25 Jahre im Dienste der Innovation – ein Interview

Interview mit Birgit Binjung - WTSH Abteilungsleiterin für Innovationsmanagement

WTSH-Online Redaktion: Du bist jetzt seit einem viertel Jahrhundert für KMU im Einsatz und hilfst ihnen dabei, rechtzeitig ihre Weichen für ihre zukünftige betriebliche Entwicklung zu stellen. Was reizt Dich nach so langer Zeit an Deiner Aufgabe?

Birgit Binjung: Für mich ist es nach wie vor sehr spannend zu erleben, wie Innovationen in einem Unternehmen entstehen, wie die Umsetzung erfolgt und letztendlich aus einer Idee ein Markterfolg wird. Neue, interessante, Entwicklungen in den verschiedensten Technologiegebieten eröffnen immer wieder neue Perspektiven. Unternehmen dabei zu unterstützen, diese interessanten Entwicklungen, rechtzeitig im Blick zu haben, die eigenen Chancen zu erkennen und zu nutzen, ist nicht nur spannend und interessant, sondern bringt mir auch sehr viel Spaß. Und wir sind dafür da, Unternehmen auf diesem Weg zu begleiten mit genau den richtigen Unterstützungsangeboten.

WTSH-Online Redaktion: Was hat sich innerhalb dieser Zeit geändert im Hinblick auf die Innovationstätigkeit oder auch Innovationsfreudigkeit in den schleswig-holsteinischen KMU?

Birgit Binjung: Es heißt ja immer: „Wer nicht innoviert, der verliert.“ Für viele unserer Unternehmen ist es heute gar keine Frage mehr, innovativ zu sein, den Wettbewerber immer einen Schritt voraus zu sein und zukunftsorientiert zu handeln. Ich kann schon feststellen, dass viele Unternehmen noch innovationsfreudiger geworden sind. Wichtig hierbei ist aber ein gut strukturierter Innovationsprozess im Unternehmen, um nichts dem Zufall zu überlassen, die Ressourcen so gut wie möglich einzusetzen, schnell zu sein und sich neuester Methoden zu bedienen. Innovationsmanagement ist heute ein recht komplexer Prozess, der für viele Unternehmen eine Herausforderung darstellt, insbesondere für KMU.

WTSH-Online Redaktion: Und wie stellt  sich die WTSH auf diese Veränderungen ein?

Birgit Binjung: Unsere Angebote ranken sich rund um den Innovationsprozess in einem Unternehmen, also rund um die Ideen-, Konzeptions-, Entwicklungs-, Test- und Vermarktungsphase. Wir bieten Unterstützung bei der Ideenfindung und – Weiterentwicklung, über Patentrecherchen bis hin zum Aufzeigen von neuen Technologieansätzen und der Bewertung von Innovationen, der Begleitung von Innovationsprojekten und dem Aufzeigen von Fördermöglichkeiten für Innovationen im Bund und in Schleswig-Holstein, der Suche nach den richtigen Kooperationspartnern und der Unterstützung bei der Markteinführung in ausgewählten Schwerpunktregionen.

WTSH-Online Redaktion: Studien belegen, dass KMU sich seltener an Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (FuE) beteiligen, einen geringeren Anteil der Patentanmeldungen und Registrierungen anderer gewerblicher Schutzrechte auf sich vereinigen und seltener technologische Innovationen hervorbringen als Großunternehmen. Doch Innovationen sind der Motor für ein erfolgreiches Unternehmen. Was würdest Du gerade KMU - auch im Hinblick auf die Dienstleistungen der WTSH in diesem Bereich empfehlen?

Birgit Binjung: Ich empfehle einem KMU rechtzeitig Kontakt zu unseren Innovationsberatern und Clustermanagern zu knüpfen und deren Wissen und Unterstützung zu nutzen. Unsere Innovationsberater und Clustermanager sind begeisterte Wegbegleiter bei der erfolgreichen Umsetzung von neuen Ideen und Innovationen. Sie stellen die richtigen Fragen und finden so schnell heraus, wo und wie die WTSH unterstützen kann. Die Innovationsberater sind Ansprechpartner auf Augenhöhe, wenn es um das Thema Innovation geht. Die meisten haben langjährige Erfahrungen als Innovationsberater, verfügen über viele Kontakte zu Unternehmen und zur Wissenschaft und haben sehr gute Verbindungen zu anderen Fördereinrichtungen in Schleswig-Holstein.
Wir bieten außerdem eine Vielzahl von Veranstaltungen zu den verschiedensten Innovations- aber auch Technologiethemen. Insbesondere unsere Cluster bieten vielfältige Möglichkeiten, sich mit anderen Unternehmen zu vernetzen, zu kooperieren und mit- und voneinander zu lernen. Das sind ausgezeichnete Unterstützungsmöglichkeiten gerade für KMU zum Thema Innovation.

WTSH-Online Redaktion: Stichwort 4.0. Insbesondere KMU sind von den Herausforderungen der Digitalisierung und Vernetzung betroffen. Wie unterstützt die WTSH diesbezüglich KMU in Schleswig-Holstein?
Birgit Binjung: Das Thema Digitalisierung spielt eine große Rolle. Hier müssen gerade KMU aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren. Auch dieses Thema diskutieren wir mit den Unternehmen bei unseren Firmenbesuchen und Gesprächen. Wir bieten aber auch an, mit uns über neue Geschäftsmodelle nachzudenken, dafür nutzen wir moderne Methoden wie z.B. das Canvas Business Modell und natürlich begleiten wir die Unternehmen dann auch, wenn es zur Umsetzung der Ideen kommt.

WTSH-Online Redaktion: Wie würdest du mit Blick in die Zukunft dein persönliches Ziel im Hinblick auf deine Aufgaben beschreiben?

Birgit Binjung: Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Unternehmen Märkte und Entwicklungen intensiv zu analysieren, neue Geschäftsmodelle zu kreieren und auf dieser Grundlage Innovationsprojekte aufzusetzen. Das sind für uns Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Meine Aufgabe ist es, rechtzeitig neue Anforderungen bei den schleswig-holsteinischen Unternehmen zu erkennen und dafür zu sorgen, dass wir die richtigen Unterstützungsangebote vorhalten und unsere Mitarbeiter für die daraus resultierenden neuen Aufgaben gewappnet sind. Mein Wunsch: Unternehmen denken beim Stichwort „Innovation“ zuerst an die WTSH.

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