, die passenderweise bei den Handwerkskammern in Lübeck bzw. in Flensburg ihren Sitz haben und so nicht nur räumlich, sondern auch mit der Sprachkompetenz ganz nah an den skandinavischen Nachbarn sind.
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