Großer Erfolg: WTSH Veranstaltung „Patentstrategien“

Wann ist Patentschutz sinnvoll? - die Schutzrechtsstrategie als Teil der Innovations- und Unternehmensstrategie

Kiel, 24. September 2019- Produkte, Verfahren und Dienstleistungen müssen kontinuierlich optimiert werden, um neue Kunden zu erschließen und bestehende nicht zu verlieren. Darum wird es insbesondere im Rahmen der Globalisierung immer bedeutender, eigene und fremde Schutzrechte zu kennen, zu analysieren und zu bewerten, um den technologischen Vorsprung seines Unternehmens zu sichern. Doch wie sollen insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen vorgehen, um die richtige Patentstrategie zu entwickeln? Rund 60 Teilnehmer der Veranstaltung „Patentstrategien – „Patentstrategien - die Schutzrechtsstrategie als Teil der Innovations- und Unternehmensstrategie“ stellten sich heute (24.09.2019) dieser Frage. Zu praxisnahen Workshops und zum inhaltlichen Austausch mit hochkarätigen Referenten hatte die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) eingeladen. Diese Veranstaltung setzte eine Reihe fort, die bereits im vergangenen Jahr mit großer Resonanz durchgeführt wurde.
„Nach dieser Veranstaltung kann ich einordnen, ob eine Patentanmeldung für mein Unternehmen eine sinnvolle Option ist“, sagte Teilnehmer Markus Thot von Effizienzkompass.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde deutlich, dass effektive Patentstrategien helfen, den technologischen Vorsprung im Markt abzusichern. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist dies überlebenswichtig allerdings oftmals nicht einfach. "Patentstrategie ist ein vielfach gebrauchter Begriff", erklärte Steffi Jann, Teamleiterin des WTSH Patent- und Markenzentrums, während der Veranstaltung. „Jeder hätte wohl gerne so etwas wie einen Leitfaden dafür. Aber das Thema ist komplex, denn es geht nicht nur darum, Patente anzumelden, sondern um die Entwicklung einer Strategie, die zum Unternehmensziel passt und um Investitionen, die in einem sinnvollen Kontext getätigt werden sollten.“ „Da bedarf es gründlicher Abstimmung mit anderen Unternehmensbereichen, insbesondere mit der F&E und der Geschäftsführung“, so Jann weiter.
Worum geht es bei einer Patentstrategie? Wann ist der geeignete Zeitpunkt, um innovative Ideen zum Patent anzumelden? Und wie melde ich meine innovative Idee am besten an? Diese Fragen wurden im Verlauf der Veranstaltung beantwortet.
Im Rahmen des ersten Vortrags ging Patentanwalt Dr. Linus Lindfeld auf die Frage ein, wann Patentschutz wichtig ist und wann nicht. Er machte deutlich, wie bedeutend es ist, vorab zu klären, welche Argumente für und gegen eine Patentanmeldung sprechen. Darüber hinaus stellte er Alternativen zur Patentanmeldung vor.
Dr. Thomas Müller, Geschäftsführer der ATHENA Technologie Beratung GmbH, Paderborn, erklärte in seinem Vortrag, dass die Schutzrechtsstrategie einen planvollen, systematischen und taktischen Umgang mit technischen Schutzrechten umfasst. Ebenso sollte identifiziert werden, welche Länder und Märkte für das eigene Unternehmen von Interesse sein könnten und wo es reelle Chancen gibt, seine Schutzrechte durchzusetzen oder auch gegen Schutzrechtsverletzungen vorzugehen. In den Vorträgen wurde deutlich, dass nach der Klärung dieser wichtigen Fragen und unter Berücksichtigung der Kosten entschieden werden sollte, wann und wo Patente angemeldet werden sollten.
„Als Patentbeauftragter unseres Unternehmens wurde ich durch die Vorträge in der Veranstaltung in unserer Strategie bestätigt“, erklärte Heino Hansen von der Holm & Laue GmbH & Co. KG in Westerrönfeld.
In anschließenden Workshops hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, zwei Softwaresysteme kennenzulernen. So stellte WTSH Patentexpertin Steffi Jann PatScenario vor. PatScenario wurde von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Patentinformationszentren (der auch das WTSH Patent- und Markenzentrum angehört) entwickelt, um für gewünschte Zielländer unterschiedliche Anmeldeszenarien unter Kostengesichtspunkten vergleichbar zu machen. PatScenario berücksichtigt zum Beispiel neben den Amtsgebühren der einzelnen Länder auch die Patentanwalts– und Übersetzungskosten. Das WTSH Patent- und Markenzentrum stellt PatScenario gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung.
Ebenso wurde PIKAS in einem Workshop vorgestellt. PIKAS hilft bei der Überwachung von Patenten und Wettbewerbern sowie der Inhouse-Archivierung und Bewertung der Dokumente. Insbesondere kleine und mittleren Unternehmen bietet PIKAS die Möglichkeit, Technologien und Patente effizient zu nutzen und zu bewerten. Auch PIKAS wird vom WTSH Patent- und Markenzentrum zur Verfügung gestellt.
Steffi Jann zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung: „Gerade im Hinblick auf die Globalisierung wird es insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen immer wichtiger, eigene und fremde Schutzrechte zu kennen, zu analysieren und zu bewerten, so Jann. Diesen Anforderungen im Rahmen einer Innovationsstrategie des eigenen Unternehmens gerecht zu werden ist für viele kleinere und mittlere Unternehmen eine sehr große und immer sehr individuelle Herausforderung. Darum ist es für uns besonders wichtig, hier konkrete, praxisnahe Unterstützung zu geben. Ich denke, dass wir heute diesbezüglich sehr viel Input geben konnten.“




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Ute Leinigen | WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig Holstein GmbH | Lorentzendamm 24, 24103 Kiel | Telefon 0431 66 66 6-8 20 | Telefax 0431 66 66 6-7 69 | E-Mail: leinigen@wtsh.de | www.wtsh.de

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