New Work und KI: Neue Technologien verändern unsere Arbeitswelt

Wie verändert KI den Arbeitsalltag? Heute: Patent- und Markenwesen

Agilität, Flexibilität und ­Kreativität werden zunehmend gefordert. Der Einsatz von KI wird daran einen großen Anteil haben. Langfristig führen – so bestätigen Studien, KI-Technologien zu höherer Arbeitsproduktivität und damit zu höheren Reallöhnen der Beschäftigten. Fakt ist auch, dass sich durch KI Tätigkeiten verändern, manche werden ggf. sogar verschwinden.  Der Einsatz von KI im Arbeitsalltag wird so individuell sein, wie die Unternehmen innerhalb einer Branche und deren Arbeitsbereiche und Aufgaben. Diesmal sehen wir uns an, wie KI die Arbeit im Patent- und Markenwesen verändert.

WTSH-Online-Redaktion: Sie arbeiten schon viele Jahre in diesem Bereich. Wie hat sich Ihre Arbeit im Patent- und Markenzentrum in den vergangenen Jahren verändert? 

Steffi Jann: Unsere Arbeit war schon immer von Wandel geprägt. Ich kann mich noch an meine Anfänge erinnern, da haben wir mit großen Disketten gearbeitet. Online erreichbare Datenbanken waren dann schon eine große Arbeitserleichterung und haben den Zeitaufwand deutlich minimiert. Und wenn man weiß, dass jährlich weltweit mehr als 3 Millionen Patente neu angemeldet werden – um nur ein Schutzrecht herauszugreifen – wird auch klar, dass wir die KI brauchen, weil Menschen diese Datenmengen mit herkömmlichen Methoden nicht mehr bewältigen können.

WTSH-Online-Redaktion: Und nun kommt New Work und damit auch die KI. Was ändert sich für die Patentfachleute in Unternehmen, Patentämtern oder Anwaltskanzleien? 

Steffi Jann: Die KI wird uns immer mehr helfen, unseren Alltag – beruflich wie privat – besser zu gestalten. Da sind wir erstmal vor allem Nutznießer. Ich sage nur autonomes Fahren, Wetterprognose oder eben die Rechercheergebnisse auf Knopfdruck. Die KI nimmt uns Dinge ab, für die wir keine Zeit oder kein Personal mehr haben. Jeder Patentverantwortliche im Unternehmen weiß, wie komplex die Schutzrechtsmaterie heute ist und wie viel Zeit es braucht, um an die relevanten Informationen zu kommen. Das wird sich ändern. Auch die Patentämter nutzen nach und nach KI-Anwendungen. So werden z.B. beim Deutschen und beim Europäischen Patentamt bereits automatische Klassifizierungssysteme eingesetzt, die auch sehr gut funktionieren. Natürliche Sprachverarbeitung und semantische Recherchen werden in unserem Bereich ebenfalls stark zunehmen.

WTSH-Online-Redaktion: Glauben Sie, dass KI die Arbeit der Patentfachleute überflüssig macht? 

Steffi Jann: KI wird die Patentfachleute keinesfalls ersetzen. Sie wird aber, wie bereits angedeutet, die Arbeit unterstützen und verbessern. Im Patentwesen haben wir es mit großen Daten­mengen und strengen Fristen zu tun. KI kann hier vor allem bei der Verwaltung und Kommunikation helfen – jederzeit und multilingual. KI-gestützte Patentrecherchen, -analysen und -bewertungen bringen wahrscheinlich bessere, vor allem aber auch schnellere Ergebnisse. Diese müssen dann aber nach wie vor in den Unternehmenskontext gebracht, d.h. für die Entscheider aufbereitet werden. Ich denke, es sind vor allem die Werkzeuge, die die Arbeit verändern werden. Die richtigen Fragen stellen und die Antworten interpretieren und einordnen müssen auch künftig die Fachleute.

 

Das Interview führte Sabine Konejung

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