154 neue Unternehmen im echten Norden

Besonders positiv sei, dass die „Pipeline“ mit interessanten Ansiedlungsprojekten derzeit sehr gut gefüllt sei. Darunter seien auch große Projekte internationaler Investoren wie der Bau eines LNG- (Flüssiggas-) Terminals in Brunsbüttel, so Meyer.

KIEL, 08.02.2017- Insgesamt 154 Unternehmen – darunter 16 Firmen aus dem Ausland – entschieden sich 2016 für den Aufbau eines neuen Standortes in Schleswig-Holstein und wollen 1374 neue Arbeitsplätze schaffen. Dieses Ergebnis stellten heute (8. Februar) Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), Dr. Bernd Bösche, gemeinsam mit Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordfriesland mbH, in Kiel vor.
Im vergangenen Jahr  siedelten sich 15 Prozent mehr Unternehmen in Schleswig-Holstein an als im Vorjahr (134). Die geplanten Arbeitsplätze liegen allerdings um 21 Prozent unter dem Vorjahreswert (1734), was auf die geringeren Betriebsgrößen der angesiedelten Firmen zurückzuführen ist. Es zeigt sich, dass bei den Ansiedlungen im Jahr 2016 die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) eine weitaus größere Rolle spielten als im Vorjahr. „Das Ansiedlungsergebnis spiegelt die mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur in Schleswig-Holstein wider. Und die Größe des Unternehmens entscheidet nicht über die Arbeitsplatzqualität. Im Gegenteil: Der Mittelstand in Schleswig-Holstein steht für nachhaltige und hochwertige Arbeits- und Ausbildungsplätze, wertvolle Unternehmenskultur, gute Aufstiegs- und Entwicklungschancen sowie Innovationskraft und internationale Ausrichtung“, kommentierte Wirtschaftsminister Meyer die Zahlen.
Besonders positiv ist die Bilanz im Bereich der Tourismuswirtschaft. Im Vergleich zum Vorjahr (210 Arbeitsplätze) wurde die Zahl der Arbeitsplätze auf knapp das Doppelte (417) gesteigert. Dieser Erfolg geht nach Angaben von Bösche und Meyer auf die erfolgreiche Ansiedlung hochwertiger Hotels und Resorts im ganzen Land zurück. So sollen etwa auf der Nordseeinsel Föhr mehr als 100 Arbeitsplätze in dem neuen “Upstalsboom Resort Südstrand“ in Wyk entstehen und die Insel Föhr als Ganzjahresdestination stärken. „Das liegt auf der Linie unserer Tourismusstrategie 2025“, sagte Meyer.
Dr. Mattias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordfriesland geht davon aus, dass der gute Immobilienmarkt nun auch zu erheblichen Neuinvestitionen an den nordfriesischen Tourismusstandorten führt. „Das wird unsere Wettbewerbsposition in Zukunft deutlich stärken“, erklärte er im Rahmen der Pressekonferenz.
Nach Aussagen von WTSH Geschäftsführer Bösche zeigen diese  hochwertigen Hotelansiedlungen aber auch, dass der in Deutschland einmalige Service - ein systematisches und zugleich individuelles Investitionsmanagement für Hotelprojekte – Früchte trage. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden im Rahmen dieses Angebots 17 Hotelprojekte realisiert und 726 Arbeitsplätze geschaffen, erklärte  Bösche.
„Der Tourismus“, so Meyer, „ist eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine unseres Landes. Er  schafft Investitionen, Beschäftigung und Einkommen und ist gemeinsam mit den erneuerbaren Energien zugleich Visitenkarte unseres Wirtschaftsstandortes.“
Auch der Bereich der Erneuerbaren Energien hat 2016 im Vergleich zum Vorjahr zugelegt: 93 Arbeitsplätze entstehen in acht Unternehmen (Vorjahr 30 Arbeitsplätze in fünf Unternehmen). Bei den Unternehmen reicht die Bandbreite vom Wartungsservice für Windkraftanlagen bis hin zu Consulting-Firmen. Insbesondere im Bereich der Wartung und Instandsetzung werden viele neue Arbeitsplätze entstehen. So wird allein das niedersächsische Unternehmen Carbon Rotec GmbH & Co Kg aus Lemwerder/Unterweser am Standort Lübeck 30 neue Arbeitsplätze schaffen. Zu den neu angesiedelten Unternehmen gehört auch die Wind to Gas Südermarsch GmbH & Co KG in Brunsbüttel. Am Standort Brunsbüttel plant die Gesellschaft  die Errichtung eines neuen Windparks sowie den Bau einer Power-to-Gas Anlage.
Meyer: „Hier tragen unsere Bemühungen, die Potenziale aus der Energie¬wende und unseres Standortes in Wertschöpfung umzuwandeln viele Früchte. Wir haben die Energiewende immer als Wertschöpfungsmotor und Verbindung von Energiepolitik, Stromerzeugung, Wärmemarkt im Windland Schleswig-Holstein mit großen Chancen für den Mittelstand und die Industrie bewertet.“
Auch der Bereich der digitalen Wirtschaft entwickelte sich positiv: in 27 Unternehmen entstehen 98 Arbeitsplätze (Vorjahr 14 Unternehmen mit 65 Arbeitsplätzen). Die Bandbreite reicht hier von IT -Dienstleistungen bis hin zu Entwicklungen von multimedialen Produktionssystemen. Im Vergleich zu den Vorjahren gab es bei den Ansiedlungen in den übrigen Branchen keine eindeutigen Schwerpunkte.
Laut Meyer und Bösche stammen 63 Prozent der neu angesiedelten Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor (2015: 58 Prozent), 25 Prozent sind dem Handel (2015: 23 Prozent) und 12 Prozent dem produzierenden Gewerbe (2015: 19 Prozent) zuzurechnen.
Auch die Anzahl ausländischer (16) Unternehmen, die sich für den Standort Schleswig-Holstein entschieden, nahm gegenüber dem Vorjahr (13) wieder leicht zu. „Im Bereich der Auslandsansiedlungen sind wir auf einem soliden Kurs“, so WTSH Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche. „Dieses Ergebnis zeigt, dass sich Schleswig-Holstein als Investitionssandort bei ausländischen Investoren als feste Größe etabliert hat.“ Aus China kommen acht Unternehmen, aus Dänemark drei und aus Irland, Belgien, Großbritannien, Japan und Taiwan jeweils ein Unternehmen.
Eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigt sich hinsichtlich der Unternehmensansiedlungen aus dem übrigen Bundesgebiet (21 Unternehmen mit 426 Arbeitsplätzen; Vorjahr: 14 Unternehmen mit 314 Arbeitsplätzen). Der damit verbundene Arbeitsplatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr liegt bei 36 Prozent. Besonders positiv sei, dass die „Pipeline“ mit interessanten Ansiedlungsprojekten derzeit sehr gut gefüllt sei. Darunter seien auch große Projekte internationaler Investoren wie der Bau eines LNG- (Flüssiggas-) Terminals in Brunsbüttel, so Meyer.

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