Prämierung der Gewinner

Ideenwettbewerb 2010 & Bilanz zum Seed-und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein

Kiel, 1.12.2010 - Im Wissenschaftszentrum Kiel wurden heute (1. Dezember) innovative Ideen „Made in Schleswig-Holstein“ ausgezeichnet. Im Rahmen des diesjährigen Ideenwettbewerbs unter dem Motto „Ideen von heute für Unternehmen von morgen“ unter der Schirmherrschaft von Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Jost de Jager kamen drei der 47 eingereichten Ideen auf das Siegertreppchen. Minister de Jager sieht in der hohen Beteiligung am Ideenwettbewerb ein positives Signal für den dynamischen Wirtschaftsaufschwung in Schleswig-Holstein: „Wir brauchen und fördern Menschen, die den Mut haben, ihre innovativen Ideen umzusetzen, und dazu beitragen, Schleswig-Holstein als einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort weiter zu stärken.“ Gesucht wurden frische, innovative und zukunftsweisende Ideen für Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren, die am Markt erfolgreich umgesetzt werden können. Eine 20-köpfige Expertenjury mit Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Fördereinrichtungen bewertete unter anderem die Einzigartigkeit, den Kundennutzen, das Marktpotenzial der Idee sowie deren Bedeutung für Schleswig-Holstein. Dübel aus Sand Unter dem Motto „Sand statt Kunststoff“ gelang Entwicklungsingenieur Thomas Marks, der Sprung aufs Siegertreppchen des diesjährigen Ideenwettbewerbs. Ziel seiner Idee ist es, einen Dübel aus Sand zu entwickeln. „Als Technischer Koordinator beim Bau der vierten Elbtunnelröhre wurde mir klar, dass es einen Bedarf nach neuen Fugen-Konstruktionen für Tunnelbausteine gibt. Im Zuge meiner Tätigkeit entwickelte ich dann neue Lösungsmöglichkeiten und hatte die Idee für einen Sanddübel“. Doch wie soll der neue Sanddübel aussehen? In einem neuartigen Verfahren wird der Sand mit wenig Kunststoff verbunden. Der daraus neu entstandene Verbundwerkstoff „Duktiler Psammit“ („verformbarer Sandstein“) wird dann zu Dübeln geformt. Der Sanddübel kann genauso eingesetzt werden wie herkömmliche Kunststoff- oder Metalldübel und ist ebenso tragfähig wie ein Schwerlastanker. Der Sanddübel hat gegenüber den herkömmlichen Dübeln einige Vorteile: Während sich Kunststoffdübel mit nur geringem Aufwand aus dem Bohrloch lösen können, bleibt der Sanddübel aufgrund seiner Eigenschaften fest im Bohrloch verbunden. Sanddübel bleiben auch bei hohen Temperaturen und langen Belastungszeiten stabil. Ebenso kann es beim Einsatz von Sanddübeln nicht - wie beim Einsatz von Metalldübeln - zu Korrosionen in feuchter Umgebung kommen. Mit der Entwicklung des Sanddübels sollen die vor-teilhaften, noch unbekannten technischen Eigenschaften von Sand genutzt werden. Außerdem ist der Grundstoff Sand kostengünstig und ressourcenschonend. Die Idee des Sanddübels über-zeugte die Jury so sehr, dass Thomas Marks den ersten Platz beim Ideenwettbewerb 2010 gewann und 5000 Euro erhielt. Das Preisgeld stammt von der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein (ISH). Neuartiges System für 3D Filmproduktion Den zweiten Platz erreichte das Team um Dipl.-Ing. Bogumil Bartczak mit seiner Idee für ein neuartiges Aufnahmesystem für die 3D Filmproduktion. 3D Filme im Kino sind ein besonderes Erlebnis, das man allerdings mit einer Brille genießen muss, um den 3D Eindruck zu bekommen. 