Elektromobilität für die Forschung

Forschungsprojekte in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es zahlreiche geförderte Forschungsprojekte im Bereich der Elektromobilität. Damit wird sichergestellt, dass Schleswig-Holstein bestmöglich auf die Mobilität von morgen vorbereitet ist und auch in Zukunft Vorreiter bei der Energiewende sein kann.

NAF-Bus

Die Mobilität der Zukunft klingt vielversprechend: Öffentlicher Nahverkehr ohne feste Routen und Fahrpläne, der einzig durch die Nachfrager gesteuert wird – und sich nach einer Fahrt an der nächsten Ladestation auflädt oder sich zum nächsten Fahrgast aufmacht.
Das Projekt, das aus dem Schleswig-Holsteiner Innovationsnetzwerk „Autonomes Fahren im ländlichen Raum“ entstanden ist und von der Beratungsgesellschaft EurA AG koordiniert wird, soll neue Erkenntnisse zu Nutzererfahrung und -verhalten in autonomen Fahrzeugen gewinnen. Außerdem sollen neue Ansätze für die individuelle und gesellschaftliche Akzeptanz des neuen Verkehrsmodells sowie Risiko-Nutzen-Abwägungen gefunden werden. Dabei wird das Projekt von GreenTEC Campus, SVG, DB Autokraft, Interlink, FLS, MOTEG und der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel unterstützt. Außerdem ist NAF-Bus eines von 24 Projekten zur Zukunft des vernetzten autonomen Fahrens in Deutschland, die vom BMVI gefördert werden.

In verschiedenen Testszenarien auf dem privaten Gelände des Schleswig-Holsteinischen GreenTEC-Campus in Enge-Sande sowie im Pendlerverkehr auf öffentlichen Straßen im ländlichen Raum im Kreis Dithmarschen und auf öffentlichen Straßen auf der Nordseeinsel Sylt sollen der Nutzen und die Auswirkungen autonomer elektrischer Fahrzeuge im ÖPNV entwickelt, erprobt und demonstriert werden.

Der erste NAF-Bus fährt in Enge-Sande auf dem GreenTEC Campus, der zweite in Keitum auf Sylt. Ein dritter NAF-Bus wird in Lunden/Lehe fahren.

Mehr Informationen zum NAF-Bus gibt es hier.

© EurA AG/Projekt NAF-Bus

eHighway

Mit dem Feldversuch eHighway auf der BAB 1 in Schleswig-Holstein (FESH) werden die Potentiale eines Oberleitungssystems zur Elektrifizierung schwererer Nutzfahrzeuge im realen Straßengüterverkehr untersucht.

Mehr Informationen zum eHighway gibt es hier.

© Forschungs- und Entwicklungszentrum Fochhochschule Kiel

KielFlex

Das Projekt von KielFlex hat sich zum Ziel gesetzt, verkehrstechnisch bedingte Emissionen, insbesondere NOx, zu reduzieren. Dafür verwandelt ein Konsortium bestehend aus ABB AG Mannheim, Fraunhofer-Institut IFF Magdeburg, Kieler Universität, Kieler Verkehrsgesellschaft, Seehafen Kiel, Landeshauptstadt Kiel, Stadtwerke Kiel AG und SWKiel Netz GmbH die ganze Stadt in ein Labor. Hierbei wird sowohl der innerstädtische Verkehr mit dem Fokus auf Individualverkehr und ÖPNV einbezogen und Maßnahmen zur Erhöhung der Elektrifizierung untersucht, umgesetzt und evaluiert sowie demonstriert. Zur Umsetzung sind u.a. infrastrukturelle Maßnahmen geplant wie die Errichtung von Ladestellen für Privat-PKWs an geeigneten Standorten. Das Kieler Stromnetz soll noch flexibler steuerbar sein und darüber hinaus sollen Wege gefunden werden, die neuen Lasten intelligent in die bestehenden Netze zu integrieren. Das Innovationsprojekt KielFlex besitzt ein Volumen von über 6 Mio. Euro und läuft von Mitte 2018 bis mindestens Ende September 2020.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier.

DOING eBUS

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt “Datenbasierte Optimierungsnetzwerke für die intelligente Nutzung elektrisch betriebener Busse” (DOING eBUS) forscht für eine erfolgreiche Umstellung der Verkehrsbetriebe in Schleswig-Holstein auf elektrische Antriebe.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier.

NUR.E

Die Elektrifizierung von Busflotten im ÖPNV Schleswig-Holsteins stellt einen wichtigen Baustein zur Umsetzung klima- und energiepolitischer Ziele dar. Die erfolgreiche Umstellung auf Elektrobusse hängt maßgeblich davon ab, wie viele der üblichen Tageseinsätze eines Linienbusses mit der aktuellen Batterietechnologie und der verfügbaren Reichweite abgedeckt werden können. Ziel des Projekts NuR.E ist die Entwicklung eines nutzerzentrierten Systems, das die Fahrerinnen und Fahrer, sowie die Disponentinnen und Disponenten im Reichweitenmanagement effektiv unterstützt.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier.

