Förderprogramm „Energiewende und Umweltinnovationen“ - EUI

Mit diesem Programm wird die Entwicklung und Etablierung zukunftsorientierter Technologien und Verfahren mit besonderer Umweltrelevanz angeregt. Gefördert werden Vorhaben der experimentellen Entwicklung und industriellen Forschung, die zum Aufbau umweltfreundlicher Infrastrukturen beitragen – zum Beispiel durch die Produktion und Verteilung von Energie aus erneuerbaren Energien, durch die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz oder durch die Nutzung erneuerbarer Energien in Unternehmen.

Welche Projekte können gefördert werden?

Gefördert werden Vorhaben aus den Bereichen Energiewende und Umweltinnovationen, die in Hinblick auf neuartige Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen

  • zur Vorbereitung von Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten dienen (Durchführbarkeitsstudien) oder
  • technisch-wissenschaftliche Voraussetzungen für Neuentwicklungen schaffen oder
  • industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung beinhalten oder
  • eine erstmalige Anwendung und Validierung darstellen (Pilot- und Demonstrationsvorhaben)

Es werden Einzel- und Verbundvorhaben gefördert. Als Verbundvorhaben gilt die Zusammenarbeit mehrerer Unternehmen (wobei mindestens eines ein KMU sein muss) oder die Zusammenarbeit eines Unternehmens mit Einrichtungen für Forschung und Wissensverbreitung.

Im Themenschwerpunkt „Energiewende“ werden insbesondere Vorhaben gefördert, die

  • den Ausbau erneuerbarer Energien, deren Integration in den Markt und den regionalen Einsatz von Speichertechnologien unterstützen
  • zur Entwicklungen von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien beitragen und deren Regelbarkeit, Wirkungsgrad oder Verfügbarkeit verbessern
  • intelligente Energieverteilungssysteme ermöglichen, die Einspeisung erneuerbarer Energien in Strom- und Wärmenetze verbessern und die Netzstabilität bzw. die Effizienz steigern
  • den Energieverbrauch in Produktionsprozessen senken oder
  • die Elektromobilität stärken.

Im Themenschwerpunkt „Umweltinnovationen“ werden insbesondere Vorhaben gefördert, die

  • neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen mit besonders positiver Umweltbilanz entwickeln (z. B. Verwertungsverfahren für Abfälle, die bislang beseitigt werden müssen)
  • Rohstoffverbräuche reduzieren (z. B. durch Einsparung oder Wiedergewinnung, den Einsatz nachwachsender Rohstoffe oder organischer Reststoffe)
  • Schadstoffemissionen in die Luft (insbesondere CO?) und in den Boden verringern
  • zur Sicherung von Grund- und Oberflächenwasser und zur nachhaltigen Versorgung mit Trinkwasser beitragen, dessen Einsatz reduzieren oder eine Reduktion oder verbesserte Reinigung von Abwasser ermöglichen
  • Gefahrstoffe ersetzen oder Rohstoffe bzw. Produkte auf fossiler Basis durch biologisch-basierte Stoffe ersetzen
  • Umweltbelastungen durch neue Messtechnik besser erfassbar machen.

Wer kann Förderung beantragen?

Einrichtungen für Forschung und Wissensverbreitung sowie Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Schleswig-Holstein. Kleine Unternehmen und mittlere Unternehmen werden bevorzugt gefördert.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Unternehmen und Einrichtungen, die diese Förderung in Anspruch nehmen, sind verpflichtet, allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mindestens den in Schleswig-Holstein geltenden Mindestlohn zu zahlen (Landesmindestlohngesetz). Dieser beträgt zurzeit 9,18 Euro brutto je Zeitstunde.
  • Förderfähig sind Projekte grundsätzlich ab einem Gesamtvolumen von 150.000 Euro. Durchführbarkeitsstudien sollten ein Gesamtvolumen von 50.000 Euro nicht unterschreiten.
  • Die technischen und marktseitigen Erfolgsaussichten des Vorhabens müssen glaubhaft dargestellt werden.
  • Neben dem innovativen Ansatz und der Neuartigkeit des Vorhabens ist auch die Durchführungskompetenz des Antragsstellers nachzuweisen.
  • Die gesicherte Gesamtfinanzierung des Vorhabens muss anhand geeigneter Unterlagen nachvollziehbar belegt werden.
  • Sämtliche für das geplante Vorhaben erforderlichen Zulassungen und Genehmigungen müssen vorliegen.
  • Bei Verbundprojekten muss die wirksame Zusammenarbeit sämtlicher Verbundpartner durch eine Kooperationsvereinbarung sichergestellt werden. Die notwendigen Angaben finden Sie unter Punkt 4.6 der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung der Energiewende und von Umweltinnovationen.
  • Das Vorhaben muss in Schleswig-Holstein durchgeführt und genutzt werden.
  • Das Vorhaben darf noch nicht begonnen haben.

