Land fördert Seismometer-System der Firma K.U.M. mit rund 329.000 Euro

Minister Meyer: „Ein ‚Hidden-Champion‘ schafft langfristig Arbeitsplätze“

KIEL. Durch die genaue Beobachtung des Meeresbodens können Forscher unter anderem Erdbeben frühzeitig erkennen oder Öl- und Gasvorräte ausfindig machen und vielleicht schon in wenigen Jahren Erdbeben frühzeitig erkennen. Dazu nutzen sie Ozeanboden-Seismometer-Systeme (OBS), die in mehreren tausend Metern Tiefe Druckwellen und Bewegungen des Untergrunds messen. Die Kieler K.U.M. Umwelt und Meerestechnik GmbH entwickelt mit NAMMU (New Adaptive Marine Multidiscipline Underwater Unit) jetzt ein OBS, das auch in Tiefen von mehr als 6.000 Metern über einen Zeitraum von 24 Monaten hochpräzise Messungen bei minimalem Energieverbrauch durchführen kann. Das Land Schleswig-Holstein fördert dieses Entwicklungsvorhaben mit rund 329.000 Euro. „Mit dieser innovativen und leistungsstarken Lösung wird K.U.M. seine Marktführerschaft im Bereich der OBS-Systeme weiter ausbauen können“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute (17. Januar). K.U.M. sei bereits führender Hersteller von OBS-Systemen mit hochwertigen Titandruckrohren. Die seien als druckfeste Behälter für Batterien und Datenrekorder besonders stabil, korrosionsbeständig und vibrationssicher, allerdings auch mit hohen Herstellungskosten verbunden. Mit diesem Projekt will K.U.M. fünf bestehende Arbeitsplätze sichern und 13 neue Arbeitsplätze bis 2020 schaffen. Darüber hinaus erwartet das Unternehmen einen zusätzlichen positiven Effekt in Form von sieben neuen Arbeitsplätzen bei Zulieferern und Partnern aus Schleswig-Holstein. Bei NAMMU soll erstmals neu entwickeltes Batteriemanagement zum Einsatz kommen, so dass auf die bisher verwendeten Lithium-Einwegbatterien verzichtet werden kann. Weitere technische Neuerungen sollen den Zugriff auf das Innere der Druckkörper überflüssig machen. Zusammen mit der längeren Batterielaufzeit können sie Systeme so über zwei Jahre kontinuierlich aufzeichnen. Ebenfalls sollen neue Materialien für die Druckkörper und den Auftrieb zum Einsatz kommen, die das System kleiner und robuster machen. So können bei gleichen Einsatzkosten wesentlich mehr Geräte benutzt werden. Herzstück von NAMMU soll ein neu entwickelter Datenrekorder sein, der bei minimalem Energieverbrauch nicht nur seismologische Ereignisse aufzeichnet, sondern auch Elektromagnetik-Untersuchungen ermöglicht und auch als zentrale Schaltstelle für mehrere Unterwassereinheiten eingesetzt werden kann. Er beinhaltet unter anderem eine hochpräzise Uhr, robuste und gleichzeitig hochsensible Sensoren sowie eine leistungsfähige Verstärkerelektronik und Digitalwandlung. Darüber hinaus wird in NAMMU ein Webserver integriert, so dass ein Netzwerk aufgebaut werden kann, mit dem Daten über das Internet angefordert und neue Aufzeichnungen gestartet werden können. „Diese Möglichkeit ist für autonome Systeme weltweit einmalig“, sagte Meyer. In das Zukunftsprogramm Wirtschaft fließen im Zeitraum 2007 – 2013 rund 662,3 Millionen Euro für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein, davon rund 374 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), rund 208 Millionen Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) sowie ergänzende Landesmittel in Höhe von rund 80,3 Millionen Euro. Mehr Informationen im Internet: www.zukunftsprogramm-wirtschaft.schleswig-holstein.de Verantwortlich für diesen Pressetext: Ute Leinigen, WTSH - Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH, Lorentzendamm 24, 24103 Kiel, Telefon 0431 66 66 6 820, Telefax 0431 66 66 6 769, E-Mail: leinigen@wtsh.de, www.wtsh.de S. Nitschmann, Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie, Düsternbrooker Weg 94, 24105 Kiel, Telefon 0431 988-4421, Telefax 0431 988-4705, E-Mail: pressestelle@wimi.landsh.de Medien-Informationen der Landesregierung finden Sie aktuell und archiviert im Internet unter http://www.landesregierung.schleswig-holstein.de

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