Das hat sich gewaschen – mobile „Rübenwaschanlage“

Land fördert AMB Anlagen- und Metallbau GmbH mit 200.000 Euro

Kiel, 16.02.2011  – Zuckerrüben geben süße Energie – das ist bekannt. Als Energieträger in Biogasanlagen stehen Rüben eher noch in den Anfängen. Das hat den Grund, dass die Rüben für diesen Verwendungszweck einem besonderen Reinigungsverfahren unterzogen werden müssen, das bisher nur sehr aufwendig und kostenintensiv durchgeführt werden konnte. Mit der Entwicklung einer „Rübenwaschanlage“ will das Unternehmen AMB Anlagen- und Metallbau GmbH (AMB) aus Sörup ein mobiles Reinigungs- und Entsteinungsverfahren für Zuckerrüben entwickeln, das den Anforderungen von Biogasanlagen gerecht wird und den Kundennutzen für die Landwirte erhöht. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt und fördert dieses Entwicklungsvorhaben mit 200.000 Euro im Rahmen des Förderprogramms „Umweltinnovation“ (Zukunftsprogramm Wirtschaft). Beim Einsatz von Rüben in Biogasanlagen sind Sauberkeit und Steinfreiheit das oberste Gebot. Die ideale Form eines Zuckerrübeneinsatzes wären gewaschene Rüben mit möglichst wenig Erd- und Steinanteil, die ähnlich wie in der Fabrik geschnitzelt werden und so in den Bioreaktor der Biogasanlage in frischen Zustand gelangen. Diesem Sauberkeitsanspruch werden aber bisher nur die stationären Anlagen an den Standorten der Zuckerfabriken gerecht, die allerdings alle außerhalb von Schleswig-Holstein liegen. Für Rübenbauer in Schleswig-Holstein bedeutet das lange und kostenintensive Transportwege, so dass es für sie nicht mehr rentabel ist, Zuckerrüben in der Fruchtfolge anzubauen. So ist die Anbaufläche für Zuckerrüben in Schleswig-Holstein von ca. 12.600 ha auf 6.900 ha in den letzten Jahren gesunken. Für die Anforderungen der Rübenreinigung „vor Ort“ bestehen bisher keine Lösungen mit befriedigenden Arbeitsergebnissen und brauchbaren Durchsatzmengen. Bei den bisherigen mobilen Reinigungssystemen besteht das Problem, dass Reste wie Blattwerk oder Wurzelfasern die Reinigungstrommel verstopfen können und Fremdkörper, die die gleiche Größe wie Rüben haben, nicht selektiert werden. AMB arbeitet nun in dem Projekt „Rübenwaschanlage“ an der Entwicklung eines mobilen Reinigungsverfahrens für Zuckerrüben, das die Sauberkeitsanforderungen von Biogasanlagen mit einer Steinfreiheit von fast 100 Prozent erfüllt und dabei besonders Ressourcen schonend ist, vollständig auf chemische Zusätze verzichtet und eine Belastung der Abwassersysteme vermeidet. Um dieses zu gewährleisten durchlaufen die Rüben verschiedene Reinigungsvorrichtungen mit hoher Fließgeschwindigkeit des Wassers, schwere Fremdkörper sammeln sich am Behälterboden und können leicht entfernt werden, und sogar das Waschwasser wird nach der Reinigung durch ein Sieb wieder dem Kreislauf zugeführt. Bereits jetzt gelingt es, mit den Ansprüchen des Verfahrens eine Durchsatzmenge von mehr als 100 Tonnen Rüben pro Stunde zu reinigen. „Der nächste Entwicklungsschritt wäre, die mobile Rübenwaschanlage in bestehende Rübenrodemaschinen zu integrieren. Damit könnte die Zuckerrübe direkt am Feldrand im gereinigten Zustand in transportfähigen Brei, als stapelbare Pellets verarbeitet oder für eine weitere Nutzung vorbereitet werden, “ so Holger Frauen, Geschäftsführer der AMB, “ Wir haben bereits mit namhaften Unternehmen Kontakte geknüpft.“ „Dieses Projekt dient nachhaltig der Umweltschonung. So können mit diesem Entwicklungsvorhaben Zuckerrüben als weitere Energiepflanzen neben dem Mais für den Einsatz in Biogasanlagen tauglich gemacht werden. Dem immer stärkeren Maisanbau mit seinen problematischen Nebenwirkungen kann durch die Erschließung der Energiepflanze „Zuckerrübe“ entgegen gewirkt werden. “, so Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) bei der Förderbescheidübergabe. „AMB kann sich mit diesem eigenständigen Produkt vom handwerklichen Unternehmen zum Industrieunternehmen weiterentwickeln.“ Die AMB Anlagen- und Metallbau GmbH will mit dem Entwicklungsvorhaben bis zum Jahr 2015 fünf neue Arbeitsplätze im eigenen Betrieb schaffen. Zudem dient das Projekt der langfristigen Sicherung von 24 bestehenden Arbeitsplätzen. In das Zukunftsprogramm Wirtschaft fließen im Zeitraum 2007 – 2013 rund 704 Millionen Euro für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein, davon rund 374 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), rund 208 Mio. Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) sowie ergänzenden Landesmitteln in Höhe von rund 122 Mio. Euro. Mehr Informationen im Internet: www.zukunftsprogramm-wirtschaft.schleswig-holstein.de Verantwortlich für den Text: Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH, Ute Leinigen, Lorentzendamm 24, 24103 Kiel, leinigen@wtsh.de Ansprechpartner: Martin Eckhard, Tel.: 0431-66666-842, Fax: 0431-66666-768, eckhard@wtsh.de

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