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Abwärme als Energieressource wirtschaftlich nutzbar machen  

Fachberatungsstelle Abwärmenutzung identifiziert Wertschöpfungspotenziale und zeigt individuelle technische Lösungen auf 

Die Nutzung von Abwärme ist ein wichtiger Baustein der Wärmewende, da sie dazu beitragen kann, die direkte Wärmeerzeugung – die meistens noch über fossile Energieträger passiert – erheblich zu reduzieren. Damit werden Treibhausgasemissionen reduziert und Energiekosten eingespart. Unternehmen, die zusätzlich von CO2-Abgaben betroffen sind, sparen doppelt, wenn sie ihre benötigte Wärme zuvor fossil erzeugt haben. Um Unternehmen in Schleswig-Holstein bei der Ausschöpfung ihrer Abwärmepotenziale zu unterstützen, hat das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) die Fachberatungsstelle Abwärmenutzung bei der WTSH eingerichtet. Micha Heinrichs ist Projektmanager und Fachberater.  

Porträtfoto Micha Heinrichs, Projektmanager

WTSH online Redaktion: Wie weit sind die schleswig-holsteinischen Unternehmen auf dem Weg zur Wärmewende? 

Micha Heinrichs: Schleswig-Holstein hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 klimaneutrales Industrieland zu werden. Die bundesweit und in Schleswig-Holstein ausgerufenen Klimaschutzziele werden aber sowohl bundesweit als auch in Schleswig-Holstein nicht allein über den Ausbau von Erneuerbaren Energien erreichbar sein, sondern erfordern auch eine Steigerung der Einsparung und eine effiziente Nutzung von Energie. Dabei nimmt Abwärme als Energieressource einen relevanten Stellenwert ein. Zahlreiche Unternehmen aus Schleswig-Holstein haben auf der Plattform für Abwärme der BAFA ihre Abwärmemengen bereits gemeldet. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die nicht meldepflichtig sind, die aber auch über relevante, bislang ungenutzte und unvermeidbare Abwärmepotenziale verfügen. Die nötige Transformation der Wärmeversorgung geht aus unterschiedlichen Gründen eher schleppend voran.  

WTSH online Redaktion: Warum ist es so, dass die industrielle Abwärme eine bislang eher ungenutzte Energieressource bei den Unternehmen ist?

Micha Heinrichs: Seit 2022 steigen die Kosten für fossile Energieträger wie Gas und Öl, zuletzt bedingt durch geopolitische Veränderungen, stetig an. Unternehmen stehen wie private Haushalte vor der Frage, wie sie ihre Energieversorgung wirtschaftlich zukunftssicher aufstellen. Die Erschließung von Abwärmepotenzialen kann ein Ansatzpunkt sein, der bislang aufgrund von Zweifeln bezüglich der technischen Umsetzbarkeit eher hintangestanden hat. Dies ist oft auf fehlende Informationen zurückzuführen, die aber dringend notwendig sind, um unternehmerische Entscheidungen treffen zu können. Jedes Unternehmen hat individuelle Prozesse und Randbedingungen, die auch individuell bei der Erschließung der Abwärme betrachtet werden müssen.

WTSH online Redaktion: Welche Möglichkeiten der Ausschöpfung industrieller Abwärmepotenziale gibt es und welche Chancen ergeben sich daraus?

Micha Heinrichs: Eine große Wertschöpfungschance besteht erstens in der internen Nutzung der Abwärme. Intern heißt hier, die Energie direkt wieder im eigenen Unternehmen einzusetzen. Die Rückgewinnung der Wärme, beispielsweise für die Raumheizung, hat den Vorteil, dass damit eine direkte Reduzierung der Betriebskosten einhergeht. Bei großen kontinuierlichen Wärmemengen gibt es zweitens die Möglichkeit, diese in ein externes Wärmenetz einzuspeisen, wenn dieses vorhanden ist. Die Einspeisung von unvermeidbarer Abwärme in ein Wärmenetz können sich Unternehmen direkt vergüten lassen und unmittelbar profitieren. Wenn dabei noch die Verbrennung fossiler Energieträger verringert wird, geht das natürlich auch mit einer Einsparung von Treibhausgasäquivalenten einher. Das gibt Unternehmen, die von hohen CO2-Abgaben betroffen sind oder sein werden, zusätzliche Entlastung. 

WTSH online Redaktion: Wie kann die neu eingerichtete Fachberatungsstelle Abwärmenutzung Unternehmen dabei helfen, Projekte zur Nutzung von Abwärme zu identifizieren?  

Micha Heinrichs: Die Erschließung von Abwärmepotenzialen scheitert häufig an Vorbehalten, die aufgrund von unvollständigen Informationen entstehen. Die Fachberatungsstelle Abwärmenutzung setzt genau dort an. Zum einen können wir durch unsere technische Expertise eine Ersteinschätzung zu den möglichen Abwärmepotenzialen und der daraus entstehenden Reduzierung der Betriebskosten liefern. Zum anderen bringen wir die Akteurinnen und Akteure im Land, die bereits tiefer gehende Erfahrungen mit der Erschließung von Abwärmeressourcen haben, zusammen. So schließen wir gemeinsam die Informationslücken und bauen nach und nach mit den Unternehmen ein starkes Wissensfundament auf, auf dem betriebswirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden können. 

Mehr Informationen zur neuen Fachberatungsstelle Abwärmenutzung finden Sie auch unter klimaneutral.sh.
 

Ihr Kontakt zur Fachberatungsstelle Abwärmenutzung

Micha Heinrichs, Projektmanager Klimaneutrales Wirtschaften
Micha Heinrichs
Projektmanager Klimaneutrales Wirtschaften SH / Fachberatungsstelle Abwärmenutzung
Beratungsschwerpunkte: Maschinenbau, Abwärmetechnik
Telefon: +49 431 66 66 6 - 562

Unser Service

Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften SH

Gemeinsam mit unseren Partnerinstitutionen unterstützen wir kleinere und mittlere Unternehmen in Schleswig-Holstein bei der Verbesserung ihrer Energieeffizienz und der Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen.

Förderung Klimaneutrales Wirtschaften

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