Sense Of Shade
Baumschatten für Orte, an denen kein Baum wächst
Wer insbesondere im Sommer seine Mittagspause auf einer Parkbank verbringt, weiß, wie viel ein einziger Baum bewirkt. Der Schatten ist nicht nur kühler als der eines Sonnenschirms, sondern er wirkt auch anders. Das Licht wird durch das Laub gefiltert, kleine Lichtflecken wandern über den Boden und die Blätter rascheln leise im Wind. Klingt nach einer atmosphärischen Kleinigkeit – ist es aber nicht. Denn das Gehirn reagiert auf diese Reize mit Entspannung. Das Kieler StartUp Sense Of Shade, das von der WTSH von Anfang an betreut wurde, machte aus dieser Erkenntnis ein Produkt. Kurz: einen Sonnenschutz, der entspannt.
Industriedesigner Kevin Müller empfand insbesondere in der stressigen Endphase seines Studiums das Licht, das Rauschen der Blätter im Wald heilsam und entspannend. Er fragte sich, ob sich dieser Effekt gezielt nachbilden lässt. Daraus entstand die Idee für ein Produkt, das genau diese Reize erzeugt: eine gespannte Persenning mit einem ausgeschnittenen Baummuster, das Licht und Schatten in Bewegung setzt und durch das Material ein leises Rascheln erzeugt. Gemeinsam mit seinem Mitgründer Titus Bötel wurde schrittweise ein Prototyp entwickelt. Dabei wurden verschiedene Materialien bearbeitet, schnitt Strukturen hineingeschnitten und mehrere Ebenen kombiniert, um gezielt mit Licht und Schatten zu spielen. Parallel entstanden Fotos von Baumkronen, aus denen die Blattstrukturen digital herausgelöst wurden. Aus diesem Zusammenspiel von Materialexperiment und Bildbearbeitung formte sich nach und nach das prägnante Muster aus horizontal und vertikal angeordneten Blattformen: Sense Of Shade. Übrigens: zum Firmennamen und zur Marke sind sie von Anfang an auf Nummer sicher gegangen und haben sich diesbezüglich vom WTSH-Patent- und Markenzentrum beraten lassen. Und auch bei der Herstellung setzt das StartUp mittlerweile auf Sicherheit: Sunbrella®, ein wetterfestes, UV-beständiges Recycling-Gewebe mit langer Lebensdauer.
Sense Of Shade ist damit kein gewöhnlicher Sonnenschutz. Es ist vielmehr ein Gestaltungselement, das Orte beschattet und UV-Schutz bietet. Vor allem aber die Umgebung verändert, durch das, was es auslöst. Denn Terrassen, Plätze oder Höfe, an denen Shade of Sense installiert ist, gewinnen eine Qualität, die ohne Bepflanzung kaum erreichbar wäre. „Wir machen heiße Orte attraktiv und lebenswert”, beschreibt Kevin Müller kurz den Kern des Produkts. Und wer einmal darunter gesessen hat, behält es in Erinnerung: „Es geht in erster Linie natürlich darum, Schatten zu spenden, aber auch einen Ort zu schaffen, den man nicht so schnell vergisst”, meint Mitgründer Titus Bötel.
Die ersten Installationen auf dem Alten Markt, beim Waterkant Festival und an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel haben gezeigt, dass das Konzept trägt.
Sense Of Shade kann überall dort eingesetzt werden, wo Aufenthaltsqualität eine große Rolle spielt und Bepflanzung keine Option ist, z.B. Eventflächen, öffentliche Plätze und private Außenbereiche sowie Hotels und Restaurants. Mittlerweile wird das Team durch das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein unterstützt, mit dem klaren Fokus, eine effizienten Produktionskette aufzubauen. So wird mittlerweile das Schnittmuster per Laser gefertigt und die Bahnen anschließend von einer Kieler Segelmacherei vernäht. Weitere Pilotprojekte sind ebenfalls bereits in Vorbereitung. Ein System für Fenster im Innenbereich ist in Planung. Gemeinsam entwickeln sie ein Produkt, das Naturerleben an Orte bringt, an denen es bisher nicht möglich war.
Die Köpfe hinter Sense Of Shade
Ursprünglich waren Kevin Müller und Titus Bötel Nachbarn. Was zunächst als nachbarschaftlicher Austausch begann, wurde zur Gründungspartnerschaft.
Kevin Müller verantwortet Konzept, Gestaltung und Produktionsentwicklung. Er studierte Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel, wo auch die Idee zu Sense Of Shade als Bachelorthesis entstand. Titus Bötel bringt betriebswirtschaftliche Expertise aus seinem dualen Studium bei VW und anschließendem Master in BWL mit ins Unternehmen und übernimmt Kunden, Verträge und Kalkulationen.