Welche Förderungen gibt es?

Die Förderung von Forschungsprojekten und Innovationen ist ein essentieller Bestandteil für die Entwicklung des Landes Schleswig-Holstein. Dies gilt insbesondere für die Elektromobilität auf dem Weg hin zum Massenmarkt. Daher gibt es in Schleswig-Holstein folgende Fördermöglichkeiten:

WTSH

 

Die WTSH ist zentraler Dienstleister des Landes für die Förderung in den Bereichen

  • Innovation – Stärkung der regionalen Innovationspotentiale
  • Erneuerbare Energien – Bestrebungen zur Verringerung der CO2-Emissionen im Rahmen des Landesprogramm Wirtschaft

Darüber hinaus ist die WTSH Ansprechpartner für Förderprogramme zur Markterschließung im Ausland.

Zu den Förderprogrammen der WTSH

EKSH

 

Ziel des Programme “HWT Energie und Klimaschutz ist die Förderung der Zusammenarbeit von Hochschulwissenschaftlern mit Unternehmen. Gefördert werden können Projekte, in denen eine für das Land Schleswig-Holstein relevante Fragestellung zu den Themen Energieproduktion und Klimaschutz, Energieverbrauch und Energieeffizienz oder Energieversorgung und Energiewirtschaft bearbeitet wird. Antragsberechtigt sind Hochschulen im echten Norden.

Zu den Förderprogrammen der EKSH

Auch auf Bundesebene gibt es zahlreiche Förderungsmöglichkeiten für Forschungsprojekte. Im Bereich der Elektromobilität gibt es beispielsweise das Förderprogramm:

IKT

 

IKT für Elektromobilität III – Intelligente Anwendungen für Mobilität, Logistik und Energie.

Zum Förderprogramm IKT

Zukunftstrends

Bidrektionales Laden

Das biderektionale Laden (Vehicle x Grid) beschreibt die Funktion, dass ein Elektrofahrzeug den Strom aus dem Netz nicht nur aufnehmen, sondern auch wieder einspeisen kann. Auf diese Weise könnten die Akkus der Elektrofahrzeuge beispielsweise als Pufferspeicher für das Stromnetz dienen, indem sie bei Lastspitzen Strom in das Netz einspeisen und bei geringer Last erneut den Akku laden. Somit ließe sich für den Besitzer eines Fahrzeugs, der den Strom kurzfristig zur Verfügung stellt, sogar noch Geld verdienen. Vor allem, wenn viele Fahrzeuge gleichzeitig als Speicher zur Verfügung stehen (Schwarmspeicher), könnte ein größerer positiver Einfluss auf die Netzstabilität erfolgen.

Induktives Laden

Das induktive Laden beschreibt das kabellose Laden von Akkus. Die Energieübertragung erfolgt hierbei über elektromagnetische Felder. Vielen ist diese Technologie aus dem Bereich der Smartphones bekannt. Doch auch für Elektrofahrzeuge ist dies eine sehr interessante Möglichkeit zum Laden. Hierbei könnten Ladestationen beispielsweise in den Untergrund von Parkplätzen eingebaut werden und das entsprechende Fahrzeug müsste sich lediglich darüber platzieren.

Autonomes Fahren

Sich von einem Auto vor der Haustür abholen lassen, bei der Fahrt in Ruhe Zeitung lesen oder schon mal die E-Mails checken, während das Auto von alleine zum Ziel fährt ohne lange im Stau oder an Ampeln halten zu müssen. Diese oder ähnliche Bilder haben viele im Kopf, wenn es um die Mobilität der Zukunft geht. Das autonome Fahren ist ein Thema, welches schon heute weiter entwickelt ist, als viele vermuten.

Studien

Verkehrswende SH

Die EKSH verfolgt mit der Studie zur Verkehrswende in Schleswig-Holstein das Ziel, einen breiten Diskurs anzuregen, weitere Thesen und Handlungsfelder aus den vier Kernfeldern abzuleiten und darüber zu sprechen, wie eine für Schleswig-Holstein spezifische Verkehrswende als Teil einer gesamtdeutschen Diskussion aussehen kann. Auch soll Aktivitäten rund um die Verkehrswende in Schleswig-Holstein neuer Schwung verliehen werden.

Zur Studie

Klimabilanz von Elektroautos

Agora Verkehrswende will zusammen mit zentralen Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft die Grundlagen dafür legen, dass der Verkehrssektor bis 2050 vollständig dekarbonisiert ist. Aus diesem Grund hat sich das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg umfangreich und sehr differenziert mit der Klima­bilanz von Elektrofahrzeugen auseinandergesetzt.

Zur Studie