Der echte Norden gründet innovativ

2018: Erste 4 Gründungsstipendien vergeben

Kiel, 29. Juni 2018 Gute Ideen zu Geld machen – das ist das Ziel vieler Studierenden und Hochschul-Absolvent/-innen. Unterstützung hierzu gibt es in Schleswig-Holstein seit 2016 unter anderem auch im Rahmen des „Gründungsstipendiums Schleswig-Holstein“. Im Auftrag des Landes wurden 2018 von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) bereits vier Gründungsstipendien an Hochschul-Absolventen/-innen und Studierende gewährt, die an überzeugenden Konzepten mit Perspektive für ein marktfähiges Unternehmen arbeiten: Kristina Engel und Alexander Kirtzel erhalten das Stipendium für „elbMetrics“, einem Tool zur detaillierten Analyse des Nutzerverhaltens auf Websites. Henrik Langer und David Knop für „Instruments of Things“, einem Produkt zur Erweiterung etablierter, elektronischer Musikinstrumente um neue Interaktionsmöglichkeiten. Christina Lehmann und Anja Kromer erhalten das sechsmonatige Stipendium für „Umtüten“ – dahinter verbergen sich Produkte als nachhaltige Alternative zu Einwegpapiertüten. Michel-Christopher Voigt wird bei der Entwicklung und Umsetzung der Geschäftsidee zum „Fixeur“ unterstützt; der kleinsten  Fahrradtaschenhalterung der Welt, das von seinem Teamkollegen Volker Breust technologisch entwickelt wurde.

Die Geschäftsideen:
elbMetrics
Hinter elbMetrics  verbirgt sich ein Tool zur detaillierten Analyse des Nutzerverhaltens auf Websites, das von Kristina Engel und Alexander Kirtzel entwickelt und vertrieben wird. Insbesondere für Onlineshop-Betreiber ist eine umfangreiche Analyse von Webseitenbesuchern essentiell. Dafür gibt es unter anderem das marktführende Analysetool „Google Analytics“. Hiermit werden jedoch keine Daten geliefert, die Aufschluss über das individuelle Verhalten der Websitebesucher in einem gegebenen Kontext geben. Damit fehlt den Online-Shopbetreibern  der wertvolle „Blick über die Schulter“ der Besucher. Genau hier setzt elbMetrics in Form eines Zusatzpakets/Add-ons für Google Analytics an. Ziel dieses Add-ons ist es, Optimierungspotenziale der Websites zu  identifizieren. Zur Zielgruppe gehören Onlineshop-Betreiber, die bereits Google Analytics nutzen und eine erweiterte Datenauswertung benötigen, die die herkömmlichen Dienste von Google Analytics übersteigt. Weltweit verwenden 60 Millionen Onlineshops Google Analytics um ihre Websitenutzung auszuwerten. In Deutschland sind es mehr als 600.000 Onlineshops. elbMetrics hat einen Algorithmus entwickelt, um die bislang nur für Informatiker lesbare & umsetzbare „Google-Autotrack-Bibliothek“ zu ersetzen und somit Enhanced E-Commerce massentauglich zu machen. Für elbMetrics sind keine Programmierkenntnisse erforderlich. Zudem können weniger Kennzahlen ausgewertet werden als bei elbMetrics. Das elbMetrics-Team beschränkt sich zunächst auf den deutschen Markt, langfristig planen Engel und Kirtzel eine Internationalisierungsstrategie. Ebenso streben sie eine  Zertifizierung des Add-ons durch Google an. Aber auch unabhängig von der Zertifizierung kann das Add-on vollumfänglich auf dem Markt etabliert werden.

Kristina Engel und Alexander Kirtzel sind Master-Absolventen der Fachhochschule Wedel in den Fächern E- Commerce und Wirtschaftsinformatik. Sie sind  die ersten Gründungsstipendiaten der FH Wedel und werden während der Laufzeit von ihrer Hochschule und einem Mentor der  P3 aviation GmbH, Hamburg betreut. „Das Gründungsstipendium verleiht uns Seriosität gegenüber wichtigen Stakeholdern. Zudem haben unsere Ansprechpartner im Stipendienprogramm immer ein offenes Ohr für uns“, so Kristina Engel.

Instruments of Things
„Instruments of Things“ richtet sich an Künstler und Musikproduzenten aus dem Bereich der elektronischen Musik sowie an Hobbymusiker. Insbesondere fokussieren sie den Markt der modularen Synthesizer, welche individuell aus einzelnen Modulen, mit unterschiedlichen Funktionen zusammengestellt und mithilfe von Kabeln miteinander verbunden werden.

