Wärme aus dem Abwasserkanal

Land fördert die Wasser- und Energie-Service Südholstein GmbH mit über 120.000 Euro

Privathaushalte und Kommunen wissen aus eigener Erfahrung: Die Preise für Öl und Gas steigen kontinuierlich. Zudem schadet die konventionelle Förderung dieser Rohstoffe unserem Klima. Die Suche nach sinnvoll einsetzbarenregenerativen Energiequellen und Einsparpotenzialen ist daher eine wichtige zukunftsrelevante Aufgabe. Eine ungewöhnliche Form erneuerbarer Energie bietet die Wasser- und Energie-Service Südholstein GmbH (WESS) aus Hetlingen. Das Unternehmen nutzt einen Rohstoff, den jeder Bürger in größeren Mengen produziert, der aber bisher kaum genutzt wird – unser Abwasser. Dank der vorherigen Erwärmung durch Dusche, Wasch- und Spülmaschine wird das Abwasser mit durchschnittlich 12 bis 15 Grad in die Abwasserkanäle geleitet. Die WESS GmbH will diese Wärmeenergie nutzen, um damit Wohngebäude zu beheizen. Damit bietet das Unternehmen seinen Kunden nicht nur eine kostengünstige, sondern auch Klima schonende Energieform. Ein erstes Pilotprojekt zur effektiven Nutzung des Energiepotenzials des Abwassers gibt es bereits. Das Land fördert dieses Projekt nun im Rahmen des Förderprogramms Umweltinnovationen mit 129.300,00 Euro. Die Nutzung von Niedrigtemperaturwärme mittels Wärmepumpen zur Gebäudeheizung und Brauchwarmwasserbereitung wird in Deutschland bereits vielfach erprobt. Relativ neu ist jedoch der Einsatz in kommunalen Abwässern. Die Wärme wird dem vorbei fließenden Abwasser direkt im Abwasserkanal über einen Wärmetauscher entzogen und anschließend mithilfe einer Wärmepumpe auf die notwendige Temperatur zur Beheizung von Wohnkomplexen, Schulen, Sportstätten, öffentlichen Gebäuden oder Krankenhäusern gebracht. Die WESS GmbH will das Gemeindezentrum der Gemeinde Heidgraben mit Wärme aus Abwasser versorgen. Bereits im vergangenen Jahr wurden die notwendigen Kanalarbeiten abgeschlossen und der Wärmetauscher eingebaut. Bis zur Heizsaison 2010 will die WESS GmbH auch die erforderliche Heiztechnik im Gemeindezentrum selbst einbauen. In dem Gebäude befinden sich die örtliche Grundschule und Kindergarten, Bücherei, Polizei und Feuerwehr sowie eine Sporthalle. Die neue Klima schonende Wärmeversorgung wird den jährlichen CO2-Ausstoß der Gemeinde nach Berechnungen der WESS GmbH künftig um ca. 53 Tonnen reduzieren. „Diese moderne Technologie kann dazu beitragen dort CO2-neutral Wärme zur Verfügung zu stellen, wo die Wohnbebauung verdichtet ist und somit große Mengen an Abwasser einem entsprechend hohen Wärmebedarf gegenüberstehen“, so Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH bei der Übergabe des Förderbescheids. “Die WESS GmbH verfügt über besonderes Know-how und wird ihre Serviceleistungen in Schleswig-Holstein gut etablieren können.“ Das Pilotprojekt in Heidgraben dient als motivierendes Beispielvorhaben für andere Betreiber von Abwassernetzen in Schleswig-Holstein, dieses Energiepotenzial auch für ihre Gemeinden zu nutzen. Die WESS GmbH wurde 2009 als privatwirtschaftliches Tochterunternehmen des Abwasserunternehmens azv Südholstein gegründet. Ziel der GmbH ist es, innovative Dienstleistungen im Bereich Wasser und Energie anzubieten. Ein Schwerpunkt liegt dabei beim Ausbau der effektiven Abwasserwärmenutzung in der Region. WESS prognostiziert mit dem Projekt mittelfristig die Schaffung von bis zu 6 neuen Arbeitsplätzen im eigenen Unternehmen. Das Zukunftsprogramm Wirtschaft wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. In der Förderperiode 2007-2013 bildet das Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein das Dach für die Zukunftsprogramme Wirtschaft, Arbeit, ländlicher Raum und Fischerei. Das Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein mit seinem Fördervolumen von 1,4 Milliarden Euro steht für mehr Wirtschaft und Beschäftigung, für mehr Innovationen und Lebensqualität in Schleswig-Holstein.   Verantwortlich für den Text: Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH Ute Leinigen Lorentzendamm 24 24103 Kiel leinigen@wtsh.de Ansprechpartner: Martin Eckhard Tel.: 0431-66666-842 Fax: 0431-66666-768 eckhard@wtsh.de

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