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Land fördert Loppokaffee für „Kaffee-Rösterei von Morgen“

Investition in neue Rösttechnologie führt zu erheblicher Einsparung von Treibhausgasemissionen

Kiel, 2. Dezember 2025. Mit dem Umzug in den Sartori und Berger-Speicher in Kiel setzt Loppokaffee Café und Rösterei seit Ende September auf eine strombetriebene Kaffeeröstmaschine, anstatt die Kaffeebohnen weiterhin mit einem gasbetriebenen Trommelröster zu rösten. Dadurch wird das kleine Kieler Unternehmen eine erhebliche Menge an Treibhausgasemissionen einsparen. Die WTSH bewilligte die Förderung im Auftrag des Landes. Gestern überreichte Staatssekretär Joschka Knuth einen Förderbescheid aus EFRE- und Landesmitteln in Höhe von insgesamt 137.500,00 Euro aus dem Förderprogramm E³ - Energieeinspar- und Energieeffizienztechnologien und Energieinnovationen.

„Schleswig-Holstein geht bei der Energiewende in die nächste Phase. Wir wollen jetzt verstärkt auch energieverbrauchende Unternehmen dabei unterstützen, ihre Produktionsprozesse umzustellen, um auf fossile Energieträger verzichten zu können. Dafür bieten wir Beratung und Förderung an“, sagte Joschka Knuth, Staatssekretär im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur während der Förderbescheidübergabe. „Die Umstellung des Röstprozesses bei Loppokaffee zeigt praxisnah, wie Unternehmen innovative Lösungen zur Dekarbonisierung umsetzen können. Den Standortwechsel nutzt das Unternehmen, um seine Erdgasabhängigkeit zu reduzieren und neue Technologien auf Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit zu testen. Loppokaffee übernimmt damit eine Vorreiterrolle und zeigt, wie unternehmerische Verantwortung und Innovationsbereitschaft zum Klimaschutz beitragen können“, so Knuth weiter.

Der Einsatz einer elektrischen Röstmaschine steigert die Effizienz, sorgt für einen geringeren Energieeinsatz und darüber hinaus für eine hohe Treibhausgaseinsparung durch den Einsatz von erneuerbarem Strom. Dieser soll perspektivisch sogar vor Ort über eine Photovoltaikanlage lokal erzeugt werden.

„Bei Loppokaffee versuchen wir die gesamte Wertschöpfungskette des Kaffees zu nutzen“, berichtet Inhaber Axel Datschun. „Der Kaffee stammt aus biologischem Anbau und wird über das Netzwerk Roasters United direkt von den Kaffeekooperativen im Ursprung importiert. Bei jeder unternehmerischen Überlegung agieren wir seit unseren Anfängen so nachhaltig und sozial verträglich wie möglich. Die neue Röstmaschine war für uns ein logischer nächster Schritt auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft.“

Zur erfolgreichen Umsetzung des Transformationsprojekts von Loppokaffee hat das Energieeffizienz-Netzwerk für Kieler Unternehmen unter der Leitung von Anna Muche aus dem Klimaschutzteam der Landeshauptstadt Kiel wesentlich beigetragen. Sie stellte den Kontakt zu Energieberater Jörg Wortmann und zum Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften Schleswig-Holstein der WTSH her, der die Fördermöglichkeit E³ ins Spiel brachte und bei der Abwicklung mit der WTSH-Förderabteilung unterstützte.

„Der so genannte Endenergieeinsatz reduziert sich durch die energiesparende und wesentlich effizientere Technik, verbunden mit intelligenter, selbst-lernender (KI-) Software um rund 70 Prozent“, erklärt Micha Heinrichs, WTSH-Projektmanager Klimaneutrales Wirtschaften. „Primärenergetisch wird der Energieeinsatz zu Null bilanziert, da Ökostrom und zukünftig zusätzlich Strom aus der gebäudeeigenen PV-Anlage verwendet wird und dieser einen Primärenergiefaktor von null hat.“

Zum Hintergrund von Loppokaffee:
Loppokaffee ist eine Kieler Kaffeerösterei, deren Anfänge bereits im Jahr 2010 liegen. Mit erst 21 Jahren machte sich Axel Datschun selbständig mit einem eigenhändig umgebauten Kaffeefahrrad, mit welchem er zunächst auf den Kieler Wochenmärkten selbst gerösteten Kaffee anbot. Startkapital waren dabei lediglich 1000 Euro. Damit waren Axel und seine Partnerin Kira Datschun die Ersten, die modernen Specialty Coffee nach Kiel brachten. 2014 kam dann die Rösterei mit Café im Grasweg hinzu, 2019 das Café im Jungfernstieg und 2024 ein Verkaufscontainer an der Kiellinie. Von Anfang an stand Nachhaltigkeit im Fokus, zusammen mit Kaffee von höchster Qualität und bester Zubereitung. In den Cafés und auf den Wochenmärkten wird außerdem Gebäck angeboten.

Zum Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften SH:
Im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) begleitet der Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften Schleswig-Holstein kleine und mittelständische Unternehmen bei der Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen. Bei der Realisierung von Transformationsprojekten zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Einsatz Erneuerbarer Energien setzt er einen Schwerpunkt auf technische Lösungen, gibt Impulse zu aktuellen Förderprogrammen und vermittelt Kontakte zu regionalen und überregionalen Netzwerkpartnern.

Weitere Informationen finden Sie unter www.klimaneutral.sh


Verantwortlich für diesen Pressetext: Friederike Neermann | WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH | Lorentzendamm 24, 24103 Kiel | Telefon 431 66666 524 | E-Mail: neermann@wtsh.de | www.wtsh.de

Clara van Biezen, Carolin Wahnbaeck, Jonas Hippel | Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur | Mercatorstr. 3, 24106 Kiel | Telefon 0431 988-7044 | Telefax 0431 988-7137 | Presseinformationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter www.schleswig-holstein.de | Das Ministerium finden Sie im Internet unter www.mekun.schleswig-holstein.de

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