Wie viel Innovation steckt in Schleswig-Holstein? Regionale Patentanalyse ermittelt Innovationskraft aus Schleswig-Holstein

Regionale Patentanalyse ermittelt Innovationskraft aus Schleswig-Holstein

Kiel, 15. Juni 2015- Die Innovationskraft ist nicht nur ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen, sondern sie ist auch entscheidend für die Zukunft eines Standortes. Wie viel Innovationskraft Schleswig-Holstein zu bieten hat, zeigt nun eine Analyse, die im Auftrag der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) vom Lehrstuhl für Technologiemanagement der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel durchgeführt wurde. Ziel dieser Analyse war es, anhand von Patentdaten die regionale Innovationskraft Schleswig-Holsteins aufzuzeigen. Grundlage waren Patentdaten von 2000 bis 2012. „Die zunächst wenig aussagekräftige absolute Anzahl der Patentanmeldungen für Schleswig-Holstein wurde durch diese Analyse so differenziert aufbereitet, dass Aussagen über die regionale Innovationskraft Schleswig-Holsteins möglich sind“, so WTSH-Patentexpertin Birgit Binjung.
Welche ist die innovativste Branche im Land? Welche Unternehmen sind die Top Patentanmelder? Und welche Schleswig-Holsteiner sind die Top Erfinder? Zahlen hierzu werteten die Patentexperten von CAU und WTSH im Rahmen dieser Analyse aus. So wurde zum Beispiel ermittelt, dass die Gesundheitswirtschaft die innovativste Branche in Schleswig-Holstein ist. Jede fünfte Patentanmeldung aus Schleswig-Holstein stammte im untersuchten Zeitraum (2000 bis 2012) aus diesem Bereich (4668 Patentanmeldungen). Gefolgt wird die Gesundheitswirtschaft vom Fahrzeug-, Schiff- und Flugzeugbau (2364 Patentanmeldungen) und dem Bereich Mess- und Prüftechnik (1.677 Patentanmeldungen).
Zu den 5 Top-Anmelder- Unternehmen aus Schleswig-Holstein zählen Dräger (Lübeck), die Rheinmetall Landsysteme GmbH (Kiel), die Danfoss Gruppe, die Fette GmbH Präzisionswerkzeuge und Maschinen aus Schwarzenbek und das Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Insgesamt wurden die TOP 20 Anmelder-Unternehmen aufgelistet. Nach dieser Analyse stammen 29,7 Prozent (6.538 Patente) der Patentanmeldungen Schleswig-Holsteins von diesen Top-20 Unternehmen.
Auch die Top Erfinder des Landes wurden ermittelt: Dr. Hans Grundei von der ESKA-Implants GmbH aus Lübeck führt die Liste mit 147 Patentanmeldungen an, gefolgt von Sönke Siegfriedsen von der aerodyn engineering GmbH aus Rendsburg mit 112 Patentanmeldungen sowie die  Waldemar Link GmbH aus Hamburg mit 105 Patentanmeldungen.

Bei der Analyse haben sich die Patente der Bayer CropScience AG (Brunsbüttel), der shuccle AG (Dassendorf) und von Ethicon Endo-Surgery GmbH (Norderstedt) als technologisch besonders bedeutend herauskristallisiert.
Die Analyse belegt, dass schleswig-holsteinische Unternehmen im Untersuchungszeitraum (2000-2012) weniger Patente beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) in München anmeldeten, dafür aber mehr Patente beim Europäischen Patentamt (EPA). So wurden zu Beginn des Untersuchungszeitraums (2000) 96 Prozent der Patente direkt beim DPMA angemeldet und nur 4 Prozent bei nicht-deutschen Patentinstitutionen. Am Ende des Untersuchungszeitraumes, im Jahr 2011, wurden nur noch 81 Prozent der Patente beim DPMA und 17 Prozent beim EPA angemeldet.
„Nach dieser Bestandsaufnahme bleibt nun die Frage, welche Motive schleswig-holsteinische Unternehmen haben, um Innovationen zu schützen oder eben vielleicht auch nicht zu schützen“, so Birgit Binjung. Wissen die Unternehmen genug darüber, wie sie ihre Innovationen absichern können? Ist ihnen die wichtige Funktion des Patentmanagements im Innovationsprozess bewusst? „Antworten auf diese und weitere Fragen des Patent- und Innovationsmanagements bilden die Grundlage für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen und auch für die Weiterentwicklung des Patent- und Markenzentrums der WTSH“, so Professor Carsten Schultz vom Lehrstuhl für Technologiemanagement der CAU. Dieser Aufgabe stellen sich WTSH und der Lehrstuhl für Technologiemanagement gemeinsam.




Verantwortlich für diesen Pressetext:


Ute Leinigen | WTSH Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig Holstein GmbH | Lorentzendamm 24, 24103 Kiel | Telefon 0431 66666 820 | E-Mail: leinigen@wtsh.de | www.wtsh.de

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