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Innovation muss wieder in Fahrt kommen 

Peer Biskup, Teamleiter Innovationsberatung

Die Innovationsdynamik deutscher Unternehmen lässt massiv nach. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung zählen nur noch 13 Prozent der deutschen Unternehmen zur Innovationsspitze,  2019 waren es noch 25 Prozent. Der Anteil innovationsschwacher Unternehmen ist hingegen auf rund 40 Prozent gestiegen. Insbesondere die industrielle Kernwirtschaft, wie zum Beispiel Maschinenbau, Automobil und Chemie verliert Innovationskraft. Wie schafft es der schleswig-holsteinische Mittelstand im Rahmen seiner bislang bewährten Spezialisierungs- und Nischenstrategie dennoch innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben?

Dazu möchte die WTSH gemeinsam mit der IHK zu Lübeck einen wichtigen Impuls setzen: Mit dem Innovationstag 2026. „Die Herausforderungen unserer Zeit werden wir nicht mit Lösungen von gestern bewältigen“, meint WTSH-Innovationsberater Peer Biskup. „Darum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit neuen Ideen, Technologien und Kooperationsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Innovation beginnt oft mit einem Gespräch. Der Innovationstag 2026 soll genau dafür die Plattform bieten. Damit Innovation in unseren Unternehmen und in der Region wieder Fahrt aufnimmt." Darüber sprachen wir mit Peer Biskup, WTSH-Teamleiter Innovationsberatung. 

WTSH online Redaktion: Innovation und Internationalisierung sind wichtige Elemen­te des Erfolgsmodells der KMU in Schleswig-Holstein. Vor welchen Herausforderungen stehen derzeit die KMU im Hinblick auf ihre Innovationskraft? 
Peer Biskup: Wir wissen: die wirtschaftliche Lage ist angespannt, hohe Energiekosten, das Fachkräfteproblem belasten die Unternehmen. Gleichzeitig verändern Digitalisierung und KI die Geschäftsmodelle. Hinzu kommt, dass im Unternehmen permanent zwei zentrale Prozes­se parallel stattfinden: das laufende Geschäft und die Ent­wicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Die große Herausforderung für KMU besteht also darin, den Zeitpunkt für einen notwendigen Schritt zu mehr Innovationsfähig­keit parallel zum laufenden Geschäft nicht zu verpassen. Und momentan zeichnet sich eher ab, dass Unternehmen sich in dieser Situation verständlicherweise zunächst auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Doch wer sich ausschließlich mit den Herausforderungen von heute beschäftigt, läuft Gefahr, die Chancen von morgen zu verpassen. Aus eigener Erfahrung weiß ich nur zu gut wie schwierig es ist am Unternehmen zu arbeiten und nicht ständig im Unternehmen zu agieren. Gerade weil die Herausforderungen so groß sind, ist Innovationsgenerierung wichtiger denn je.

WTSH online Redaktion: Beobachten Sie momentan einen Wandel im Innovationsverhalten?  
Peer Biskup: Ja, das tun wir. Man agiert vorsichtiger, risikoärmer, stärker kontrolliert. Der Fokus scheint bei vielen Unternehmen auf Weiterentwicklung und Optimierung bestehender Produkte, Dienstleistungen, Angebote und Prozesse zu liegen. Dagegen stehen halt radikale Innovationen mit neuen Geschäftsmodellen. Das Thema Innovation wird seltener strategisch gesteuert und häufig situativ betrieben, also eher inkrementell. Ich nenne das die Midtech-Falle. Denn disruptive Innovationen, die etablierte Märkte aufbrechen, entstehen in der Regel durch Versuch und Irrtum. Oder etwas griffiger formuliert: Disruption entsteht dort, wo Mut auf Irrsinn und Zufall auf Vorbereitung trifft, dort wo Beharrlichkeit stärker ist als der Widerstand des Status quo. All das findet aber unter den derzeitigen Voraussetzungen kaum Platz. Dieser Trend, sich also eher situativ mit Innovationen zu beschäftigen, wurde auch in der Bertelsmann-Studie erfasst. 

WTSH-online Redaktion: Sind es denn immer die großen Innovationen, die notwendig sind, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Und wo liegen die Hürden, Innovationen – ob klein oder groß – umzusetzen? 
Peer Biskup:  Innovation bedeutet nicht zwangsläufig die nächste große Erfindung zu machen. Es sind zunächst einmal Ideen, die dann dazu führen, neue Prozesse, digitale Lösungen, effizientere Abläufe, neue Geschäftsmodelle oder neue Formen der Zusammenarbeit zu gestalten. Wichtig ist in meinen Augen der strategische Umgang mit dem Thema. Dazu gehört auch sich zu fragen, wo ist der beste Startpunkt für unser Unternehmen. Wer kann uns unterstützen? Denn KMU verfügen in der Regel nicht über eigene Innovationsabteilungen. Hinzu kommt, dass die Themen immer komplexer werden. Niemand kennt alle neuen technologischen Entwicklungen, die vielleicht für das eigene Unternehmen relevant wären. Darum brauchen gerade KMU Orientierung und unkomplizierte Zugänge zu Wissen, Unterstützung, Fördermöglichkeiten und Netzwerken. Und konkrete Ansätze und Impulse. Damit aus Ideen marktfähige Produkte werden.

WTSH online Redaktion: Und genau da setzt der Innovationstag an?  
Peer Biskup: Ja. Der Innovationstag bringt an einem Nachmittag diejenigen zusammen, die Unterstützung auf ihrem Innovationsweg benötigen. Die sich vielleicht fragen: wo und wie fange ich an? Egal ob es um Digitalisierung, KI, Fördermittel, Schutzrechte oder Energieeffizienz geht. Wir möchten in kompakter Form und persönlichen Gesprächen Orientierung geben, die passenden Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner aufzeigen und vor allem direkte Unterstützung für die nächsten Schritte geben.

WTSH-online Redaktion: Was sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende mitnehmen? 
Peer Biskup: Am besten vier Dinge: Zuversicht sowie die Orientierung für den nächsten Schritt kombiniert mit neuen Impulsen und neuen Kontakten. Wenn ein Unternehmer nach Hause geht und weiß, von wem er welche Markt- und Technologieeinschätzungen bekommen kann, welche Fördermöglichkeit infrage kommen, welche Ansprechpartner er für sein Innovationsprojekt braucht und welchen Schritt er als nächstes gehen muss, um sein Innovationsprojekt zu starten, dann haben wir unser Ziel erreicht. Und wer nicht so lange warten will, kann mich ganz einfach anrufen.  

Innovationstag in Lübeck

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Peer Biskup
Teamleiter Innovationsberatung
Telefon: +49 431 66 66 6 - 857

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