Starke Nachbarn, starke Wirtschaft
Landeskoordinierungsstelle Dänemark fördert grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Austausch
Dänemark ist auf verschiedenen Ebenen Schleswig-Holsteins wichtigster Partner im Ostseeraum. In der im September 2024 verabschiedeten Dänemark-Strategie stellt das Land Schleswig-Holstein die Weichen für einen Ausbau der Zusammenarbeit in Zukunftsfeldern wie Wirtschaft und Infrastruktur, Bildung und Kultur, Umwelt, Klima und Energie sowie Digitalisierung. Die im Mai 2024 neu geschaffene Stelle der Landeskoordination Dänemark, die dem Team Europa zugeordnet und mit dem Enterprise Europe Network der WTSH verknüpft ist, ist Teil der Strategie. Was hat sich im ersten Jahr der Landeskoordinierungsstelle entwickelt? Welche Schwerpunkte wurden gesetzt und welche Ziele erreicht? Ein Zwischenbericht.
Mit Adam Butter hat die WTSH eine engagierte Person gefunden, die sich auf der deutschen, wie auch auf der dänischen Seite der Grenze gleichermaßen zuhause fühlt. In den ersten Monaten seiner neuen Tätigkeit war für Adam Butter eine „Road Show“ angesagt: Termine in Dänemark, Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin bei kommunalen, regionalen und überregionalen Wirtschaftsförderungen, Innovationsagenturen, Verwaltungen, Verbänden, Vereinen und verschiedenen Organisationen, um die zentralen Aufgaben der Landeskoordinierungsstelle vorzustellen, Chancen auszuloten und Erwartungen abzufragen.
„Dabei hat sich gezeigt, dass viele den koordinierenden Teil dieser Stelle sehr wichtig finden und vor allem da eine Lücke für die dänisch-schleswig-holsteinische Zusammenarbeit sehen“, berichtet Adam Butter. „Viele wünschen sich eine engere Vernetzung von wirtschaftlichen Multiplikatoren und Stakeholdern aus beiden Ländern und sehen darin das größte Potenzial.“ Vor allem die dänischen Wirtschaftsförderungen, Femern Belt Development und STRING Megaregion sind an einer Zusammenarbeit auch mit anderen Bereichen innerhalb der WTSH interessiert, was ein guter erster Schritt für eine langfristige, engere grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist.
„Lotse“ im Grenzland
Schon jetzt besteht – besonders im Vergleich zu anderen internationalen Märkten – zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein eine gute Zusammenarbeit. Die Landeskoordinierungsstelle, die auch an der aktuellen Bearbeitung der Internationalisierungsstrategie des Landes beteiligt ist, nutzt diese Beziehungen und Kontakte als Basis für kommende Kooperationen, aus denen neue Möglichkeiten erwachsen. „Um neue Experimentierräume für innovative Projekte zu schaffen, die Wertschöpfung und damit Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein generieren, müssen wir bestehende Barrieren weiter abbauen“, sagt Adam Butter. „Die Voraussetzungen dafür sind bei uns im echten Norden sehr gut.“
So sammelt beispielsweise das sogenannte CrossBorderPanel Hindernisse, die die grenzüberschreitende Arbeit verzögern. Initiativgeber sind hier neben den Auswärtigen Ämtern in Berlin und Kopenhagen, auch die Staatskanzlei Schleswig-Holstein und der Bevollmächtigte des Ministerpräsidenten, Johannes Callsen. Über 50 Barrieren wurden bereits identifiziert und werden nun nach und nach abgearbeitet. Unter anderem wird zum Beispiel geprüft, ob eine steuerliche Unbedenklichkeitserklärung machbar ist, die gegenüber dem Finanzamt in Flensburg erklärt, dass das dänische Unternehmen mit Ansiedlungswunsch in Deutschland alle steuerlichen Bedingungen bereits erfüllt. Ziel ist es, bürokratische Hürden zu verringern. Oft geht dies mit einer stärkeren Digitalisierung der Vorgänge einher.
Kontakt, Kommunikation, Kooperation
Das erste Danish Business Community Treffen fand im März 2025 statt und hatte das Fokusthema „Sprachanforderungen für Arbeits- und Fachkräfte im Grenzgebiet“. Bereits in Deutschland ansässige dänische Unternehmen konnten sich hier miteinander vernetzen und über Herausforderungen austauschen. „Für uns als Veranstalter (WiREG mbh, IHK Flensburg und WTSH) bot sich die Chance, die schwierigen Themen der dänischen Unternehmen in Deutschland noch besser zu lokalisieren“, berichtet Adam Butter. Das zweite Netzwerktreffen ist bereits in Planung und wird im Oktober 2025 stattfinden. Ein ähnliches Format, ein Round Table wie es ihn schon für das Grenzgebiet im Jütlandskorridor gibt, ist momentan für die Fehmarnbeltregion in der Vorbereitung. „Zusätzlich dazu freut es mich besonders, dass Dänemark offizielles Partnerland der HUSUM WIND 2025 ist“, sagt Adam Butter. „Zahlreiche dänische Unternehmen werden mit Zukunftsthemen vertreten sein und über die ganze Messewoche findet ein deutsch-dänischer Energiedialog statt.“
Im März 2025 fand im Watt’n Hus in Büsum das erste 3S Impuls Forum mit rund 80 Teilnehmenden aus Schleswig-Holstein, Region Süddänemark (DK) und Region Seeland (DK) statt. Ziel dieser Veranstaltung der Landeskoordinierungsstelle Dänemark war es, Akteurinnen und Akteure der beiden Grenzregionen – Jütlandskorridor und Fehmarnbeltregion – einander näher zu bringen und für einen fruchtbaren Austausch von Wissen und Erfahrungen sorgen. „Für das 3S Impuls Forum haben wir viel positive Resonanz erfahren, konkrete Vorschläge und Ideen für eine Verbesserung der Zusammenarbeit gesammelt sowie den Wunsch nach Wiederholung gehört“, freut sich Adam Butter.
Zwölf Monate, in denen viel passiert ist, liegen hinter Adam Butter. „Das neu etablierte Angebot der Landeskoordinierungsstelle bekannt zu machen war meine Hauptaufgabe in diesem Jahr“, resümiert er. Auch im nächsten Jahr wird er die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von deutschen und dänischen Unternehmen fördern, die Ansiedlung dänischer Unternehmen begleiten und Räume für Begegnung der beiden starken Nachbarländer schaffen.
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