Wirtschaftsfördergesellschaften ziehen Bilanz 2015: 134 Betriebe mit 1734 Arbeitsplätzen neu angesiedelt

Meyer: „Dank kleiner und mittelständischer Firmen hohe Arbeitsplatzqualität“

KIEL, 04.02.2016- Durch die Neuansiedlung von 134 Unternehmen – davon 13 aus dem Ausland – werden in Schleswig-Holstein mittelfristig 1734 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Die Zahl der neu entstehenden Jobs liegt damit knapp über dem Ergebnis des Jahres 2014, die Anzahl der neuen Firmen knapp darunter. Im Jahr 2014 hatten sich insgesamt 147 Betriebe mit 1728 Arbeits-plätzen zwischen Nord- und Ostsee niedergelassen. Diese Ansiedlungsbilanz stellten heute (04. Februar 2016) Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), Dr. Bernd Bösche, vor.
„Die Zahlen sprechen für Kontinuität und Stabilität. Schleswig-Holstein behauptet sich in einem zunehmend schwierigeren Wettbewerbsumfeld. Der WTSH ist es gemeinsam mit den regionalen Wirtschaftsförder¬gesell¬schaften gelungen, einmal mehr die Position des ,echten Nordens‘ als attraktiven Wirtschaftsstandort zu festigen“, sagte Meyer.
Als besonders erfreulich bezeichnete er die Ansiedlungszahlen im produzierenden Gewerbe. Während diesem Sektor im Jahr 2014 noch zehn Prozent der gesamten angesiedelten Unternehmen zuzuordnen waren, war der Anteil 2015 doppelt so hoch. Damit schuf das produzierende Gewerbe vergangenes Jahr genau ein Drittel aller neuen Arbeitsplätze, 2014 waren es gerade einmal acht Prozent.
Nach den Worten von Meyer und Bösche zeige gerade diese Entwicklung, dass Schleswig-Holstein als Standort für das produzierende Gewerbe attraktiv und die Landesregierung mit ihrer Industriestrategie auf dem richtigen Weg sei. „Unsere Wirtschaft ist geprägt durch Familienunternehmen und einen modernen Mittelstand. Im verarbeitenden Gewerbe verbinden sich moderne Formen der industriellen Fertigung mit mittelständischen Unternehmensstrukturen. Schleswig-Holstein hat also äußerst gute Voraussetzungen als Industriestandort“, so Meyer. Industrieunternehmen seien der dynamische Kern der Wirtschaft, sie würden attraktive Arbeitsplätze schaffen und sichern.
Wie WTSH-Chef Bösche sagte, sei Schleswig-Holstein auch 2015 erneut ein interessantes Ansiedlungsziel für ausländische Investoren gewesen. Die 13 neu angesiedelten Unternehmen allein würden bereits für 349 neue Arbeitsplätze sorgen. Im Vorjahr waren es 19 ausländische Unternehmen mit 401 Arbeitsplätzen. 2015 wurden  fünf Unternehmen aus Dänemark   angeworben, aus China vier und aus der Schweiz, Spanien, Frankreich sowie  Finnland jeweils ein Betrieb. „Der leichte Rückgang im Vergleich zum Vorjahr hängt hauptsächlich mit der wirtschaftlichen Talfahrt in China und der daraus resultierenden geringeren Investitionstätigkeit auch in Deutschland zusammen“, so Bösche. Das Interesse chinesischer Unternehmen an Schleswig-Holstein sei aber grundsätzlich nach wie vor hoch.
Nach Analysen der WTSH steht Deutschland auch weiterhin stark im Fokus ausländischer Unternehmen. Als Beispiel nannte Bösche das Schweizer Unternehmen Condair Group AG, das sich 2015 für den Standort Nordport in Norderstedt entschieden habe. Das Unternehmen ist weltweit führend in der Luftbefeuchtung und Verdunstungskühlung und wird in Norderstedt einen Produktions- und Logistikstandort errichten. Condair wird nach eigenen Angaben mittelfristig 200 Arbeitsplätze schaffen.
„Der neue Condair-Standort im Nordport liegt sehr nahe am internationalen Flughafen und Hafen von Hamburg und wird zur Drehscheibe für die europäische Logistik des Unternehmens. Am Beispiel Condair konnten wir erneut unter Beweis stellen, wie gut die Zusammenarbeit und wie kurz die Wege in Schleswig-Holstein sind. Vor drei Jahren stellte die WTSH den Kontakt zu Condair her. Seitdem haben wir gemeinsam in vielen Gesprächen mit Condair die für das Unternehmen optimale Lösung im Nordport entwickelt. Der Büro- und Gewerbestandort  Nordport zeigt heute mehr denn je die hohe Attraktivität für internationale Unternehmen“, so Marc Mario Bertermann, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Norderstedt (EGNO).
Nach den Worten von WTSH- Geschäftsführer Bösche sei besonders erfreulich, dass es sich bei dieser Ansiedlung ebenfalls um ein Unternehmen des produzierenden Gewerbes handele.
Deutlich gestiegen ist im vergangenen Jahr die Anzahl an Unternehmen, die aus dem Bundesgebiet (außer aus Hamburg) nach Schleswig-Holstein kamen. 14 deutsche Betriebe entschieden sich für den Standort Schleswig-Holstein und werden für 314 Arbeitsplätze sorgen, mehr als doppelt so viele wie noch 2014. Aus Hamburg kamen 22 Unternehmen an den Standort Schleswig-Holstein.
Die aktuelle Ansiedlungsbilanz hat laut Meyer und Bösche keinen klaren Branchenschwerpunkt. Die Bandbreite reiche von Unternehmen der digitalen Wirtschaft, der Medizintechnik und der maritimen Wirtschaft bis hin zu Logistik und Tourismus. Knapp zwei Drittel der neu angesiedelten Unternehmen entstammen dem Dienstleistungssektor, etwas mehr als ein Fünftel sind dem Handel zuzurechnen.
Rund drei Viertel der angesiedelten Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter. Auch die durchschnittliche Betriebsgröße mit 13 Arbeitsplätzen pro Unternehmen ist gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben (Vorjahr 12).
„Die Ansiedlungsaktivitäten 2016 laufen gut an, wir haben bereits in den ersten Wochen positive Gespräche geführt, so zum Beispiel im Rahmen unserer Messetätigkeiten auf der Arab Health in Dubai im Januar. Auch zu Jahresbeginn gab es bereits konkrete Anfragen aus China“, so WTSH- Geschäftsführer Bösche.

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