Digitalisierung, neue Lieferketten, internationale Vernetzung

Corona wirkte in vielen Bereichen als Katalysator, viele Wandlungsprozesse vollzogen sich im Eiltempo. Auch durch diesen Wandel werden Unternehmen über die Pandemie hinaus vor vielseitige Herausforderungen gestellt werden. Der Digitalisierungsschub, der Umgang mit Liefer- und Produktionsketten und auch Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel werden eine immer größere Rolle einnehmen. Auch die WTSH stellt sich in ihren Angeboten auf diese neuen Herausforderungen der Unternehmen ein. Wir haben dazu bei WTSH Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche nachgefragt, auf welche konkreten Unterstützungsangebote die Unternehmen zählen können:

WTSH-Online-Redaktion: Was hat die WTSH aus der Corona Krise hinsichtlich der Aufstellung ihrer Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Innovation und Außenwirtschaft „gelernt“? 

Dr. Bernd Bösche: Wir haben durch die Corona-Krise gelernt, dass sich die Entwicklung der letzten Jahre noch einmal erheblich beschleunigt hat. Alles ist volatiler geworden, Transformationsprozesse haben sich erheblich beschleunigt. Für uns bedeutet das, die kleinen und mittleren Unternehmen fit zu machen, mit diesen Herausforderungen umzugehen. Das betrifft sowohl den Innovations- als auch den Außenwirtschaftsbereich. 

WTSH-Online-Redaktion: Welches sind momentan die größten Herausforderungen für KMU im Hinblick auf deren Innovationsfähigkeit? 

Dr. Bernd Bösche: Das Thema Digitalisierung spielt dabei eine herausragende Rolle. Viele kleine und mittlere Unternehmen haben sich inzwischen in Bezug auf die Digitalisierung der internen Prozesse gut aufgestellt. Aber es geht um deutlich mehr. Die eigentlichen Potenziale liegen in der Digitalisierung der Produkte, der darauf aufbauenden Entwicklung neuer Dienstleistung sowie in der Kreation neuer Geschäftsmodelle. Hier ist noch deutlich Luft nach oben. 

WTSH-Online-Redaktion:  Welches sind Ihrer Meinung nach die Herausforderungen für KMU im globalen Kontext? 

Dr. Bernd Bösche: Die größte Herausforderung besteht darin, die sich bietenden Chancen des globalen Marktes zu nutzen, ohne sich in zu starke Abhängigkeiten von einzelnen Märkten zu begeben und das Risiko dadurch zu erhöhen. Die Flexibilität in diesem Sinne zu steigern, um damit auf sich schnell verändernde Marktbedingungen reagieren zu können: das ist für den Mittelstand schon eine gewaltige Aufgabe. Diversifizierung ohne sich zu verzetteln ist das Gebot der Stunde. 

WTSH-Online-Redaktion: Auf welche konkreten WTSH-Unterstützungsangebote im Bereich Außenwirtschaft und Innovation können Unternehmen von nun an zählen?

Dr. Bernd Bösche: Im Innovationsbereich unterstützen wir vor allem in Richtung der Etablierung und Umsetzung eines strategischen Innovationsmanagements. Die Zeit der Ad hoc- Innovation ist endgültig vorbei. Wir helfen dabei, das erforderliche Wissen dazu aufzubauen und das Thema im betrieblichen Alltag zu verankern. Daneben spielt nach wie vor die finanzielle Förderung anspruchsvoller Innovationsprojekte in unserer Tätigkeit eine herausgehobene Rolle. 
Im Außenwirtschaftsbereich hat die Erschließung neuer ausländischer Märkte natürlich eine Schlüsselrolle. Wir unterstützen durch die Zurverfügungstellung der auch während und nach der Corona-Krise bewährten Instrumente, also z.B. der Schleswig-Holstein Business Center in China und Indien. Auch unsere weltweiten Messeangebote werden nach Überwindung der Pandemie wieder stärker in den Fokus rücken, wenn auch künftig teilweise als neue Formate. Aber im Sinne einer fokussierten Diversifizierung bieten wir auch neue Instrumente an, um Marktpotenziale in neuen Zielländern abzuschätzen und Zugangsmöglichkeiten zu analysieren.  

Das Interview führte: Ute Leinigen

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