Viele Chancen in herausfordernden Zeiten
Wie das SHBC China Unternehmen unterstützt
Seit Mai 2025 ist Zhen Wang Geschäftsführer des Schleswig-Holstein Business Center (SHBC) in Hangzhou und unterstützt Unternehmen aus dem echten Norden dabei, ihre Internationalisierung in China voranzutreiben.
WTSH-Onlineredaktion: Welche sind aus Ihrer Sicht aktuell die größten Herausforderungen für deutsche Unternehmen auf den globalen Märkten?
Zhen Wang: Deutsche Unternehmen kämpfen natürlich im Moment mit den globalen Konjunkturschwankungen, steigenden Produktionskosten und protektionistischen Handelsbarrieren. Das fordert mehr Flexibilität bei volatilen Absatzmärkten, erschwert aber auch den Marktzugang für Exporteure, besonders auch nach China. Die steigenden Kosten vor allem bei Rohstoffen und Energie reduzieren die Margen. Gleichzeitig sind die technologischen Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz oder die Intergration von Internet of Things essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit, nicht nur in der Automobilbranche, sondern auch in der Medizintechnik oder Data Sciences. Allerdings sind sie nicht minder herausfordernd in der Umsetzung. Sich solchen Herausforderungen nicht zu stellen, ist keine Option, denn Digitalisierung und Fachkräftemangel zwingen die Unternehmen zu strategischen Investitionen und Anpassungen.
WTSH-Online-Redaktion: Wie können Unternehmen aus Schleswig-Holstein dabei von der Arbeit Ihres Büros profitieren?
Zhen Wang: Das WTSH-Büro in Hangzhou bietet seit 1996 maßgeschneiderte Dienstleistungen in China für Markteintritt, Netzwerkaufbau und regulatorische Unterstützung, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Für den Markteintritt erstellen wir umfassende Marktanalysen, vermitteln Kontakte zu chinesischen Partnerunternehmen, begleiten Geschäfte und bieten praktische Unterstützung bei Niederlassungsgründungen. Ganz besonders hilfreich ist unser Service auch im Bereich des Netzwerkens: Wir organisieren Messebeteiligungen z.B. bei der China International Import Expo (CIIE), Delegationsreisen sowie individuelle Reisen für einen direkten Austausch mit lokalen Behörden, Firmen und Experten. Kontakte knüpfen und Beratungsgespräche führen – das machen wir natürlich auch digital oder in Deutschland, so war ich z.B. auf der Hannover Messe, um mit den Unternehmen im Gespräch zu bleiben.
WTSH-Online-Redaktion: Das WTSH-Büro in China hat seinen Sitz in Hangzhou, mitten in der Region Zhejiang. Was ist das Interessante an dieser Region?
Zhen Wang: Zhejiang ist eine wirtschaftliche Powerhouse-Region mit 66,7 Millionen Einwohnern und einem GDP von 9013,1 Mrd. Yuan (2024), geprägt durch private KMUs und Im- und Export Geschäft. Zudem dient die Region als Brückenkopf für die deutsch-chinesische Zusammenarbeit. Hangzhou ist Vorreiter im Bereich der KI und viele innovative Firmen wie Alibaba, Netease, Deepseek, Unitree und Rokid Global haben hier ihren Sitz. Auch im Bereich Industrie ist Zhejiang mit dem Ningbo-Zhousan-Hafen ein weltweit führender Handelsknotenpunkt mit Schwerpunkten in den Branchen Automotive, Maschinenbau und Pharma. Aber auch kulturell hat die Region einiges zu bieten. Hangzhou ist mit den UNESCO-Welterbestätten Westsee und Grand Canal eine großartige Kulisse auch für internationale Events wie den G20-Gipfel 2016 und die Asia Games 2023.
WTSH-Online-Redaktion: In welchen Bereichen sehen Sie für die Wirtschaft und die Unternehmen in der Zukunft die größten Möglichkeiten?
Zhen Wang: Das größte Wachstumspotenzial sehe ich in den Schlüsselbereichen Künstliche Intelligenz, grüne Energie und biomedizinische Innovationen. Diese werden auch durch konkrete Kooperationsprojekte zwischen Schleswig-Holstein und China zusätzlich unterstützt. Beispielhaft kann man hier die Anwendung von KI in der Landwirtschaft, in der Gesundheit (Diagnostik) und Mobilität nennen. Im Bereich grüner Energie sind vor allem Wasserstofftechnologien aber auch die Produktion und die Speicherung von Solar- und Windenergie gefragt. Im Bereich Life Sciences ist, auch bedingt durch den demografischen Wandel, vor allem Potenzial für biomedizinische Lösungen, personalisierte Medikamente und Telemedizin. Aktuell bieten wir für den Bereich KI und Life Science im Juni 2025 auch eine Delegationsreise an.
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