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Stahlbeton für die Netzinfrastruktur der Zukunft

Storm Bau GmbH fertigt Schlüsselkomponenten für den Energiesystemausbau

Das Hohner Familienunternehmen Storm Bau GmbH stellt Stahlbeton-Fertigteile her: Stützen, Balken, Binder, Fundamente, Treppen und Balkone für den Gewerbe- und den Wohnungsbau. Um den CO2-Fußabdruck des Unternehmens zu reduzieren und unabhängiger vom Energiemarkt zu werden, setzt das Unternehmen schon seit vielen Jahren auf die Eigenerzeugung von Strom mittels PV-Anlage. Zugleich ist die SH Netz GmbH derzeit einer der größten Kunden von Storm Bau GmbH: Für den Ausbau der Energieinfrastruktur, in der erneuerbare Energien integriert sind, werden für die Errichtung und den Ausbau von Umspannwerken Betonschalen für Transformatoren benötigt. Der schrittweise Übergang zu einer klimafreundlichen Energieversorgung ist für das Familienunternehmen in 4. Generation somit wirtschaftlich wie auch für die strategische Ausrichtung des Unternehmens richtungsweisend. 

An der A7 bei Rendsburg entsteht der Ersatzneubau der Rader Hochbrücke mit massiven Stahlbetonfertigteilen der Storm Bau GmbH. Copyright: JOHANN BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG

Konstruktive Betonfertigteile nach Kundenwunsch, mit einem maximalen Gewicht von 32 Tonnen und einer Länge von bis zu 27 Metern, sind die Kernkompetenz der Storm Bau GmbH. Für die maßgeschneiderte Anfertigung verfügt das Unternehmen über eine eigene Modellbauabteilung, in der alle Formen aus Holz von Hand getischlert werden. Auch der Transport zum Kunden und die Montage vor Ort übernimmt das Unternehmen. Bei großen Infrastrukturprojekten wie dem Ersatzneubau der Rader Hochbrücke bedeutet die Anlieferung der Fertigteile auch eine Entlastung von Mensch und Umwelt: Mit dem modularen Zusammensetzen der Vollfertigwände beschleunigt das Verfahren die Massivbauarbeiten erheblich und verringert den Verkehrsstau und den CO2-Ausstoß.

Die Schalen der Transformatoren in SH Netz-Umspannwerken stammen aus dem Betonfertigteilwerk von Storm Bau in Hohn. Copyright: Storm Bau GmbH

Energieaudit zeigt Stand jetzt 

Um die Verbesserung der Energieeffizienz und die Verringerung der Treibhausgasemissionen des Unternehmens ging es auch beim Energieaudit, das Storm Bau Ende letzten Jahres von Recase durchführen ließ. „Seit mehr als 75 Jahren entwickelt sich Storm Bau stetig weiter“, berichtet Julian Fröhlich, Geschäftsführer der Storm Bau GmbH. Unser Ziel ist es, das Unternehmen wettbewerbsfähig in die Zukunft zu führen. Und dazu gehört ein sehr bewusster Umgang mit dem Energiethema. Das kommt bei uns auch von innen.“  

Seit vielen Jahren betreibt das Unternehmen Photovoltaik-Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von inzwischen 169,27 kWp. Vor einigen Jahren kam noch ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 34,4 kWh dazu. Der Hauptteil des netzbezogenen Stroms wird zudem seit 2023 durch einen Öko-Stromtarif gedeckt. „Damit erreichen wir einen Autarkiegrad von 44 %. Darauf können wir stolz sein. Je unabhängiger wir vom Energiemarkt sind, desto besser“, sagt Julian Fröhlich. „Natürlich gibt es noch Handlungsfelder, die wir uns anschauen müssen: Druckluft beispielsweise, aber auch Wärmerückgewinnung oder den Kraftstoffbedarf, der allein 46 % unserer energiebezogenen Emissionen verursacht.“

Nachhaltigkeit in der Schwergewichtsklasse 

Als mittelständisches Unternehmen der Bauindustrie arbeitet die Storm Bau GmbH mit dem Werkstoff Beton, der zwar aufgrund von Eigenschaften wie gute Verarbeitbarkeit, Robustheit und Tragfähigkeit aus Bauten jeglicher Art nicht wegzudenken ist, der aber zwingend auf das Bindemittel Zement angewiesen ist. Der Zement wird unter höchstem Energieeinsatz hergestellt – und steht dem Ziel der Dekarbonisierung somit entgegen. Storm Bau bezieht den für die Produktion benötigten Zement von Holcim aus Lägerdorf: Zum einen, weil das Unternehmen regional „um die Ecke“ ist, zum anderen ist Holcim Innovationsvorreiter für CO2-Management im großindustriellen Maßstab und bietet als erstes Unternehmen in Europa für sein komplettes Zement-Portfolio produktspezifische Umwelt-Produktdeklarationen an.

„Der Energieaudit hat uns einen guten Überblick verschafft und gezeigt, wo wir schon richtig gut sind und wo wir nach Wirtschaftlichkeitsaspekten als nächstes ansetzen sollten“, ergänzt Julian Föhlich. „Unsere Kunden werden Nachhaltigkeitskriterien zunehmend nachfragen. Dafür sind wir gut gerüstet.“

Storm Bau GmbH

  • Standort: Hohn
  • Beschäftigte: 25
  • Gründung: 1947
  • Branche: Baugewerbe
  • Profil: Familienunternehmen in 4. Generation
  • Mehr Informationen: www.storm-bau.de  

Unser Service

Transfer-Hub Klimaneutrales Wirtschaften SH

Gemeinsam mit unseren Partnerinstitutionen unterstützen wir kleinere und mittlere Unternehmen in Schleswig-Holstein bei der Verbesserung ihrer Energieeffizienz und der Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen.

Best Practices in Schleswig-Holstein

Viele kleine und mittlere Unternehmen in Schleswig-Holstein gehen mit innovativen Dekarbonisierungs-projekten voran, die sowohl einen ökologischen wie auch ökonomischen Mehrwert bieten. Die Best-Practice-Beispiele fassen Herausforderungen, Lösungsansätze und Ergebnisse zusammen.

Förderung

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