Das Bluetooth Modul:
Für diese Zielgruppe entwickeln Henrik Langer und David Knop ein Modul, um bestehende Modularsysteme um neue Interaktionsmöglichkeiten mithilfe von verschiedenen Sensordaten zu erweitern. So können beispielsweise bestimmte Klangeigenschaften, wie die Tonhöhe, durch die Lage und Bewegung eines Arms gesteuert werden. Dadurch möchten sie Künstlern einen größeren Spielraum zur Gestaltung ihrer Live Auftritte durch Betonung der Musik mithilfe von Gestiken bieten und somit einzigartig zu gestalten. Aber auch experimentierfreudigen Amateuren soll ein einfacher und verspielter Zugang zu elektronischen Musikinstrumenten geboten werden. Während des Gründungsstipendiums soll das Modul für neue Interaktionsmöglichkeiten zur Marktreife entwickelt werden.
Henrik Langer ist Master Absolvent im Fach Information Engineering der FH Kiel. David Knop ist Masterstudent im Fach Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Während des Gründungsstipendiums werden sie begleitet von  der Fachhochschule Kiel. Neu im Team ist  Niko Schöning, der an der Christian-Albechts-Universität zu Kiel ein Bachelorstudium der Volkwirtschaftslehre absolvierte. „Mithilfe des Gründungsstipendiums haben wir die Ressourcen zur Realisierung unserer ersten Produktidee, die aus der Leidenschaft zur elektronischen Musik entstanden ist“, meint Henrik Langer.

Hinweis an die Redaktionen:
Die komplette Entstehungsgeschichte von Instruments of things erfahren Sie in einer Pressemitteilung der Fachhochschule Kiel. www.fh-kiel.de

Umtüten:
Die Idee hinter „Umtüten“ konkretisiert sich in zwei Produkten; die Snack- und die Broot-Tüüt. Hierbei handelt es sich um ökologisch, fair und lokal produzierte Bio-Baumwoll-Tüten mit einem abwaschbaren Inlay auf Basis pflanzlicher Stärke, die eine  umweltfreundliche Alternative zur Einwegpapiertüte darstellen. Die Idee ist grundsätzlich nicht neu. Umtüten grenzt sich jedoch durch einen geringen Preis, hochwertige, ökologische Materialien, große Einsatzvielfalt, individuellen Siebdruck, Variierung der Tütengröße sowie Unterstützung der Kunden hinsichtlich der Außenkommunikation für ein nachhaltiges, verantwortungsvolles Handeln ab. Zur Zielgruppe gehören Geschäftskunden, wie zum Beispiel Bäckereien und Bio Supermärkte und ökologisch orientierte, gesundheitsbewusste Endkonsumenten. Der Vertrieb der Produkte erfolgt maßgehblich über das B2B-Geschäft. Endkonsumenten  können Produkte auch über den eigenen Online-Shop erhalten.
Christina Lehmann und Anja Kromer sind Master-Absolventinnen der Christian Albrechts Universität zu Kiel in den Fächern Environmental Management und Sustainability Management. Die Stipendiatinnen werden während der Laufzeit des Stipendiums von der Kiel School of Sustainability der CAU und von dem Campus Businessbox e.V. unterstützt. „Wir haben Einweg satt, meinen  Anja Kromer und Christina Lehmann. Vielen Dank für die tolle Möglichkeit, mit dem Gründungsstipendium SH aus unserem Umweltprojekt ein Unternehmen zu machen!“

Fixeur:
Die Idee von Michel-Christopher Voigt und Volker Breust heißt „Fixeur“. Dahinter verbirgt sich zum einen der sogenannte, bereits entwickelte Fixeur selbst, die kleinste und leichteste Fahrradtaschenhaltung der Welt, zum anderen die  Entwicklung und der Vertrieb von hierzu passenden Taschen. Das Vorhaben adressiert den urbanen Fahrradzubehör-Markt und bietet die Möglichkeit, Taschen trotz eines fehlenden Gepäckträgers am Fahrrad zu befestigen. Bei dem Fixeur handelt es um eine kleine Aluminiumhalterung, die an der vorderen Radgabel befestigt wird. Die Fixeur-Taschen werden über den Lenker gehängt und über eine auf der Rückseite befestigte Kohlefaserstange an das Fahrrad fixiert, um gefährliches Schwingen der Tasche zu unterbinden. Vorrichtung und Tasche sind entsprechend des Kundenanspruches minimalistisch-modern. Der Fixeur richtet sich eigentlich an alle Fahrradfahrer und Fahrradtypen, die Wert auf die minimalistische Optik ihres Rades legen. Um notwendige Herstellkosten decken zu können und zudem die online-und designaffine Zielgruppe auf das Produkt aufmerksam zu machen, wird aktuell an einer Crowdfunding-Kampagne gearbeitet. Weiterhin sollen die Produkte in der ersten Unternehmensphase über einen eigenen Onlineshop vertrieben werden. Es folgt die Vermarktung über den stationären Handel mit ausgewählten Partnern. Das Unternehmen wird in Zukunft Fixeur Studios genannt.

