Building Bridges

StartUp Szene im Silicon Valley

Im Silicon Valley gibt es mit über 40.000 StartUps die größte Ballung an jungen Unternehmen in den USA, und es ist nach wie vor DER Hotspot für Gründerinnen und Gründer. Doch auch andere Regionen haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Während der Corona-Pandemie, mit der Ausbreitung von remote Work und begünstigt von den seit jeher hohen Lebenshaltungskosten in der San Francisco Bay Area, sind viele Startups in andere Bundesstaaten gezogen und haben dort neue und lebendige Gründerszene entwickelt (etwa Austin, Denver oder Miami). Diese Verteilung hat auch das Verhalten der Venture Capitalists (Wagniskapitalgeber = VC’s) verändert. Wurde bisher vorrangig in das Silicon Valley und dort ansässige Firmen investiert, geht der Blick nun auch in andere Regionen und das teilweise über die Ländergrenzen hinaus. Das Valley ist globaler geworden.

Verändertes Investorenverhalten

Das Investorenverhalten hat sich aber noch weiter verändert. Bis vor kurzer Zeit galt noch das Mantra „Wachstum um jeden Preis“. Mit schwachen Wirtschaftszahlen und gestiegenen Zinsen ist jedoch auch auf dem Venture Capital Markt eine deutliche Abkühlung zu bemerken. Es wird nun noch bewusster investiert. Und das begünstigt besonders Ideen und Technologien, die auf Nachhaltigkeit setzen. Und auch der Fokus auf DEIB, also Diversity, Equity, Inclusion und Belonging macht sich in der Arbeit vieler Funds und Start-Up Programme bemerkbar: nach wie vor zeigen Statistiken, dass Founder of Color, Frauen sowie andere im Gründungswesen unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppen eine geringere Chance haben finanziert zu werden. Um dem entgegenzuwirken haben viele Funds neue Initiativen gestartet, die gezielt in Technologien und Firmen von unterrepräsentierten Gründerinnen und Gründern investieren.

Im Gegensatz zur deutschen StartUp Szene gibt es in den USA weniger öffentliche Stipendien und Zuschüsse. Während in Deutschland etwa oftmals das EXIST Stipendium auf Bundesebene oder das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein auf Landesebene die Lebensgrundlage von Gründenden garantiert, übernehmen im Silicon Valley oftmals Angel Netzwerke diese erste Finanzierung. 

Der Leiter des Northern Germany Innovation Office Tim Ole Jöhnk erzählt: „Was viele meiner Gesprächspartner*innen in den USA immer wieder überrascht, sind die Investitionen und Support-Programme der öffentlichen Hand in Deutschland. Egal ob es dabei um Stipendien oder andere Zuschüsse geht – etwa Initiativen wie der Überflieger Wettbewerb, der es StartUps ermöglicht zum Erfahrungsaustausch in die USA zu reisen – solche Programme währen im Förderwesen der USA kaum vorstellbar.“

Gerrit Jochims, Gründer und Geschäftsführer von Ideachamp
Gerrit Jochims, Gründer und Geschäftsführer von Ideachamp

Wie erleben StartUps aus Schleswig-Holstein das Silicon Valley? 

Um StartUps die Möglichkeit zu geben die Szene im Silicon Valley selbst zu erleben, Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen technologieorientierten Unternehmen bzw. Gründerinnen und Gründern auszutauschen, gibt es den Überflieger Wettbewerb, initiiert von The Bay Areas e.V., Start-up SH und dem Marketing Club Schleswig-Holstein. Im Mai waren die Gewinner aus dem echten Norden Univelop, DayOff, IdeaChamp und Orthodrone im Silicon Valley zu Besuch. Tim Ole Jöhnk (NGIO) ermöglichte den StartUps Termine mit Investoren wie Bernhard Gold von Relay Ventures und Studierenden und Gründerinnen und Gründern aus Stanford. Und schnell wurde klar: Was die StartUps diesseits und jenseits des großen Teiches eint, ist das Bedürfnis nach einem sozialen Umfeld und einem unkomplizierten, leichten Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern, Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Investorinnen und Investoren. 

Einer der Überflieger ist Gerrit Jochims, Gründer und Geschäftsführer von IdeaChamp. Sein StartUp begleitet Unternehmen bei der Identifikation und der Realisierung von Innovationsprojekten. Sein Fazit: „Wir haben unglaublich viele verschiedene Menschen getroffen und konnten ganz besondere Gespräche führen: offen und vertraut. Wir konnten so einen ungeschminkten und tiefen Blick ins Valley gewinnen. Ich denke, es gibt nicht DIE eine Eigenschaft, die dem Valley seine Innovationskraft verleiht, sondern eine Kombination aus unterschiedlichen Faktoren wie groß denken, ausprobieren, Diversität, netzwerken, aber auch große Budgets und eine Duz-Kultur, die Vertrauen und Offenheit schafft. Und auch der absolute Fokus auf die eigene Arbeit: keine Ablenkungen.“ 

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