Welttag des geistigen Eigentums

Innovationsschutz in Corona Zeiten

Kiel, 24.04.2020 Bereits seit 20 Jahren findet auch in diesem Jahr der Welttag des geistigen Eigentums am 26. April statt. Ursprünglich wurde dieser Tag von der UNESCO angeregt und hat das Ziel, auf die Bedeutung und den Wert von geistigem Eigentum, Ideen und Innovationsschutz hinzuweisen. Doch wie sieht es mit dem Schutz des geistigen Eigentums in Zeiten von Corona aus? Was sollten Unternehmen diesbezüglich bedenken? Insbesondere in Krisenzeiten sollten eigene Ideen, Innovationen und Neuentwicklungen abgesichert werden. Das Patent- und Markenzentrum der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WTSH) rät dazu, den Innovationsschutz nicht aus den Augen zu verlieren und dabei strategisch vorzugehen, denn Innovationen für die Zukunft brauchen Schutz.

In Krisenzeiten investieren viele Unternehmen weniger in Forschung & Entwicklung (F&E) und verschieben Innovationsaktivitäten auf später. Dennoch gäbe es auch in Schleswig-Holstein Unternehmen, die gerade jetzt – wenn auch aus wirtschaftlicher Not – Innovationen entwickeln, beobachtet Steffi Jann vom PMZ der WTSH. „Unternehmen nutzen die momentane Situation auch, um sich für die Zeit nach Corona gut aufzustellen“, so Jann. Dazu werden Angebotsportfolio und Prozesse evaluiert, um diese einer technologischen Weiterentwicklung zu unterziehen. „Doch überall dort, wo Kreativität Innovationen hervorbringt, muss auch über deren Schutz nachgedacht werden, denn schließlich sollen sich die Investitionen lohnen und nicht schnelle Nachahmer finden, gegen die man machtlos ist“, meint Jann. Zwar sei es insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig und sinnvoll, eigene Ideen durch Schutzrechte abzusichern, um sich mit Innovationen in Zukunft positionieren zu können, doch solle man jetzt nicht zu überstürzten Anmeldungen tendieren, rät die Expertin. Viel wichtiger sei es auch jetzt, strategisch und schrittweise vorzugehen. „Innovationsschutz ist nämlich kein Selbstzweck, sondern wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie – und dabei unterstützen wir schleswig-holsteinische Unternehmen insbesondere auch jetzt.“

In Corona Zeiten innovativ: Wie unterstützt das PMZ Unternehmen beim Innovationsschutz?

Das Patent- und Markenzentrum der WTSH steht den Unternehmen beim Thema Innovationsschutz zur Seite – und zwar nicht nur, wenn ein Patent angemeldet werden soll, sondern in jeder Phase des Innovationsprozesses.

Aufklärung: Zu Beginn der Ideenfindung, ist es wichtig, Technologien, Märkte und Wettbewerber im Blick zu haben und einschätzen zu können. Dazu müssen umfangreiche Recherchen und Analysen durchgeführt werden, wobei das Patent- und Markenzentrum der WTSH mit Zugriff auf weltweite Datenbanken helfen kann.

Informationsbeschaffung: Wird aus der Projektskizze ein Produkt, benötigt man konkrete Informationen zum Stand der Technik. Darüber hinaus muss analysiert werden, ob es bereits Schutzrechte gibt, die nicht verletzt werden dürfen. Diese umfangreiche Informationsbeschaffung ist ebenfalls Service des PMZ.

Strategieentwicklung: Innovationsschutz durch Patente in mehreren Ländern kann teuer werden. Um sich einen Überblick über zu erwartenden Kosten zu verschaffen und sich für eine geeignete Patent-Anmeldestrategie zu entscheiden, gibt es das Kostenkalkulationstool „PatScenario“. Mit Hilfe dieses Tools, können unterschiedliche Anmeldestrategien für bis zu 60 Zielländer kostenseitig kalkuliert werden. Das PMZ setzt dieses Tool in der Beratung ein.

Monitoring: Was auch zu bedenken ist: Patente sind nicht nur ein Verbietungsrecht gegenüber Dritten, sondern Patentdokumente werden veröffentlicht und haben damit auch eine Informationsfunktion. Mittlerweile gibt es weltweit fast 130 Millionen Schriften, in denen Lösungen für technische Problemstellungen beschrieben sind. Darum ist es sinnvoll, ein Monitoring einzurichten. So haben Unternehmen die Möglichkeit permanent zu schauen, welche relevanten Neuveröffentlichungen es zum jeweiligen technischen Gebiet gibt und welche Wettbewerber identifiziert werden können. Die Unternehmen können dafür ein speziell für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) entwickeltes Inhouse-Archiv, ein Tool namens PIKAS einrichten. Alternativ gibt es die Möglichkeit, mit Unterstützung des PMZ ein Suchprofil in eine Datenbank einzustellen und wöchentlich die gelieferten Treffer zu sichten. „Ein effizienteres Mittel, um up to date zu bleiben, gibt es kaum“, bestätigt Steffi Jann.

Audit: Gibt es bereits ein Schutzrechtsmanagement im Unternehmen, sollte dies im Rahmen eines Audits unter die Lupe genommen werden. Ziel eines Audits ist es, alle relevanten Schutzrechtsaspekte zu eruieren und analysieren. Durch ein Audit wird auch der Stellenwert von geistigem Eigentum und dem Umgang damit im Unternehmen deutlich. Im Ergebnis des Audits können Prozesse und Strukturen überprüft und angepasst werden.

Fazit: Auch in Zeiten der Krise sollten Unternehmen den Schutz Ihrer Innovationen im Blick behalten. Denn erst geschützte Innovationen können zu Wertschöpfung werden. „Klar ist, Innovationen sind das Fundament der Zukunft für unsere KMU“, meint Steffi Jann abschließend zum Welttag des geistigen Eigentums.

Hinweis an die Redaktionen:

Das WTSH-Patent- und Markenzentrum ist offizieller Kooperationspartner des Deutschen Patent- und Markenamts in und für Schleswig-Holstein. Seit dem Jahre 2000 wurden mehr als 2400 Beratungen zu Erfindungen und Schutzrechtsstrategien durchgeführt.

https://wtsh.de/auskunft-zu-schutzrechten/


Verantwortlich für diesen Pressetext
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Ute Leinigen | WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig Holstein GmbH | Lorentzendamm  24, 24103 Kiel | Telefon 0431 66666 820 | Telefax 0431 66 66 6 720 | E-Mail: leinigen@wtsh.de | www.wtsh.de

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