Stahlhart am Wind – wartungsfreie Gittermasten für Windkraftanlagen

Land fördert butzkies stahlbau GmbH mit über 160.000 Euro

Produktionsanlagen, Fußballstadien, Lackierhallen oder Museen – das Unternehmen butzkies stahlbau GmbH aus Krempe hat schon fast alles aus Stahl gebaut. Mit der Entwicklung eines wartungsfreien Gitterturms für Windkraftanlagen möchte butzkies jetzt auch mit einem eigenen Produkt in die Windenergiebranche einsteigen. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt diese Unternehmensentscheidung und fördert im Rahmen eines Entwicklungs- und Demonstrationsprojekts den Nachweis der tatsächlichen Wartungsfreiheit mit 160.136,00 Euro im Rahmen des Förderprogramms „Umweltinnovation“ (Zukunftsprogramm Wirtschaft). Bei dem Bau von Onshore-Windkraftanlagen – den Windkraftanlagen, die auf dem Festland gebaut und betrieben werden - unterscheidet man verschiedene Turmarten: den Gittermast, denStahlrohrturm, den Betonturm und Hybridvarianten. Gittertürme werden im der Regel aus geschweißten oder miteinander verschraubten Stahlprofilen hergestellt. Der Hauptvorteil von Gittertürmen ist Ressourcenschonung und der Preisvorteil bei großen Nabenhöhen, da ein Gitterturm nur ca. halb soviel Material benötigt wie ein freistehender Stahlrohrturm mit einer vergleichbaren Steifigkeit und der einfachere Transport, da die Montage erst am Aufstellungsort geschieht, womit auf Schwerlasttransport verzichtet werden kann. Der größte Nachteil von Gittertürmen besteht in ihrem umstrittenen Erscheinungsbild und ihrer hohen Wartungsintensität, da alle Verbindungselemente und Knotenpunkte regelmäßig auf Setzungen, Verschleiß und Festigkeit überprüft werden müssen. Der Gitterturm ist deshalb in der Vergangenheit in ein schlechtes Licht gerückt worden. Mit dem Aufkommen von Nabenhöhen über 100 Metern kann der Gitterturm auf Grund der hohen Gestehungskosten der anderen Varianten nun eine Renaissance erwarten. Butzkies stahlbau plant nun in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer APG in Rostock die Entwicklung, Konstruktion und den Aufbau eines ersten wartungsfreien Gittermastturms für Windenergieanlagen. Durch den Einsatz neuartiger Verbindungsverfahren und der Verwendung innovativer Stabprofile und wirklichkeitsnaher Rechenmodellannahmen soll die hohe Wartungsintensität, die herkömmliche Gittertürme aufweisen, behoben werden. Der stählerne Prototyp, an dem der Nachweis der Wartungsfreiheit erbracht werden soll, wird an der Westküste unter realen Einsatzbedingungen seinen Dienst aufnehmen. „Gittertürme lassen sich leicht transportieren, und sie sind günstiger in der Herstellung als konventionelle Konstruktionen bei gleichzeitig im Verhältnis hohem Lohnanteil. Die wesentlichen innovativen Bestandteile unseres Turmkonzepts liegen in der Designstruktur des Tragwerkes sowie in der Konzeption der wartungsfreien Verbindungen.“ erklärt Kay Butzkies-Schiemann, Geschäftsführer in dritter Generation des Familienbetriebs butzkies stahlbau GmbH. „Mit diesem Projekt wird es erstmals möglich, den Nachweis für einen wartungsfreien Gittermastturm für den Einsatz bei Windenergieanlagen aller Leistungsklassen und Turmhöhen zu führen“, so Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) bei der Förderbescheidübergabe. „Butzkies stahlbau GmbH kann hier mit der Entwicklung seines eigenen Produkts ein aktuelles Marktpotential erschließen und seine Marktposition weiter ausbauen.“ Die butzkies stahlbau GmbH will mit dem Entwicklungsvorhaben bis zum Jahr 2015 30 neue Arbeitsplätze im eigenen Betrieb schaffen sowie 15 neue Arbeitsplätzen in anderen schleswig-holsteinischen Unternehmen. Zudem dient das Projekt der langfristigen Sicherung von 20 bestehenden Arbeitsplätzen. In das Zukunftsprogramm Wirtschaft fließen im Zeitraum 2007 – 2013 rund 704 Millionen Euro für die wirtschafts- und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein, davon rund 374 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), rund 208 Mio. Euro aus der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) sowie ergänzenden Landesmitteln in Höhe von rund 122 Mio. Euro. Mehr Informationen im Internet: www.zukunftsprogramm-wirtschaft.schleswig-holstein.de Verantwortlichfür den Text: Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH Ute Leinigen Lorentzendamm 24 24103 Kiel leinigen@wtsh.de Ansprechpartner: Martin Eckard Tel.: 0431-66666-842 Fax: 0431-66666-768 eckhard@wtsh.de

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