Innovation

Künstliche Intelligenz

Chancen für Unternehmen

Künstliche Intelligenz (KI) ist das neue Buzzword. So könnte, laut Prognose von PricewaterhouseCoopers das deutsche Bruttoinlandsprodukt allein durch den Einsatz von KI bis 2030 um 430 Milliarden Euro steigen. Klar ist: KI birgt Chancen und Potenziale, aber auch Herausforderungen für Unternehmen. Was bedeutet es konkret für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) im echten Norden? Birgit Binjung, Abteilungsleiterin Innovationsmanagement bei der WTSH, beschäftigt sich seit langem mit den Herausforderungen der KMU zu diesem Thema. Die WTSH-Online-Redaktion hat mit ihr gesprochen:

Jeder spricht über Künstliche Intelligenz. Was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Binjung: Es gibt eine recht anschauliche Definition von Stuart J. Russell und Peter Norvig, zwei bekannten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der KI, nach der KI-Technologien Methoden und Verfahren sind, die es technischen Systemen ermöglichen, ihre Umwelt wahrzunehmen, das Wahrgenommene zu verarbeiten und selbstständig Probleme zu lösen. Sie treffen Entscheidungen und lernen aus den Konsequenzen dieser Entscheidungen. Bei Künstlicher Intelligenz geht es nicht nur um Superroboter, sondern um technische und betriebliche Prozesse, Wertschöpfungsketten und innovative Geschäftsmodelle auf Basis von KI.

Gibt es ein paar Beispiele für solche Geschäftsmodelle oder KI-Anwendungen in Unternehmen?

Binjung: Es gibt sehr viele Beispiele. Ziemlich eingängig ist das Beispiel der Qualitätskontrolle durch Bilderkennung, -überwachung und Mustererkennung. Hier werden Algorithmen eingesetzt, die komplexe Bilder interpretieren und verstehen können. Auch der Zustand von Maschinen, Geräten, Motoren usw. kann durch KI ermittelt werden und daraus entsprechende Aussagen abgeleitet werden. Mit detaillierten Sensordaten und Algorithmen lassen sich erste Anzeichen von Defekten oder Verschleiß erkennen. So können Teile rechzeitig ausgetauscht werden, bevor sie defekt sind. Das ist wichtig im Bereich der so genannten Predective Maintenance, der vorausschauenden Wartung.

So klingt das Thema KI ganz einfach. Warum ist es trotzdem eine Herausforderung für die Unternehmen?

Binjung: In vielen mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein ist die digitale Transformation gerade angekommen. Die Innovationsberater der WTSH haben die Unternehmen für das Thema sensibilisiert, Handlungsbedarfe diskutiert und teilweise auch Umsetzungsprozesse begleitet. Nun wartet eine neue Herausforderung auf die Unternehmen. Daten, die die Digitalisierung liefert, können die Grundlage für bessere interne Prozesse, die Entwicklung neuer Produkte oder Geschäftsmodelle sein. Dazu müssen Unternehmen die Effekte und den Nutzen von KI verstehen. Erst dann werden sie KI auch einsetzen können.

Wie können Unternehmen diesbezüglich vorgehen?

Binjung: Unternehmen sollten sich fragen, welche Rolle Daten und Algorithmen für ihr Business spielen können und ob der Einsatz von KI einen Nutzen bringen kann. Dann muss geklärt werden, welche Daten bereits vorhanden sind oder beschafft werden müssen und ob und wie diese Daten für KI nutzbar sind. Im Anschluss werden Algorithmen programmiert und Bedarfe an die Hardware definiert. Und natürlich müssen Unternehmen dazu auch interne Kompetenzen aufbauen, damit die KI-Lösungen im Unternehmen verankert und weiterentwickelt werden können.

Stichwort Interne Kompetenz: Kleineren und mittleren Unternehmen fehlen häufig die benötigten Fachkräfte und Mittel für Eigenentwicklungen. Wie kann in solchen Fällen trotzdem ein KI-Projekt durchgeführt werden?

Binjung: Erstmal ist es für kleine und mittlere Unternehmen nicht unmöglich, KI-Projekte zu realisieren. Sie brauchen dafür einen schnellen und kostengünstigen Zugang zu Dienstleistungen im KI-Bereich, zu externen Wissensträgern und wissenschaftlichen Ergebnissen. Die erfahrenen Innovations- und Clusterberater der WTSH sind hierbei Sparringpartner der Unternehmerinnen und Unternehmer. Unternehmen können mit uns ihre innovativen Geschäftsmodelle diskutieren, wir können bei der Finanzierung von KI-Projekten beraten und zielgerichtet Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft vermitteln. Die WTSH verfügt über ein Netzwerk aus anderen Unternehmen, Technologie-StartUps und Hochschulen. So können die Berater kompetente und passende Kooperationspartner vermitteln. Wir unterstützen also aktiv bei der Initiierung und Umsetzung von Projekten.

Ihre Ansprechpartnerin:

Abteilungsleiterin Innovationsberatung

Name: Birgit Binjung
Telefon: 0431 – 66 66 6-8 30
Mail: binjung@wtsh.de

Bei Interesse stehen Ihnen unsere Innovationsberater gerne zur Verfügung!

Und das sagen Unternehmen aus dem echten Norden dazu:

„Künstliche Intelligenz kann dort wirken, wo klassische IT-Unterstützung aufhört und der Mensch eingreifen muss. Mit KI können das Wissen und die Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter digitalisiert und in Form eines Algorithmus erfasst werden. Damit werden zukünftige Entscheidungen und Bewertungen von der Künstlichen Intelligenz so getroffen, wie Sie sich entscheiden würden. Das Ergebnis sind schnellere Entscheidungen und eine große Zeitersparnis für das Unternehmen.“

Michael Hartke, clarifydata GmbH