3D Fernsehen wird der nächste Schritt in der Unterhaltungsindustrie sein. Nur wer möchte schon jeden Abend seine 3D Brille aufsetzen müssen, um entspannt fern zu sehen? Das Team bestehend aus Bogumil Bartczak, Anatol Frick und Ingo Schiller hatte die Idee, ein System zu entwickeln, das die Inhalte und Sequenzen so entsprechend aufnehmen kann, dass sie 3D tauglich sind und für den Alltagsgebrauch verwendet werden können. Möglich wird dies durch spezielle Farb- und Tiefenkameras, die die Inhalte in einem tiefenbasierten Bildformat erzeugen, wie es für 3D Produktionen notwendig ist. „Bisherige Verfahren sind einfach zu unflexibel und erfordern einen erheblichen Aufwand“, so Bartczak, „Momentan ist das System in einem prototypischen Zustand. Unser Ziel ist es, dieses Aufnahmesystem zur Marktreife zu bringen, es einfach bedienbar zu machen und in die Produktionsabläufe für Fernsehen und Werbung zu integrieren.“ Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Reinhard Koch waren die Ideenträger in den letzten drei Jahren intensiv mit der Entwicklung von Lösungen für Problemstellung in Zusammenhang mit dem 3D Fernsehen beteiligt, woraus auch diese Geschäftsidee entstand. Das Team vom Institut für Informatik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Arbeitsgruppe Multimediale Informationsverarbeitung, Prof. Dr.-Ing. Reinhard Koch) wurde mit einem Preisgeld von 3000 Euro ausgezeichnet – dieses wurde von der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH gestiftet. Prüfungsdurchführung auf digitalem Wege Den dritten Preis in Höhe von 1.500 Euro, gestiftet durch die Nordzentren – erhielt Dipl. Ing. Martin Göbbels von der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) für seine Idee „Innovative Durchführung von Prüfungen in elektronischer Form“. Als Leiter des Arbeitsbereiches eLearning an der CAU stellte er fest, mit welchem Aufwand in jedem Semester Klausuren und Prüfungen zu erstellen sind: „Mehr als 4000 Klausuren pro Semester in 44 Fächern lassen die Papier- und Druckkosten ins Unermessliche steigen, von dem Arbeitsaufwand ganz abgesehen“. Seine Idee liegt darin, bisher analog geführte Prüfungen künftig auf innovative und einfache Art und Weise digital durchzuführen. „Die großen Vorteile dieser Lösung sind der erheblich reduzierte Arbeitsaufwand, neue innovative Fragetypen und die Möglichkeit eines umfangreichen Fragenpools“, überzeugte Göbbels die Jury, „der nächste Schritt ist, aus dieser Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln.“ Sonderpreise Zudem wurden drei Sonderpreise zu den Themen „IT“, „Meer und Klima“, und „Kreativ- und Kulturwirtschaft“ vergeben. Der IT Sonderpreis in Höhe von 1000 Euro ging an die Projektgruppe QPon. Die Kieler Informatiker Harald Kadow, Ehab Mousslli, Björn Peters, Lukasz Rybinski um den Betriebswirt Steffen Heil entwickeln ein elektronisches Gutscheinbuch. Bei dem von der QPon Projektgruppe angebotenen Service handelt es sich um eine elektronische Plattform zum Vertrieb von Gutscheinen per Mobiltelefon. Der IT Sonderpreis wird gestiftet von der assono GmbH aus Schwentinental. Der Sonderpreis „Meer und Klima“ in Höhe von 1000 Euro, gestiftet von der MicrobiMaris Biotec GmbH, erhielt das Team der Diplom Ingenieure Nicky Flügger aus Kiel und Stefan Cvenarski aus Heide für ihre Idee einer Grünen Energietankstelle, die von Meer und Wind gespeist wird. Hinter der Idee steckt die Versorgung von elektrischen Antrieben ausschließlich mit regenerativer Energie. Dabei steht die Begrenzung von Klimawandel und Ressourcenschwund im Vordergrund. Auch für „Kreativ und Kulturwirtschaft“ gab es einen Sonderpreis