Wie hoch ist der Zuschuss?

Die Höhe der Förderung beträgt bis zu 25 % der förderfähigen Kosten für experimentelle Entwicklung und bis zu 50 % der förderfähigen Kosten für industrielle Forschung.

  • Für mittlere Unternehmen kann die Förderung bis zu 35 % für experimentelle Entwicklung (bzw. bis zu 60 % für industrielle Forschung) betragen.
  • Für kleine Unternehmen kann die Förderung auf bis zu 45 % (bzw. auf bis zu 70 %) erhöht werden.

Unter bestimmten Bedingungen kann für eine sogenannte wirksame Zusammenarbeit eine Förderung von bis zu 80 % gewährt werden.

Genauere Hinweise dazu finden Sie unter Punkt 5.4 der Richtlinie für die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Energiewende und Umweltinnovationen.

Schritt für Schritt zum Fördergeld

Verfahren-Grafik-Foerderprogramm-EUI

Verfahren Förderprogramm EUI

1. Projektvorschlag
Im ersten Schritt reichen interessierte Unternehmen oder Einrichtungen bei der WTSH eine Vorstellung ihres Projekts in Form eines Projektvorschlags ein. Hilfestellung bietet dabei der Leitfaden Projektvorschlag.
2. Bewertung des Projektvorschlags
Anhand des Projektvorschlags prüft und bewertet die WTSH, ob das Vorhaben grundsätzlich förderfähig und -würdig ist. Bei einer positiven Einschätzung empfiehlt die WTSH die Antragstellung.
3. Förderantrag
Auf Basis des Projektvorschlags stellt das Unternehmen oder die Einrichtung einen formgebundenen, vollständigen Förderantrag bei der WTSH. Die entsprechenden Unterlagen werden im Anschluss an ein persönliches Projektgespräch zur Verfügung gestellt.
4. Prüfung des Förderantrags und Entscheidung
Nachdem die WTSH den Förderantrag abschließend geprüft hat, trifft das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein die endgültige Entscheidung über eine Förderung. Über Förderanträge ab 500.000 Euro entscheidet das Landeskabinett.
5. Zuwendungsbescheid
Wurde der Förderantrag positiv entschieden, erhält das Unternehmen bzw. die Einrichtung einen entsprechenden Bescheid. Anschließend wird mit der Realisierung des Projekts begonnen.
6. Erstattungsantrag
Damit die für den Bewilligungszeitraum zugesprochenen Fördergelder ausgezahlt werden können, müssen in regelmäßigen Abständen Erstattungsanträge bei der WTSH eingereicht werden. Darin müssen die Projektausgaben durch Rechnungen und andere Originalbelege nachvollziehbar dokumentiert sein. Entsprechende Vordrucke erhalten Unternehmen bzw. Einrichtungen nach der Bewilligung des Förderantrags von der WTSH.
7. Auszahlung
Der Zuschuss wird nachträglich in Tranchen und auf Basis der geprüften und nachgewiesenen Projektausgaben ausgezahlt.
8. Verwendungsnachweis
Damit die WTSH prüfen kann, dass die Fördermittel zweckentsprechend eingesetzt und die Ziele des Vorhabens erreicht wurden, muss innerhalb von drei Monaten nach Ende der Projektlaufzeit ein Verwendungsnachweis eingereicht werden. Er besteht aus einem Sachbericht und Nachweisen über die Projektausgaben.
9. Verwertungsbericht
Für die Dauer von fünf vollen Kalenderjahren nach Abschluss des Projekts reicht das Unternehmen jährlich einen Bericht über die Verwertung des Vorhabens und dessen Auswirkungen ein. Entsprechende Formblätter stellt die WTSH zur Verfügung.

Ihre Ansprechpartner

Sie haben Fragen zum Förderprogramm „Energiewende und Umweltinnovationen“ – EUI? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Katja Borwig

Fachliche Beraterin Förderprogramme

Telefon: +49 431 66 66 6-8 55
Telefax: +49 431 66 66 6-7 40

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Raimund Stieler

Fachlicher Berater Förderprogramme

Telefon: +49 431 66 66 6-8 43
Telefax: +49 431 66 66 6-7 40

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