4,2 Millionen Euro für die Energiewende: Land fördert Produktionsanlage für erneuerbaren Wasserstoff
Staatssekretär Knuth: „In unserem Land herrschen die besten Voraussetzungen, Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Diesen Standortvorteil müssen wir nutzen.“
ELLHÖFT/KIEL. 10.09.2026. Mit 4.254.800 Euro fördert das Land Schleswig-Holstein die Energie des Nordens GmbH & Co. KG (EdN) beim Neubau einer Produktionsanlage für erneuerbaren Wasserstoff. Der Zusammenschluss Energie des Nordens treibt seit Jahren die Produktion von grünem Wasserstoff voran und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Energiewende.
Der Neubau am Standort Haurup in der Region Handewitt soll eine entscheidende Rolle beim Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft in Schleswig-Holstein übernehmen. Joschka Knuth, Staatssekretär im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN), überreichte heute (10.09.2026) den entsprechenden Förderbescheid an EdN-Geschäftsführer Reinhard Christiansen.
„In unserem Land herrschen die besten Voraussetzungen, Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu produzieren. Diesen Standortvorteil müssen wir nutzen – sowohl für den Klimaschutz, als auch aus wirtschaftlichen Gründen. Die Produktion von grünem Wasserstoff direkt vor Ort mit Hilfe von regional erzeugtem Windstrom erhöht die Flexibilität bei der Nutzung Erneuerbarer Energien und leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Wasserstoffstrategie des Landes“, sagte Staatssekretär Joschka Knuth im Rahmen der Bescheidübergabe.
Auf dem Weg zum ersten klimaneutralen Industrieland wird in Schleswig-Holstein ein Wasserstoffkernnetz aufgebaut, dessen erste Ausbaustufe ab 2030 umgesetzt werden soll. Der Standort Haurup spielt in diesen Planungen eine wichtige Rolle. Unter anderem, weil der Zusammenschluss Energie des Nordens dort bereits von 2020 bis 2025 eine kleinere Elektrolyseanlage (maximale Leistung 1 MW) betrieben hat. Die notwendige Infrastruktur für die Erzeugung und den Transport ist vor Ort daher bereits vorhanden. Der geplante neue Elektrolyseur verfügt über die vierfache Kapazität und ermöglicht es bei rund 4.500 Betriebsstunden (unter Volllast) pro Jahr um die 2.100 Tonnen CO2 einzusparen, wenn das zuvor eingesetzte Erdgas durch erneuerbaren Wasserstoff ersetzt wird.
„Als Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien bietet Schleswig-Holstein beste Voraussetzungen für Erzeugung, Transport und Anwendung von erneuerbarem Wasserstoff“, sagte WTSH-Geschäftsführerin Ulrike Wielatt. „Innovationsfreudige Unternehmen profitieren von sehr guten Rahmenbedingungen und vielfältigen Fördermöglichkeiten im echten Norden, sodass sich die Wasserstoffwirtschaft hier zu einem echten Ansiedlungsmagneten entwickeln kann.“
In der Anfangsphase des Projekts wird die Stromversorgung durch Windkraftanlagen sichergestellt. Auf einem benachbarten Grundstück befindet sich zudem ein Photovoltaikpark in Planung, der die Stromversorgung nach Fertigstellung per Direktleitung ergänzen soll.
Nach dem erfolgreichen Ausbau des Wasserstoffkernnetzes kann der in Haurup erzeugte grüne Wasserstoff über eine Gasübergabestation ins öffentliche Gasnetz eingespeist oder über eine Trailerstation abgefüllt und per Trailer zu Direktabnehmern transportiert werden.
Weitere Informationen zur Produktion von grünem Wasserstoff:
Erneuerbarer Wasserstoff wird von Elektrolyseuren erzeugt, die mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Bei der Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der so erzeugte klimaneutrale Wasserstoff kann als Gas gespeichert und transportiert werden. Er wird als klimaneutraler Grundstoff in der Industrie eingesetzt oder zur Herstellung synthetischer Treibstoffe verwendet.
Informationen zur geförderten Gesellschaft:
Energie des Nordens ist ein 2011 gegründeter Zusammenschluss von aktuell rund 70 Unternehmen der regionalen Erneuerbaren-Energien-Branche in Schleswig-Holstein. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Betreiber von Wind- und Photovoltaikparks sowie Energieversorger.
Hinweis an die Redaktionen:
Im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) ist bei der WTSH GmbH die Landeskoordinierungsstelle Wasserstoffwirtschaft eingerichtet worden. Sie unterstützt Akteurinnen und Akteure in Schleswig-Holstein bei der Suche nach passenden Fördermöglichkeiten, befördert den Transfer und die Vernetzung von Wissen und Kompetenzen und macht den Markthochlauf auch nach außen sichtbar.
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