in Höhe von 1000 Euro, gestiftet von der boy Strategie und Kommunikation GmbH. Diesen Preis erhielt Diplom Ingenieur Malte Seidler aus Kiel für seine Idee eines neuartigen Plektrons für Saiteninstrumente. Durch seine besondere, ergonomische Form soll sich dieses Plektron besonders zum Spielen von Bass- und Konzertgitarren eignen. Neben der Prämierung der besten Ideen zog der Minister ein positives Fazit über den zum Jahresende auslaufenden Seed- und StartUp-Fonds. Hierzu sagte Minister de Jager: „Der Seed- und StartUp-Fonds hat sich etabliert und ist zu einem Erfolgsprogramm geworden“. Er kündigte an, einen neuen mit EFRE-Mitteln ausgestatteten Beteiligungsfonds für Ausgründungen aus der Wissenschaft auflegen zu wollen. Im Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein stellt das Land Schleswig-Holstein in Kooperation mit seinen Förderinstituten Risikokapital für technologieorientierte und wissensintensive Ausgründungen aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit forschungs- und wissenschaftsbasierten Aktivitäten zur Verfügung. "Für herausragende Ideen entwickeln wir Finanzierungsmöglichkeiten durch den Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein und andere Förderoptionen“ so Dr. Ulrich Hausner, zuständig für Ausgründungsförderung in der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH). „Ideen setzen Impulse. Aber aus einer Idee wird erst dann eine Innovation, wenn man sie in die Tat umsetzt. Jetzt kommt es auf die Teilnehmer an, “ so Hausner weiter. In den vergangenen Jahren wurden mehr als 50 junge Technologieunternehmen mit Mitteln des Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein bei der Gründung und auf ihrem Wachstumskurs unterstützt. Professor Siegfried Wolffram, Vizepräsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), sieht eine enge Verbindung zwischen der wissenschaftlichen Forschung an den Hochschulen und Existenzgründungen: "Der Wettbewerb zeigt, dass unsere exzellente Forschung zukünftigen Existenzgründern ein großes Potenzial für praktische Anwendungen in der Wirtschaft bietet. Der Ideenwettbewerb gibt den Anstoß zur Auseinandersetzung nicht nur mit diesen Fragen, sondern auch mit dem Thema Selbstständigkeit sowohl für Studierende als auch für junge Wissenschaft-lerinnen und Wissenschaftler. Wir versuchen, schon während des Studiums ein gründungs-freundliches Klima zu bieten.“ Bereits zum vierten Mal wurde der Ideenwettbewerb Schleswig-Holstein aufgelegt und in diesem Jahr von der WTSH zusammen mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) organisiert. Der Startschuss für den diesjährigen Wettbewerb fiel am 12.8.2010. Unternehmen, Hochschule, Institute und alle, die eine gute Geschäftsidee auf den Markt bringen wollen, waren aufgerufen, sich bei der CAU zu bewerben. Verantwortlich für den Pressetext: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel I Presse und Kommunikation, Sandra Sieraad I Postanschrift: D-24098 Kiel I Telefon: (0431) 880-2104 I Telefax: (0431) 880-1355 I E-Mail: presse@uv.uni-kiel.de I www.uni-kiel.de 
WTSH - Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH | Ute Leinigen | Lorentzendamm 24, 24103 Kiel| Telefon 0431 66 66 6-820 | Telefax 0431 66 66 6-769 | E-Mail: leinigen@wtsh.de | www.wtsh.de Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein I Harald Haase I Düsternbrooker Weg 94, 24105 Kiel I Tel. 0431 988-4420 I Fax 0431 988 4705 I E-Mail: pressestelle@wimi.landsh.de

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