Michel-Christopher Voigt ist Master-Absolvent im Fach Medienkonzeption der Fachhochschule Kiel. Während der Laufzeit des Stipendiums wird Voigt  von der Fachhochschule Kiel und dem Campus Businessbox e.V. betreut. „Das Gründerstipendium der WTSH ermöglicht uns die Umsetzung unserer Vision, die kleinste und leichteste Fahrradtaschenhalterung der Welt auf den Markt zu bringen und Fahrradtaschen zu entwickeln, die perfekt auf den urbanen Fahrradfahrer zugeschnitten sind“, so Michel Voigt.
www.fixeur-studios.com



Einladung an die Redaktionen:
Sie haben die Möglichkeit am 19. Juli 2018 um 13:00 Uhr, alle Teams und weitere Stipendiatinnen und Stipendiaten kennenzulernen. Nähere Informationen folgen in Kürze.




Die Vergabe der Stipendien erfolgte nach einem Pitch der Teams  vor der Auswahl-Kommission bestehend aus Vertretern des Landes, der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG), der Hochschulen sowie Unternehmerinnen und Unternehmern.

Das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein:

Das Land Schleswig-Holstein hat gemeinsam mit der IB.SH und der MBG bis Ende 2019 insgesamt eine Million Euro für das Gründungsstipendium bereitgestellt. Mit den Mitteln sollen jährlich fünf bis sieben Gründungsvorhaben gefördert werden. Anders als vergleichbare Angebote zur Finanzierung von Gründungsvorhaben ist dieses Stipendium unter anderem dafür vorgesehen, die Lebenshaltungskosten der zukünftigen Unternehmer in der Vorbereitungsphase vor und während der eigentlichen Gründung zu tragen. Die Gründung muss in den ersten drei Monaten des Stipendiums erfolgen.

Die WTSH gewährt das Gründungsstipendium im Auftrag des Landes. Bereits in der Vorgründungsphase prüft sie in Zusammenarbeit mit den Hochschulpartnern, ob Gründungsvorhaben die Voraussetzungen erfüllen, durch die Gewährung  eines Gründungsstipendiums gefördert zu werden. „Die Stipendiaten/-innen sollen sich – unterstützt durch diese Förderung während der sechs Monate Laufzeit – voll und ganz auf die Weiterentwicklung und Erprobung ihres Geschäftsmodells und auf die Gründung ihres Unternehmens konzentrieren können. Außerdem wollen wir die Stipendiaten auch untereinander frühzeitig eng vernetzen und ihnen die Möglichkeit geben sich mit anderen Gründern, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, auszutauschen. Aus diesem Grund laden wir unsere Stipendiaten alle sechs Wochen zu einem Stipendiatentreffen ein.“, so Mandy Hörl, Projektmanagerin StartUp Förderung & Finanzierung bei der WTSH. „Bis zum Ende dieser so genannten Pre-Seed-Phase soll dann ein komplett ausgearbeiteter Businessplan vorliegen – als elementare Grundlage, um anschließend weitere Mittel für die Unternehmensgründung einzuwerben.“

Das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein soll Studierenden und Hochschul-Absolventen/-innen mit innovativen und marktfähigen Ideen den Weg in die Selbstständigkeit ebnen. Absolventen/-innen und Studierende mit einer Erfolg versprechenden Geschäftsidee, die sich für ein Stipendium bewerben wollen, wenden sich an die Verantwortlichen zum Thema Unternehmensgründung an ihrer Hochschule oder an die WTSH.

Ansprechpartnerin Gründungsstipendium Schleswig-Holstein: Mandy Hörl | Projektmanagerin StartUp Förderung & Finanzierung | WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig Holstein GmbH | Lorentzendamm  24, 24103 Kiel | Telefon 0431 66666 849 | E-Mail: hoerl@wtsh.de | www.wtsh.de

Verantwortlich für diesen Pressetext: Ute Leinigen | WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig Holstein GmbH | Lorentzendamm 24, 24103 Kiel | Telefon 0431 66666 820 | Telefax 0431 66 66 6 769 | E-Mail: leinigen@wtsh.de | www.wtsh.de

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