Mehr Energie aus halmartiger Biomasse

Land fördert BI.EN GmbH mit 200.000 Euro

Kiel – 15. 11. 2011 Ein wichtiger Weg, den Anteil der Biomasse an der Energieerzeugung zu erhöhen, ist eine effizientere Energieausbeute. Mit dem innovativen „Biomass to Energy“-Verfahren (BtE) ließe sich die Energieausbeute gegenüber herkömmlichen Verfahren auf etwa 60 bis 70 Prozent verdoppeln. Um die Technologie am Markt zu etablieren, müssen jedoch insbesondere geeignete Prozesse für die Aufbereitung der Biomasse sowie für die während der Trennung entstehenden, energetisch genutzten Substrate entwickelt werden. An der Entwicklung und Erprobung dieser Prozesse arbeitet die BI.En GmbH & Co.KG aus Kiel. Das Land Schleswig-Holstein fördert dieses Entwicklungsvorhaben mit 200.000 Euro. „Das BtE-Verfahren eignet sich besonders gut für die Energiegewinnung aus halmartiger Biomasse, beispielsweise für Schnittgut aus der Landschaftspflege. Es erschließt damit ein Bioenergiepotenzial, das nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert“, erklärt Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH). Halmartige Biomasse lässt sich in herkömmlichen Biogasanlagen nur schwierig vergären. Dabei ist nicht nur die Energieausbeute gering, sondern die holzartigen Substanzen in der Biomasse bilden auch so genannte Schwimmschichten, die sich nachteilig im Fermenter auswirken. Beim BtE-Verfahren dagegen wird die Biomasse zunächst in einem besonderen Prozess so aufbereitet, dass sie sich in einen festen und einen flüssigen Anteil trennen lässt. Der flüssige Anteil enthält die leicht vergärbaren Inhaltsstoffe, der feste Anteil die für eine Verbrennung geeigneten Substanzen. Allein durch diese Trennung lässt sich die Verweildauer der Biomasse in der Biogasanlage von 60 bis 80 Tagen auf 10 bis 15 Tage verringern. Dadurch lassen sich das Volumen der Fermenter reduzieren und Kosten sparen. Das so gewonnene Biogas kann in einem nachgeschalteten Blockheizkraftwerk in Strom umgewandelt werden. Die dabei anfallende Abwärme wiederum kann genutzt werden, um das feste, aber nasse Substrat auf dem BtE-Verfahren zu trocken. So entsteht ein Brennstoff, der arm an Mineralstoffen ist und sich daher mit ähnlichen Eigenschaften wie Pappelholz verbrennen lässt. „Anhand des erwarteten Holzengpasses ab 2020 wird ein Ersatzbrennstoff aus Biomasse dringend benötigt“, sagt Per Lind, Geschäftsführer von BI.En. „Der Erfolg dieser neuen Technologie am Markt hängt maßgeblich von der Entwicklung praktikabler Prozesse zur Konditionierung der Biomasse und der Separierung in eine feste und flüssige Phase ab. Bei der Einführung des BtE-Verfahrens könnte die BI.En GmbH & Co.KG eine Vorreiterrolle spielen“, so Dr. Bernd Bösche. Bislang sind keine Wettbewerber am Markt in Erscheinung getreten. Durch das Projekt will die BI.En GmbH & Co.KG bis zum Jahr 2016 im eignen Unternehmen 15 neue Arbeitsplätze schaffen und drei bestehende sichern. Weitere 30 Arbeitsplätze sollen in externen Unternehmen der Region entstehen. Mehr Infos und einen Film  zum Verfahren finden Sie unter: www.getproject.de/bioenergie/technologien/index.php Hinweis für die Redaktionen: Sie sind herzlich eingeladen, an der Förderbescheidübergabe bei der BI.EN GmbH teilzunehmen: am 17. 11. 11 10:00 Uhr, Russeer Weg 149a, 24109 Kiel. Ansprechpartner im Unternehmen: Geschäftsführer Dipl. Ing. Per Lind Tel.: 0431-389600 Verantwortlich für den Text: Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH, Ute Leinigen, Lorentzendamm 24, 24103 Kiel, leinigen@wtsh.de Ansprechpartner: Martin Eckhard, Tel.: 0431-66666-842, Fax: 0431-66666-768, eckhard@wtsh.de

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